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Regensburg
Freitag, 25. Mai 2018 24° 8

Rettungskräfte

Für vielfältige Katastrophen gerüstet

Auf dem Gelände des Universitätsklinikums Regensburg fand eine große Dekontaminationsübung mit Rettern und Medizinern statt.

Der kontaminierte Patient wird von Feuerwehr und Rettungskräften versorgt. Foto: UKR/Markus Zimmermann

Regensburg.Störfall in einer Industrieanlage, ein Unfall mit Altlasten: um auf solche oder ähnliche Szenarien mit chemischen, biologischen oder radioaktiven Gefahrenstoffen vorbereitet zu sein, trainierten Notfallmediziner der Interdisziplinären Notaufnahme und der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) am Dienstag, 15. Mai, den Ernstfall.

Übung war eine Besonderheit

Eine solche Dekontaminationsübung fand zum ersten Mal am Universitätsklinikum Regensburg statt. Foto: UKR/Marion Schweiger

Das Dekontaminationstraining fand zusammen mit der Berufsfeuerwehr Regensburg und dem Malteser Rettungsdienst statt. Auch für die Feuerwehr war die Übung eine Besonderheit. Das Zusammenspiel zwischen akutmedizinischer Versorgung und Dekontamination wurde in diesem Umfang bisher noch nicht geübt. „Die medizinische Notfallversorgung von Patienten nach einem Kontakt mit nuklearen, chemischen oder biologischen Giftstoffen stellt uns vor Herausforderungen.

Die Einsatzkräfte versorgten die kontaminierte Person. Foto: UKR/Marion Schweiger

Ein solches Dekontaminationstraining führten wir zum ersten Mal am UKR durch“, erklärt Professor Dr. Bernhard Graf, Direktor der Klinik für Anästhesiologie des UKR und Vorsitzender des Rettungszentrums Regensburg. „Ziel des Trainings ist es, die Abläufe bei genau solchen Szenarien mit allen Beteiligten zu üben, um im Ernstfall bestens auf die Dekontamination betroffener Personen vorbereitet zu sein und diese schnellstmöglich medizinisch versorgen zu können“, ergänzt PD Dr. Markus Zimmermann, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme des UKR.

So lief die Dekontamination ab

Am Dienstag, 15. Mai, fand am UKR eine gemeinsame Dekontaminationsübung mit der Berufsfeuerwehr Regensburg und dem Malteser Rettungsdienst statt. Foto: UKR/Marion Schweiger

Für die Dekontaminationsübung wurde eine spezielle „Waschstraße“ aufgebaut, durch die eine kontaminierte Person geschleust wurde. Dabei gliederte sich das Ganze in eine reine (weiße) und eine verunreinigte (schwarze) Zone. In letzterer fand die eigentliche Dekontamination statt. In speziellen Becken und einer Dusche wurde der Betroffene entkleidet sowie mit Wasser und Desinfektionsmittel von den Einsatzkräften abgewaschen. Während der gesamten Dekontamination müssen dabei spezielle Schutzkleidung und Gasmasken getragen werden, um die Ausbreitung der Gefahrenstoffe einzudämmen und sich selbst zu schützen. Ist der Patient erfolgreich gereinigt, müssen alle Kleidungsstücke und Schutzanzüge, die während des Dekontaminationsprozesses zum Einsatz gekommen sind, entsprechend entsorgt werden.

Viele denkbare Szenarien, eine Übung

Die Dekontamination von Menschen gilt als wichtiger Aspekt der Notfallvorsorge. Als mögliche Szenarien zählen beispielsweise Störfälle in der chemischen Industrie, Unfälle mit Gefahrenstoffen oder Terroranschläge. Dekontamination bedeutet dabei, dass betroffene Personen von giftigen Stoffen gereinigt werden. Diese können radioaktiver, biologischer oder chemischer Natur sein.

Als einziger Maximalversorger in Ostbayern ist das UKR auf die Versorgung von Patienten mit schweren und schwersten Verletzungen eingerichtet und ist auch im Ernstfall auf solch spezielle Szenarien vorbereitet.

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