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Nazi-Opfer

Gedenktafel: Gruppe soll würdigen Text liefern

Die Stadt will beim missglückten Erinnern am Colosseum nachbessern. Der Ausschuss fand nur mühsam zum Beschluss.
Von Marianne Sperb, MZ

Diese Gedenkplatte ist beschämend, finden Regensburger. Eine Arbeitsgruppe soll jetzt Vorschläge für ein würdiges Gedenken erarbeiten. Foto: xtl

regensburg. Seit April erinnert eine Bodenplatte vor dem Colosseum in Stadtamhof an die Häftlinge, die hier im März/April 1945 zusammen gepfercht waren. „Vor dem Haus mussten die Häftlinge, durch Unterernährung und Demütigungen geschwächt, zum Appell antreten“, heißt es im Text. Er verschweigt, dass das Colosseum für rund 400 Menschen ein Ort der Hölle war, erzählt nichts über Dutzende Opfer, die in Folge von Zwangsarbeit und Misshandlung starben, und spart den Todesmarsch der Häftlinge aus. „Beschönigend“ und „beschämend“, kritisierten Bürgergruppen und Politiker die Tafel, die die Stadtverwaltung verlegen ließ. Jetzt beriet der Kulturausschuss beriet jetzt, zum x-ten Mal, über die Causa Colosseum und ein würdiges Gedenken an die Nazi-Opfer.

Rund 90 Minuten rangen die Stadträte um einen Beschluss. Am Ende einigte sich der Ausschuss auf folgendes Vorgehen: Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern diverser Bürgergruppen und Institutionen soll eine Broschüre und ein Gesamtkonzept zur Gedenkkultur in Regensburg erarbeiten und dem Ausschuss einen Vorschlag zum Gedenken am Colosseum vorlegen.

Der Beschluss fiel gegen die Stimmen von Richard Spieß (Die Linke), Horst Meierhofer (FDP) und Jürgen Huber (Bündnis 90/Die Grünen): Sie favorisierten den weitgehend deckungsgleichen Vorschlag der Bündnisgrünen. Darin hatte Huber allerdings darauf gedrängt, zusätzlich einen unabhängigen Experten mit der Aufgabe zu betrauen.

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