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Gynäkologie

Fußballer-Geburt in Jahn-Rot: Das geht

In Nürnberg können Babys in den Vereinsfarben des Clubs geboren werden. Da können die Regensburger Geburtskliniken mithalten.
Von Heinz Klein, MZ

In Nürnberg können Kinder auf Wunsch in den Farben des 1. FC Nürnberg in eine Stadionatmosphäre geboren werden. Rot-weiße Mützchen in Jahn-Farben wären in Regensburg ein erster Schritt.
In Nürnberg können Kinder auf Wunsch in den Farben des 1. FC Nürnberg in eine Stadionatmosphäre geboren werden. Rot-weiße Mützchen in Jahn-Farben wären in Regensburg ein erster Schritt. Foto: dpa-Archiv

Regensburg.In einem Stall, wie es damals vor 2015 Jahren zu Bethlehem geschah, wird heutzutage nicht mehr geboren. Die Wohlfühlfaktoren, die in modernen Kreißsälen geboten werden, reichen von farbigem Licht je nach Wunsch über die Musik der Wahl (viel Klassik und Entspannungsmusik, kaum Hardrock) bis hin zur Aromatherapie mit ätherischen Ölen. Das Klinikum Nürnberg Süd machte nun mit einem in den Farben des 1. FC Nürnberg getauchten Kreißsaal Schlagzeilen, in dem neue Erdenbürger auf Wunsch in eine Fußballwelt geboren und vom Club-Teddybären empfangen werden.

Eine Geburt in Wunschfarben kann die Regensburger Klinik St. Hedwig, zweitgrößte Geburtsklinik Bayerns, natürlich auch bieten. In fünf der sieben modernen Entbindungsräume sind die Farben rot (weckt Urkräfte), grün (beruhigend, vitalisierend) und blau (entspannend, harmonisierend) im Angebot. Gleiches bieten auch die fünf Kreißsäle des Caritas-Krankenhauses St. Josef. Die Sprösslinge fußballambitionierter Eltern könnten in Regensburg also auch in einem „Jahn-Rot“ empfangen werden. Allerdings wird der Farb-Service von den gebärenden Frauen eher selten genutzt, sagt Eva Jaruschko, Leitende Hebamme unter den 32 Berufskolleginnen der Hedwigsklinik. Auf Wunsch der Eltern würde der SSV Jahn Regensburg natürlich auch das entsprechende „Jahni“-Maskottchen spendieren, versprach Sportdirektor Christian Keller. Der weiß übrigens, wie Geburtstage am 24.12. sind. Sowohl seine Mutter als auch der Vater kamen an Heiligabenden zur Welt.

Väter fallen selten um

Eva Jaruschko, Leitende Hebamme in der Hedwigsklinik, hat in 25 Jahren im Kreißsaal nur vier Väter umfallen sehen.
Eva Jaruschko, Leitende Hebamme in der Hedwigsklinik, hat in 25 Jahren im Kreißsaal nur vier Väter umfallen sehen. Foto: Klein

Der Wunsch, den Kreißsaal in die Vereinsfarbe des Lieblingsfußballclubs zu tauchen, wird wohl eher von werdenden Vätern geäußert, die heute zu über 90 Prozent bei der Geburt anwesend sind. Sie halten sich übrigens wacker: Eva Jaruschko hat in ihrer 25-jährigen Hebammentätigkeit nur vier Väter erlebt, die bei der Geburt in Ohnmacht fielen. Heute dürfen Väter auf Wunsch sogar die Nabelschnur durchtrennen.

Zwischen sieben und elf Kinder kommen in der Hedwigsklinik täglich zur Welt, mehr als 2800 werden es bis Ende des Jahres sein, sagt Professor Dr. Birgit Seelbach-Göbel, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Der 24. Dezember wird dabei ein Tag wie jeder andere sein, denn geboren wird täglich. Wobei sich die Frauen diesen Tag als Geburtstag ihres Kindes eher nicht wünschen. „Christkinder“ werden nie richtig Geburtstag feiern können, weil ja alle Freunde zu Hause Weihnachten feiern. Und bei den Geschenken schlägt sich der doppelte Feiertag auch nicht mit einer Präsentverdoppelung nieder. Zudem wollen ja auch die Frauen den Heiligen Abend lieber zu Hause bei ihrer Familien verbringen, als in der Klinik, gibt Dr. Nina Jenewein, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Caritas-Krankenhaus St. Josef, zu bedenken. Dort kommen jedes Jahr etwa 1450 Babys zur Welt.

Zu welchem Zeitpunkt Kinder geboren werden, entscheidet sich bekanntlich etwa neun Monate vorher, sagt die Chefärztin Birgit Seelbach-Göbel schmunzelnd: Und was war zu diesem Zeitpunkt? „Vielleicht Urlaub, Fasching, Stromausfall oder Fußball-WM?“ Vielleicht machen sich künftige Eltern bezüglich der Zeitplanung also gar nicht so viele Gedanken.

Das Kind bestimmt die Geburt

Den exakten Zeitpunkt einer natürlichen Geburt bestimmt ohnehin das Kind selbst. Es triggert die Wehentätigkeit und leitet den Geburtsvorgang selbst ein, erzählt die Professorin. „Ich bin fertig und will hier raus“, heißt die Botschaft. Wie bei der Geburt alle Faktoren zusammenspielen, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Die Leitende Hebamme Eva Jaruschko kann jedenfalls sagen, dass am Ende nur zwei Prozent der errechneten Geburtstermine Volltreffer waren.

Karin Folger wartete seit dem 7. Dezember auf die Geburt. „Eigentlich sollte es Nikolaus werden. Hoffentlich wird es jetzt kein Christkind“, sagte sie am Montag – im Bild mit der Hebamme Elisabeth Baur.
Karin Folger wartete seit dem 7. Dezember auf die Geburt. „Eigentlich sollte es Nikolaus werden. Hoffentlich wird es jetzt kein Christkind“, sagte sie am Montag – im Bild mit der Hebamme Elisabeth Baur. Foto: Klein

Das kann auch Karin Folger bestätigen. Der für sie errechnete Geburtstermin war der 7. Dezember. „Es sollte ein Nikolaus werden, hoffentlich wird es jetzt nicht ein Christkind“, sagte die Hochschwangere am Montag. Das sollte endlich der Tag der Niederkunft sein. Doch dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung. Auch am Mittwoch wartete Karin Folger noch auf die Geburt. „Es klappt heute bestimmt noch“, tröstete Eva Jaruschko.

Kommentar

Krabbeln und dribbeln

Alles wird gut! Die beiden Regensburger Geburtskliniken können gebär-farblich mit den Nürnbergern mithalten und Babys in jahn-rotem Licht zur Welt kommen...

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