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Natur

Gesperrter Dörnberg-Park nervt Bürger

Wegen eines Pilzes bleibt das Kleinod länger geschlossen. Der Rosarium-Wirt klagt über Einbußen und bangt um seinen Garten.
Von Heike Haala, MZ

Seit Monaten ist der Zugang zum Dörnberg-Park gesperrt. Das wird bis auf weiteres so bleiben. Foto: Haala
Seit Monaten ist der Zugang zum Dörnberg-Park gesperrt. Das wird bis auf weiteres so bleiben. Foto: Haala

Regensburg.Einer der großen Trümpfe des Rosariums war bisher der direkte Zugang vom oder zum Dörnberg-Park über den Außenbereich des Lokals. Viele Menschen kehrten nach einem Spaziergang im Park über die Gartenterrasse in dem Lokal ein. Andere kamen gezielt hierher, weil sie sich nach einem Menü die Beine unkompliziert vertreten konnten. Seit Dezember aber gibt es diesen Parkzugang nicht mehr. Denn die Stadt hat die Anlage wegen eines Baumpilzes, der die Standfestigkeit der Bäume bedroht, für Besucher gesperrt. Das bereitet Georg Schröppel, Chef des Rosariums, Sorgen: „Es steht auch die Frage im Raum, ob wir den Garten schließen müssen, weil erkrankte Bäume oder ihre Äste auf das Gelände stürzen könnten. Das würde unsere Existenz bedrohen.“

Dabei hat Schröppel ohnehin schon mit den Folgen des zugesperrten Parks zu kämpfen: „Seit der Park geschlossen ist, haben wir Einbußen“, sagt er. Der Chef des Rosariums ist nicht der Einzige, für den der Wegfall des Freizeitgeländes Konsequenzen hat. Auch die benachbarte Pindl-Realschule und die St. Marienschulen sind davon betroffen. So sagt etwa Dr. Hans Lindner, Leiter der St.-Marienschulen, dass er den Park für den Kunstunterricht genutzt hat. Von Frühjahr bis Herbst habe er den Zeichenunterricht bisweilen ins Grüne verlegt. Außerdem hätten viele Freizeitangebote des offenen Ganztagszugs in dem Park stattgefunden. Jetzt, wo der Park geschlossen ist, muss die Schule ausweichen. „Umso mehr sind wir jetzt auf unseren Klostergarten angewiesen“, sagt Lindner. Vor Kurzem war bekannt geworden, dass ein Teil des Klostergartens in Parkplätze umgewandelt werden könnte.

Der Dörnbergpark

  • Eigentum und Besitz:

    Der Park gehört der Gräflich von Dörnbergschen Waisen-Fonds-Stiftung und ist im Besitz der Stadt Regensburg. Sie ist für den Betrieb zuständig.

  • Größe:

    Der 7,4 Hektar große Park besitzt eine Ost-West-Ausdehnung von 375 Metern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 270 Metern.

„Hoffentlich gibt es bald eine Lösung.“ Dr. Hans Lindner, Leiter der St.-Marienschulen

Schulen müssen ausweichen

Wie Andrea Klein, Leiterin der Pindl Realschule, findet Lindner es deswegen „schade“, dass der Park geschlossen ist. Auch Klein nutzte den Park für den Schulbetrieb. Etwa gingen die Betreuer der Ganztagsschule in der Mittagspause mit den Schülern in den Dörnberg-Park. Außerdem eigne sich der Park beispielsweise fürs Gedichteschreiben im Deutschunterricht. Die Pindl-Realschüler müssen nun auf den Stadtpark ausweichen. „Dort wird es jetzt enger“, sagt Klein. Immerhin würden auch viele Schulen im Westen der Innenstadt diese Grünfläche für ihren Unterricht nutzen. „Hoffentlich gibt es bald eine Lösung“, sagt Lindner von den St.-Marienschulen. Pindl-Realschulleiterin Klein: „Es ist wichtig, etwas zu tun, damit der Park bald wieder genutzt werden kann.“

Eine Karte mit allen Parks in Regensburg finden Sie hier:

Diese Hoffnung aber nimmt die Stadt den Betroffenen. Eigentlich war geplant, Teile des Dörnberg-Parks im Laufe des Frühjahrs wieder für Besucher zu öffnen. Daraus wird jetzt aber erst einmal nichts. Der Park bleibt länger geschlossen – und zwar komplett. Wie lange, ist unklar. Der Pilz hat fast alle alten Bäume so sehr befallen, dass die umfallen oder Äste von ihnen Abbrechen könnten. Das könnte zur Gefahr für alle werden, die sich in dem Park aufhalten.

Ein Gutachter hat die Bäume unter die Lupe genommen und ist zu einem verheerenden Ergebnis gekommen. „Es wurden insgesamt 891 Bäume begutachtet und 1024 baumpflegerische Maßnahmen mit sehr hoher bis mittlerer Dringlichkeit empfohlen, die sich über den gesamten Park erstrecken“, sagt Bürgermeister Jürgen Huber. „Zudem müssen an 18 Bäumen zusätzlich Zugversuche durchgeführt werden, damit wir beurteilen können, ob diese überhaupt noch standsicher sind.“

Artenschutz und ein Gutachten

Sofort starten können diese Arbeiten aber nicht. Immerhin ist seit 1. März Vogel- und Fledermausschutzzeit. Noch bis 30. September dürfen die Mitarbeiter des Gartensamts nur in Ausnahmefällen Hand an die Bäume anlegen, auch wenn sie krank sind. Die Stadt klärt gerade ab, welche Arbeiten auch während der Schutzzeit erledigt werden können. Damit das Umweltamt diese Entscheidung treffen kann, ist zunächst ein artenschutzrechtliches Gutachten notwendig. Was die Gesamtmaßnahme im Dörnberg-Park kosten wird, ist laut Auskunft der Stadt noch unklar. Klar indessen ist laut Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, dass sich die Regensburger auf einen umgestalteten Dörnberg-Park einstellen müssen.

Schröppel vom Rosarium aber will sein Lokal unbedingt halten. Erst vor drei Jahren hat er das Lokal übernommen. Seither steckte er viel Herzblut und Geld hinein – etwa in den Innenausbau. Als Nächstes wollte er die Außenanlage auf Vordermann bringen. „Ich hoffe das Beste. Wir werden auf jeden Fall weiterkämpfen“, sagt er.

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