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Politik

Grünen-Landtagschefin in Regensburg

Edith Sitzmann reiste aus Baden-Württemberg in ihre alte Heimat. Mit ihren Oberpfälzer Parteikollegen ist sie sich einig: Ein Wechsel muss her.
Von Daniel Steffen, MZ

Grüne unter sich: Florian Eckert, Jürgen Mistol, Margit Kunc, Jürgen Huber und Stefan Schmidt (von links) begrüßten Edith Sitzmann, die Fraktionsvorsitzende im Baden-württembergischen Landtag, in ihrer Heimat Regensburg. Foto: mds

Regensburg.Auf „grüne Art“ empfingen die Regensburger Grünen ihre Fraktionsvorsitzende im baden-württembergischen Landtag: Am Hauptbahnhof stellten sie ihr ein Fahrrad für die Weiterreise durch das Weltkulturerbe bereit. Das Angebot nahm Edith Sitzmann gerne an – und machte sich auf den Weg in Richtung Spitalgarten, wo die Politiker die Brauerei besichtigten. Obwohl Sitzmann die Gassen und Winkel der Altstadt von Kindesbeinen an kennt, sei der Besuch für sie „spannend“ gewesen, reist die gebürtige Regensburgerin schließlich nur noch „alle ein bis zwei Jahre“ in die oberpfälzische Metropole: Zwei Brüder leben noch in der Stadt, aus der sie vor knapp 30 Jahren weggezogen ist.

Zum Besuch ihrer Familienmitglieder, aber auch zur Unterstützung ihrer grünen Parteikollegen, machte sie sich nach längerer Zeit auf in die alte Heimat. Bis auf das Wetter am Freitag fand sie den Besuch „klasse“, wie sie der MZ im Gespräch anvertraute. Nach dem Besuch des Spitalgartens und frisch gewonnenen Kenntnissen über die historische Braustätte setzte sich ihr Weg gemeinsam mit den Stadträten Jürgen Mistol und Jürgen Huber, den Bezirksvorsitzenden Margit Kunc und Stefan Schmidt sowie dem Kreisvorsitzenden Florian Eckert in Richtung „Optimus“ fort: Das Regensburger Energieunternehmen, das unter anderem auf Vernetzung von Blockkraftwerken setzt, entspricht den energiepolitischen Vorstellungen der Partei. Daher herrschte auch Einigkeit bei allen Beteiligten, die „Energiewende so schnell wie möglich voranbringen“ zu wollen.

Edith Sitzmann warf der Bundesregierung vor, hierbei keine wirklichen Bemühungen an den Tag legen zu wollen: Kanzlerin Merkel mache das Thema nicht zur Chefsache, so die 50-Jährige. Damit das Thema im gesamten Staatsgebiet vorangehe, sei ein politischer Wechsel auch auf Bundesebene fällig.

Zwei Jahre ist sie nun als Fraktionsvorsitzende im Amt und spürt in Baden-Württemberg „eine breite Zustimmung“ der grün-roten Landesregierung: Nachdem die Grünen bei der Landtagswahl im Mai 2011 über 24 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnten, habe die Partei gemäß aktueller Umfragen in der Wählergunst noch einmal „um vier Prozent zulegen“ können.

Die Windkraft, wie sie in Bayern in aller Munde ist, sei im Nachbar-Bundesland eher ein Waisenknabe: Erst ein Prozent der Gesamt-Energie werde durch Windkraft gewonnen, sagte Sitzmann, die dafür den einstigen Ministerpräsidenten Stefan Mappus verantwortlich machte. Der habe sich emsig gegen jedes einzelne Windrad gestemmt.

Wie die CSU befürworte sie eine Kursänderung in Sachen Länderfinanzausgleich, wolle sie aber nicht mit einer Klage durchboxen. Die Klage führe, so Sitzmann, zu noch weniger Bereitschaft, an der jetztigen Lage von nur drei Geberländern etwas zu ändern. Was Edith Sitzmann aber gern aus Bayern nach Baden-Württemberg „mitnehmen“ wolle, sei die weit verbreitete Bürgerbeteiligung. Zum Abschluss ihres Besuchs stattete Sitzmann dem Lokal „Chaplin“ am Ostentor-Kino einen Besuch ab. Beschenkt mit Weichser Radi und Händlmeier-Senf, sicherte sie ihren Parteikollegen ein „baldiges Wiederkommen“ zu.

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