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Glaube

Gedenken an das ungeborene Leben

Lichterprozession in der Domstadt: Rund 80 Teilnehmer marschierten am Tag der unschuldigen Kinder durch Regensburg.

Mit Kerzen zog die Prozession durch die Innenstadt. Foto: Wulf
Mit Kerzen zog die Prozession durch die Innenstadt. Foto: Wulf

Regensburg.Mit einer Prozession und anschließendem Gottesdienst haben am sogenannten Tag der unschuldigen Kinder rund 80 Teilnehmer dem ungeborenen Leben gedacht. Bereits zum 33. Mal fand in diesem Jahr die Lichterprozession statt. Vom Emmeramsplatz aus setzte sich der Marsch in Bewegung, um über die Maximilianstraße bis zur Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle am Kornmarkt zu führen.

Ins Leben gerufen wurde der Tag ursprünglich zum Gedenken an die nach der Überlieferung des Matthäusevangeliums im Auftrag des Königs Herodes getöteten Kinder nach der Geburt Jesus Christus. Um Jesus zu töten, gab der König seinen Soldaten den Befehl, in ganz Bethlehem alle männlichen Babys und Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren umzubringen.

Dieser Kinder sollte nun ebenso gedacht werden wie denen, die das Licht der Welt gar nicht erst erblickten, sondern abgetrieben wurden. In Regensburg findet diese Lichterprozession seit 1984 ununterbrochen statt und ist damit die älteste Veranstaltung dieser Art in ganz Deutschland.

Unter der Leitung von Pfarrer Alois Möstl und begleitet vom Caritas-Direktor Diakon Michael Weißmann wanderten die Teilnehmer in Richtung der Alten Kapelle, um am anschließenden Gedenkgottesdienst teilzunehmen. Unter den Blicken zahlreicher Passanten wiederholten sie Gebete und erleuchteten mit ihren Kerzen den Abend. Seit einigen Jahren findet das Gedenken auch monatlich in Form eines Gebets in der Stiftskirche St. Johann in Regensburg statt.

Zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes hob Pfarrer Alois Möstl, der den stimmlich angeschlagenen Dekan Roman Gerl vertreten musste, noch einmal den Anlass der Prozession hervor. „Wir feiern den Gottesdienst hier in der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, weil sie ihr Kind immer geschützt hat. Wir beten für alle Kinder, die nicht geboren werden können“, sagte Pfarrer Möstl.

Diakon Michael Weißmann berief sich in seiner Predigt auf die Menschenrechte: „Man kann keinem Menschen die Würde nehmen. Alle Menschen sind gleich, unabhängig ihrer Religion oder Hautfarbe.“ Man müsse gemeinsam einstehen für die Schutzlosen, Wehrlosen und Mittellosen, sowohl für die Jungen, als auch für die Alten und Kranken.

Er zitierte auch Greta Thunberg, die fünfzehnjährige Schwedin, die auf dem Klimagipfel im polnischen Kattowitz vor die Politgrößen der Welt getreten war, um darauf hinzuweisen, dass „man nie zu klein ist, die Welt zu verändern.“ Auch gegen das Abschieben von Alten oder Kranken müsse man gemeinsam vorgehen.

Die ungeborenen Kinder hätten Gott zwar noch nicht mit ihren Gebeten und Stimmen preisen können, wohl aber durch ihren Tod, sagte Pfarrer Möstl, ehe er den Gottesdienst beendete, der in diesem Jahr zum ersten Mal vom Regensburger Dekanat organisiert wurde.

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