MyMz
Anzeige

OB-Wahl

Gertrud Maltz-Schwarzfischer kandidiert

Die Regensburger SPD hat die Bürgermeisterin als OB-Kandidatin nominiert. Auch ihre Gegner finden das eine logische Wahl.
Von Anna Jopp und Heike Haala

Gertrud Maltz-Schwarzfischer will 2020 zur Oberbürgermeisterin gewählt werden. Foto: Tino Lex
Gertrud Maltz-Schwarzfischer will 2020 zur Oberbürgermeisterin gewählt werden. Foto: Tino Lex

Regensburg. Gertrud Maltz-Schwarzfischer wird 2020 für das Regensburger Oberbürgermeisteramt kandidieren. Am Dienstagabend legte sich der SPD-Stadtverbandsvorstand einstimmig auf die derzeitige Bürgermeisterin als Spitzenkandidatin für den Wahlkampf fest. Bis zur Delegiertenversammlung am 21. Juli könnten sich aber noch andere Kandidaten innerhalb der Partei um das Amt bewerben. Maltz-Schwarzfischer leitet die Geschäfte der Stadt bereits seit Januar 2017 stellvertretend für den suspendierten amtierenden Oberbürgermeister Joachim Wolbergs.

Neue Regeln für Parteispenden

Joachim Wolbergs will mit einer eigenen Liste antreten. Foto: Weigel/dpa
Joachim Wolbergs will mit einer eigenen Liste antreten. Foto: Weigel/dpa

Endgültig mit der Wahlkampfplanung beginnen könne die SPD erst nach dem Nominierungsparteitag im Juli, sagte deshalb Juba Akili, Chef der Regensburger SPD, zur Mittelbayerischen. Die Stadtratsliste solle nach der Sommerpause im September aufgestellt werden. Das Wahlprogramm für die Kommunalwahl sei derzeit in Arbeit. Finanziert werden solle der Wahlkampf vor allem aus den Beiträgen von Mitgliedern und Mandatsträgern und aus Spenden, wobei sich der Ortsverband für die Annahme von Spenden nach der Affäre um Joachim Wolbergs in Zukunft weiter reichende Regeln geben werde.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Landeschefin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, begrüßte die frühzeitige Bekanntgabe der Kandidatur: „Ich kenne Gertrud Maltz-Schwarzfischer seit vielen Jahren und erlebe sie immer als klug, sachlich und kompetent. Sie versteht es, Menschen und Meinungen zusammenzuführen, was eine Grundlage für erfolgreiche Kommunalpolitik ist. Daher freue ich mich sehr über ihre Nominierung.“

Gegen wen Maltz-Schwarzfischer 2020 antreten könnte, steht bei den übrigen Parteien noch nicht fest. Wolbergs hat angekündigt, nach seinem Austritt aus der SPD mit seinem eigenen Wahlverein „Brücke“ bei der Kommunalwahl anzutreten. Auf Nachfrage der MZ wollte sich Wolbergs nicht zu dem Vorstandsentscheid seiner ehemaligen Partei äußern.

Politik

Vorfreude auf den Wahlkampf

Nach ihrer Nominierung für die SPD ist die Regensburger Bürgermeisterin froh über die Klarheit. Wir haben mit ihr gesprochen.

Die CSU lässt sich noch Zeit

Die CSU hat sich noch nicht festgelegt. „Wir lassen uns da noch Zeit und werden am 17. Mai erstmal entscheiden, wann wir jemanden nominieren wollen“, sagte der JU-Chef Michael Lehner, der als Nachfolger des CSU-Kreisverbandsvorsitzenden-Franz Rieger gilt. Die Nominierung solle dann aber in jedem Fall noch vor der Sommerpause erfolgen. Im Raum steht eine Urwahl der Mitglieder.

Zur Nachricht aus dem SPD-Stadtverband sagte Lehner: „Es ist mir neu, dass eine Vorstandsentscheidung einer Nominierung gleichkommt. Für mein Demokratieverständnis braucht es dazu einen Delegiertenentscheid.“ Sollte Maltz-Schwarzfischer allerdings tatsächlich kandidieren, werde sich die CSU darauf genauso einstellen wie auf jeden anderen Kandidaten: „Wir hoffen auf einen guten Wahlkampf, der hoffentlich keine Materialschlacht wird, sondern in dem es um Inhalte geht. Dann sehen wir gute Chancen, dass die Stadt Regensburg bald wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.“

Astrid Freudenstein muss sich wohl einer CSU-Urwahl stellen. Foto: Schröpf
Astrid Freudenstein muss sich wohl einer CSU-Urwahl stellen. Foto: Schröpf

Am Karfreitag hatte die frühere Regensburger Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein ihr Interesse am Oberbürgermeisteramt bekanntgegeben. „Es ist gut, dass Frau Maltz-Schwarzfischer kandidiert. Die SPD ist eine traditionsreiche Partei, die in einer Stadt wie Regensburg ein ordentliches Personalangebot machen muss. Und zweifelsohne geht Frau Maltz-Schwarzfischer mit einem dicken Amtsbonus ins Rennen“, sagte Freudenstein.

Auch der CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl wird Interesse an einer Kandidatur nachgesagt. Von der Nominierung Maltz-Schwarzfischers zeigte sie sich wenig überrascht. Spätestens seit sich der amtierende Oberbürgermeister Joachim Wolbergs von der Partei abgewandt habe, sei eine Kandidatur absehbar gewesen, sagte Schmidl. Obwohl man natürlich nicht immer einer Meinung sei und politisch unterschiedliche Ziele verfolge, habe sie mit Maltz-Schwarzfischer immer wieder persönliche und politische Schnittstellen gehabt. Wichtig sei auch in der Politik ein kollegialer Umgang miteinander. Für die CSU sei es aber derzeit noch zu früh, sich auf eine klare Wahlkampfstrategie festzulegen.

Kommentar

Vorteil durch Vorsprung

Im Moment hat Gertrud Maltz-Schwarzfischer bei ihrem Projekt, Oberbürgermeisterin zu werden, zwei große Vorteile: Weil sie seit über zwei Jahren vertretungsweise...

Ernstzunehmende Gegnerin.

Ein weiterer Interessent, der CSU-Stadtrat Jürgen Eberwein, hält Maltz-Schwarzfischer für „eine ernstzunehmende Gegnerin“, die für ihre bisherige Arbeit Anerkennung in der Bevölkerung genieße. Sollte er für die CSU ins Rennen gehen, sagte Eberwein, traue er sich aber durchaus zu, im Wahlkampf gegen die SPD-Kandidatin bestehen zu können.

Auch die übrigen Parteien lassen sich noch Zeit. Die Grünen wollen ihren OB-Kandidaten am 12. Juli wählen, die ÖDP im August. Bei den Freien Wählen soll die Entscheidung sogar erst im Oktober fallen

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht