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Gewaltfreie Kommunikation trainieren

Am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium in Regensburg findet das Projekt „Wertschätzende Kommunikation macht Schule“ statt. Es soll den Umgang verbessern.

Die Siebtklässler des AAG lernen in einem Workshop, gewaltfrei miteinander umzugehen. Foto: Schule

Regensburg.„Sag’, was dir wirklich wichtig ist“, lernen die Siebtklässler des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums. Dunja Müller, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation, hilft ihnen dabei. „Du nervst, lass uns in Ruhe!“ Das ist im Schulalltag möglich: „Gewaltvolle“ Kommunikation, die verletzt, ausschließt oder bestraft. Um dagegen vorzugehen, findet nun schon zum dritten Mal am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium der Workshop „Wertschätzende Kommunikation macht Schule“ statt.

Von der sechsten bis zur zehnten Jahrgangsstufe gibt es für die Schüler des AAG Werteprojekte. Ziel des Workshops in der siebten Klasse ist es, mit einfachen Mitteln den Umgang miteinander gut zu gestalten, die eigenen Kompetenzen zu stärken und Neues auszuprobieren. Als Expertin ist Dunja Müller, Dipl. Betriebswirtin (FH) und Trainerin für gewaltfreie Kommunikation, mit an Bord.

„Hinter jedem Ärger steckt ein unerfülltes Bedürfnis“ – wird Marshall B. Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation, häufig zitiert. Begibt man sich einmal auf diese „Spur“ in schwierigen Situationen, kommt man immer leichter zur Ursache eines Konflikts und kann leichter Lösungen finden.

Was ist denn gerade geschehen? Was für ein Gefühl erzeugt das in mir? Welches Anliegen ist gerade nicht erfüllt? Diese Fragen sind hilfreich, um zu dem zu gelangen, was man konkret gerade vom anderen möchte. Erstaunlich daran ist, dass sich damit häufig schwierigste Situationen lösen lassen, auch im Alltag zwischen Kindern und Jugendlichen. Die Fähigkeit zu Empathie – Mitgefühl für mein Gegenüber - ist eine wichtige Kompetenz dabei, die sich auch einüben lässt.

In diesem Training lernen die Siebtklässler in Rollenspielen vier wesentliche Schritte wertschätzender Kommunikation kennen. Sie stellen erst einmal fest, was genau passiert ist; versuchen dann ihre Gefühle zu erkennen und davon ausgehend ihre Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren. Eine klare Bitte am Ende gibt dann dem Gesprächspartner die Möglichkeit zu sehen, was der Sprecher genau möchte - und ob diese Bitte gerade erfüllt werden kann. Und falls nicht, wie das Gespräch trotzdem gut weiterverlaufen kann.

In einer Spielszene versucht ein Mädchen einer Mitschülerin klar zu machen, dass sie nicht möchte, dass hinter ihrem Rücken schlecht über sie gesprochen wird. So formuliert das betroffene Mädchen erst einmal seine Beobachtung. Dann spürt die Schülerin nach, wie sich das gerade für sie anfühlt und äußert ihren Wunsch nach Ehrlichkeit. Schließlich bittet sie die Mitschülerin, dass diese ihr künftig solche Dinge lieber gleich persönlich sagt, damit sie darüber sprechen können. Dieser Bitte möchte in Zukunft ihre Mitschülerin nachkommen, nachdem sie erleben konnte, wie wichtig das für das Mädchen ist.

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