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Grifka setzt sich für junge Ärzte ein

Dr. Joachim Grifka ist Professor für Orthopädie und entscheidet an der Spitze seiner Berufsvertretung mit.
Von Gabi Hueber-Lutz

Joachim Grifka ist Lehrstuhlinhaber für Orthopädie.
Joachim Grifka ist Lehrstuhlinhaber für Orthopädie. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Herr Professor Dr. Grifka, wie wird man Mitglied der Vorstandschaft der Bayerischen Landesärztekammer?

Die Bayerische Landesärztekammer, die 63 ärztlichen Kreisverbände und die acht ärztlichen Bezirksverbände bilden die gesetzliche Berufsvertretung aller bayerischen Ärztinnen und Ärzte. Bei deren Vollversammlung wird man aus dem Kreis der 180 Delegierten in die Vorstandschaft gewählt. Für mich ist es ein großer Vertrauensbeweis meiner Kollegen, dass ich in dieses Gremium gewählt wurde.

Welche Aufgaben hat die Bayerische Landesärztekammer?

Da geht es zum Beispiel um die ärztliche Weiterbildung, um die Überwachung der Erfüllung der Berufspflichten oder um die Mitwirkung bei der öffentlichen Gesundheitspflege.

Was ist Ihre Aufgabe in dem Gremium?

Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, mich für die jungen Kolleginnen und Kollegen einzusetzen, weil das die Zukunft ist. Heute gibt es in Gesamtdeutschland weniger Ärztinnen und Ärzte als vor der Wende in Westdeutschland. Wir haben heute 20 Millionen Menschen mehr als damals im Westen, aber weniger Studienplätze. Das hat große Auswirkungen besonders im Bereich der niedergelassenen Hausärzte.

Joachim Grifka

  • Amt:

    Seit Anfang des Jahres ist Medizinprofessor Joachim Grifka Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesärztekammer. Die Vorstandschaft besteht aus 15 Mitgliedern.

  • Beruf:

    Grifka ist Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik für die Universität Regensburg im Asklepios- Zentrum Bad Abbach und Lehrstuhlinhaber für Orthopädie.

Es gibt weniger Ärzte, der Bedarf an medizinischer Betreuung steigt aber?

Ja, so ist es. Denn die Menschen werden älter und brauchen längere Zeit medizinische Betreuung. Außerdem ist der Wunsch nach mehr Teilzeitstellen da. Es hat sich viel im sozial-gesellschaftlichen Bereich geändert. Zum Beispiel ist heute die Lebensplanung eine andere. Insgesamt ist heute eine größere Anzahl an Ärzten notwendig, um die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Wie möchten Sie gegensteuern?

Für uns ist es wichtig, die Ärzte mit soliden Weiterbildungen möglichst gut zu qualifizieren, damit sie ihre Aufgaben bewältigen können. Außerdem bieten wir in der Klinik zahlreiche Weiterbildungen an und haben dadurch auch eine gute Vernetzung zwischen Haus- und Klinikärzten. Gleichzeitig haben wir viele Kontakte zu den Entscheidern, die es zu nutzen gilt. Unsere Standesvertretung hat auch beratende Funktion für die Politik. Und es ist ja letztlich eine Frage des politischen Willens, dass man die Bereitschaft haben muss, mehr für Ärztinnen und Ärzte zu tun.

Sie machen also Lobbyarbeit?

Ja, für unsere jungen Ärzte. Ich mache das mit Herzblut. Es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, solche Funktionen im Ehrenamt wahrzunehmen.

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