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Projekt

Gemeinsam für Inklusion einsetzen

17 neue Paten aus Wirtschaft und Politik arbeiten im Raum Regensburg an der Integration von Menschen mit Behinderung.
Von Gabi Hueber-Lutz

17 neue Paten haben in Anwesenheit von Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer die Regensburger Erklärung unterzeichnet.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
17 neue Paten haben in Anwesenheit von Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer die Regensburger Erklärung unterzeichnet. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Lappersdorf.Die Regensburger Erklärung als Plattform für einen inklusiven Arbeitsmarkt trägt Früchte. Vor knapp fünf Jahren haben 14 Unternehmen aus der Wirtschaft und der Politik im Raum Regensburg die Erklärung zur Inklusion behinderter Menschen in den beruflichen Alltag unterschrieben.

Im Lappersdorfer Aurelium schlossen sich dem am Dienstag 17 weitere Betriebe und Kommunen an. Landrätin Tanja Schweiger hatte vorab die Gretchenfrage zu dem Projekt formuliert: „Ist es versandet oder geht es weiter?“ In der eigenen Behörde sei es ihr wichtig gewesen, Flagge zu zeigen, sagte die Landrätin.

Auch die Stadt Regensburg war aktiv geworden. Das erste Ergebnis sei die Einrichtung eines hauptamtlichen Inklusionsbeauftragten gewesen, berichtete Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Es sei wichtig, dass das Projekt zu einer Belebung des Arbeitsmarktes geführt hat, betonte sie, denn Arbeit sei als Menschenrecht verankert.

Drei Firmen vergeben seit kurzem Aufträge an Behindertenwerkstätten

Andreas Keller von der Handwerkskammer zeigte anhand einer Umfrage unter den bisherigen Paten, was sich konkret getan hat. Acht Betriebe beziehungsweise Dienststellen haben neue Arbeits- oder Ausbildungsplätze geschaffen, drei vergeben nun Aufträge an Inklusionsbetriebe oder Werkstätten, viele der anderen Betriebe haben sich schon vorher entsprechend engagiert.

Etliche Betriebe sind bereit, Best-Practice-Beispiele vorzustellen. Dazu gehört die Lappersdorfer Firma Farben Bauer. Geschäftsführerin Michaela Bauer berichtete von einem Mitarbeiter der seit vier Jahren im Betrieb inkludiert ist: „Es klappt super, er gehört einfach zu unserem Team.“

Viele Betroffene

  • Zahlen:

    In der Region Regensburg leben zirka 37 000 Menschen mit Schwerbehinderung, das sind zehn Prozent der Bevölkerung. „Zehn Prozent sind keine Randgruppe“, betonte Rolf Frey vom AK „Inklusiver Arbeitsmarkt“.

  • Verantwortlich:

    Die Regensburger Erklärung wurde vor knapp fünf Jahren verabschiedet. Sie wird von „Regensburg inklusiv“, dem Landkreis und der Stadt getragen. (lhl)

Das Podiumsgespräch moderierte Rolf Frey, der Sprecher des Arbeitskreises „Inklusiver Arbeitsmarkt“. Auf dessen Frage nach dem Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Inklusion zeigte sich Helmut Vogel, der Sprecher der Niederlassung der Siemens AG, überzeugt, dass ein „inklusiver Kapitalismus“ am Ende allen Nutzen bringt. Und Wolfgang Eberl, der Leiter des Inklusionsamts, appellierte an die Arbeitgeber, sich an das Amt zu wenden: „Trauen Sie sich, uns fällt dann schon ein Weg ein.“ Johann Beck, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, sagte, die Behörde könne unter anderem „massive finanzielle Unterstützung“ leisten, zum Beispiel bei der Anschaffung von Maschinen. Ministerialdirektor Dr. Markus Gruber bescheinigte der Regensburger Erklärung eine Vorbildfunktion für ganz Bayern.

Beifall für die „Neuen“

Unter Beifall unterzeichneten neue Paten die Regensburger Erklärung. Die „Neuen“: Markt Lappersdorf, Agentur für Arbeit, Argula-von-Grumbach-Haus, Compassio GmbH, Diakonie Regensburg, Firma Farben Bauer, Gemeinden Brennberg, Köfering, Obertraubling, Pfatter, Sünching, Wiesent und Zeitlarn,| Johanniter-Unfall-Hilfe, Lebenshilfe, Metallbau Gehr, Musikakademie Alteglofsheim, R-Tech GmbH, Siemens AG, Das Stadtwerk.

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