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Verkehr

Gähnende Leere in der langen Ladezone

Drei Parkplätze in der Von-der-Tann-Straße könnten laut Helmut Burzer sinnvoller genützt werden. Doch die Stadt lehnt ab.
Von Susanne Wiedamann, MZ

  • Alles frei: Tagsüber bleiben die für das Be- und Entladen vorbehaltenen Plätze im eingeschränkten Halteverbot in der Von-der-Tann-Straße 6 meist leer. Foto: Wiedamann
  • Helmut Burzer, Anwohner der Von-der-Tann-Straße, klagt über einen tagsüber nicht nutzbaren Parkraum. Foto: Wiedamann

Regensburg.Wenn Helmut Burzer aus seinem Wohnhaus tritt, fällt sein Blick als erstes auf die drei gegenüberliegenden Parkplätze vor der Von-der-Tann-Straße 6. Sie sind leer. Meistens. Im überwiegenden Fall der Fälle, sagt er, was ein weiterer Mieter bestätigt. Manchmal haben dort auch Anwohner ihre Autos im eingeschränkten Halteverbot abgestellt. Und bekommen nur zu oft ihre Verfehlung quittiert. Denn nach Burzers Beobachtung dauert es nicht lange, und schon hängt ein „Knöllchen“ an der Scheibe.

Burzer wohnt seit über 40 Jahren in der Von-der-Tann-Straße. Schon vor fast 30 Jahren und 1999 hat er sich für mehr Parkraum für die Bewohner der nahe des Neuen Rathauses gelegenen Straße eingesetzt. Jetzt kämpft er wieder.

Ende des letzten Jahrhunderts hatten Verwaltung und Stadtspitze ein Einsehen. Burzer, der rund 20 Jahre als Pressesprecher der Post tätig war und deshalb auch weiß, welche Bedeutung Schriftliches und Fotobeweise haben, hatte an mehreren Tagen die leerstehenden Parkplätze vor den damals noch installierten Parkuhren mit dem Fotoapparat dokumentiert.

Sieben weitere Parkplätze

Nachdem ein anderer Bewohner der Straße damals die Schaffung zusätzlicher Anwohnerparkplätze in der Von-der-Tann-Straße beantragt hatte, wies Helmut Burzer bei einer Ortseinsicht durch das zuständige Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr auf neuralgische Punkte hin. Und tatsächlich wurden „zu Lasten von Parkuhrenplätzen sieben weitere Anwohnerparkplätze eingerichtet“, wie Oberverwaltungsrat Alfred Santfort am 14. Juli 1999 dem Antragsteller mitteilte.

Die Rücksprache mit einer damals noch in der Von-der-Tann-Straße 6 niedergelassenen Firma hatte laut Santfort allerdings ergeben, dass „die eingeschränkte Haltverbotszone als Ladebereich nach wie vor benötigt wird.“ Doch die Firma ist laut Burzer schon lange nicht mehr da. Und da ringsum fast nur Wohnungen seien, bestehe auch kein Bedarf für eine Ladezone.

„Hier sind sehr viele Studenten zugezogen, und jeder bringt sein Auto mit. Da wird es manchmal sehr knapp mit den Parkplätzen“, sagt Burzer. Als er im Herbst in der MZ las, dass Bürger überflüssige Verkehrsschilder kritisierten – besonders gefiel ihm der Artikel „Statt weniger Schilder ein wenig Schilda“ –, sah er seine Stunde erneut gekommen. Mehrmals wandte er sich ans Ordnungsamt, um eine Umwidmung der Ladezone in Bewohnerparkplätze zu erreichen. Vergebens.

Parkplätze

  • Angebot

    Insgesamt verfügt die Stadt im Innenstadtbereich über rund 10 000 Abstellmöglichkeiten.

  • Mangel

    Dennoch klagen viele Bürger über mangelnde Bewohnerparkplätze.

Zur Begründung wurde ihm gesagt, dass man die Ladezone wegen eines eventuell neu in das Gebäude einziehenden Betriebs freihalten wolle. Auch dass man dann ja neue Schilder brauche, wurde ihm entgegengehalten. „Dabei muss man nur Schilder entfernen, dann passt’s wieder.“

Das Amt habe über längere Zeit beobachtet, dass „die für Ladezwecke und für das Bewohnerparken vorgesehenen Bereiche tagsüber überdurchschnittlich von Bewohnerfahrzeugen belegt sind. Freie Abstellmöglichkeiten, um Anlieferungen der Anlieger abwickeln zu können, lassen sich kaum finden“, wurde Burzer am 29. Dezember 2014 seitens des Amts mitgeteilt. Der hatte inzwischen auch den Oberbürgermeister kontaktiert. Joachim Wolbergs antwortete am 5. Februar 2015 und lehnte wegen der „differenzierten sonstigen Nutzung“ ebenfalls eine Veränderung ab.

Schlicht verlorener Raum

Diese „differenzierte Nutzung“ wird von Burzer bestritten. Die Bewohner hätten in der Regel einen Bewohnerparkausweis. Auswärtige stellen ihr Gefährt eher im nahe gelegenen Parkhaus ab. Und Lieferverkehr von Firmen gebe es nicht. „Das ist schlicht verlorener Parkraum!“, sagt Burzer.

Die Stadt bleibt aber dabei: „Für die Bewohnerdichte und die Situation in dieser Straße ist es wichtig, eine Lieferzone für Anlieferungen der Anwohner, für das Ausladen von Einkäufen usw., und für Paketdienste zu haben – besonders für die Anwohner im westlichen Teil der Straße“, teilt die städtische Pressestelle auf Anfrage der MZ mit. Eine zweite Ladezone in der Straße sei schon für Anwohner freigegeben und ständig belegt. Das Amt habe deshalb entschieden, „die Ladezone auf Höhe der Von-der-Tann-Straße 6 zu belassen“. Warum für den offensichtlich seltenen Ladebedarf gleich drei Plätze reserviert sind, bleibt ein Rätsel.

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