MyMz
Anzeige

Kultur

„Gloria“ beendet den Dornröschenschlaf

Die Namenlos GmbH hat das „Gloria“ gekauft und will es wieder als Kino und für Kleinkunst nutzen. Regensburgs OB gefällt das.
Von Claudia Böken, MZ

Das Gloria-Kino feiert Ende September Auferstehung.
Das Gloria-Kino feiert Ende September Auferstehung.Foto: Tino Lex

Regensburg.Heute Vormittag wurde die fortgeschrittene Sanierung der Tiefgarage am Bismarckplatz vorgestellt. Morgen früh startet ein elektrisch betriebener Altstadtbus eine Probephase, und am Nachmittag wird der Stadtplanungsausschuss ein Maßnahmenbündel für die Altstadt beschließen. Dazwischen ein Puzzlesteinchen, das der Stadt quasi in den Schoß fällt: Heute Nachmittag wurde bekannt, dass das frühere Gloria-Kino in der Simadergasse zwischen Vier-Eimer-Platz und Obermünstergasse einen neuen Besitzer hat: Die Namenlos GmbH um Cornelius „Neli“ Färber hat das Gebäude von Oswald Zitzelsberger gekauft.

Und es wird keine Kneipe, wie viele jetzt gleich wieder befürchten werden. Das Gloria wird, was es früher war: ein Kino. Zwischendurch soll es auch für „besondere Veranstaltungen“, etwa für Kabarett oder für Lesungen, genutzt werden, wie Färber der MZ erzählte. Sicher ist, es wird keine musikalischen Veranstaltungen geben, was bedeutet, dass die Lautstärke normale Filmdarbietungen nicht übersteigen wird. „Wir wecken das Gloria aus dem Dornröschenschlaf, aber wir machen daraus keine Partylocation“, versichert er. Die Anwohner müssen sich lediglich darauf einstellen, dass die Besucher zwischen 22 und 22.30 Uhr nach Hause gehen. Pausen, in denen vor der Tür lautstark debattiert und dabei betrunken wird, gebe es nicht, versichert er. Die Namenlos GmbH wird das Gloria zunächst wieder in Schuss bringen, „einen Edelstein, der ziemlich ramponiert ist, wieder schleifen“, nennt es Färber. Die Sanierungsarbeiten sollen bereits im April beginnen. Wenn alles gut geht, findet die Eröffnung im Oktober statt.

Vom Ostentor-Kino ins Gloria

Pächter wird Achim Hofbauer sein, der damit einen Ersatz für das Ostentor-Kino erhält, dessen Pachtvertrag bald ausläuft. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ist froh, dass diese Lösung gefunden wurde, hält er doch kulturelle Angebote für die Aufwertung der Altstadt für extrem wichtig. Nicht umsonst will zur Zwischennutzung in dem Gebäude in der Wahlenstraße, aus dem „Kare“ ausgezogen ist, Kultur- und Kreativwirtschaft unterbringen. Er sei bei etlichen der Vorgespräche zwischen Färber und Zitzelsberger dabei gewesen und freue sich, dass die Einigung zustande gekommen sei, kommentierte Wolbergs den Deal, der mehrere Fliegen mit einer Klappe schlage: Ein schönes altes Gebäude werde saniert, die Lärmstörungen für die Anwohner seien weg, eine kulturelle Nutzung werte die Altstadt auf und das Problem um den Pächter des Ostentor-Kinos sei auch gelöst. Mit dem Wechsel von Achim Hofbauer ins Gloria-Kino ist die Zukunft des Ostentorkinos, der Kinokneipe und des Chaplin auch weiterhin offen. Für den Komplex in der Adolf-Schmelzer-Straße müsste nun ein neuer Betreiber gefunden werden.

Die Wiederbelebung des „Gloria“ allein reicht natürlich nicht, um die Altstadt auf Dauer attraktiv zu halten und Besucher und Kunden anzuziehen. Deswegen bringt der Stadtplanungsausschuss heute ein ganzes Maßnahmenpaket auf den Weg. Bereits „in Arbeit“ ist der von vielen Bürgern langersehnte kleinere Altstadtbus. Als E-Bus wird er ab heute probeweise seine Runden ziehen.

Zu viele Autos und Lieferwagen in der Altstadt, vor allem in den Wohnverkehrsstraßen, sind Regensburgern, aber auch Touristen schon lange ein Dorn im Auge. Die Stadtverwaltung wird deshalb die Lieferzeiten und Lieferzonen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Mehr Kontrollen – auch durch die Polizei – sollen für Abhilfe sorgen. Immer wieder angemahnt wurde die Verlängerung der kostenlosen Parkzeit in den SWR-Parkhäusern auf eine Stunde. Details und Zeitpunkt stehen noch nicht fest.

Christkindlmarkt öffnet früher

Die verkaufsoffenen Sonntage werden entzerrt. Während der am ersten Oktoberwochenende für die Altstadt beibehalten wird, wird der gesamtstädtische im September bei der Herbstdult bereits in diesem Jahr gestrichen. Dafür findet ein verkaufsoffener Sonntag am zweiten November-Wochenende gemeinsam mit dm Tag der offenen Tür bei der Stadtverwaltung statt.

Die Verlängerung des Christkindlmarkts, der bereits am Montag vor dem ersten Advent, eröffnet wird, wird bereits ab November 2015 praktiziert. Da soll auch schon die neue Weihnachtsbeleuchtung hängen, von der sich Oberbürgermeister Wolbergs eine Attraktion für Einheimische und Touristen verspricht.

An Samstagen zwischen Mai und August sollen einzelne Straßen und Quartiere nacheinander Feste veranstalten, um sich besser in Szene zu setzen. Auch damit könnte bereits in diesem Sommer begonnen werden. Mehr Sitzmöglichkeiten für müde Altstadtbesucher sollen sukzessive geschaffen werden.

Was sicher eine Weile dauern wird, ist die Einführung von Kernöffnungszeiten für die Geschäfte in der Altstadt. Die Kunden würden es jedenfalls begrüßen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht