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Uniklinik

Grünes Licht für den Lehrstuhl

Regensburg bekommt einen Ordinarius für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Um die Finanzierung war vorher lange gerungen worden.
Von Louisa Knobloch, MZ

Bezirkstagspräsident Löffler (v.l.), Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch und Dekan Prof. Dr. Torsten Reichert verkündeten gemeinsam, dass Regensburg den Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie bekommt. (Foto: Knobloch)

Regensburg. Nach über zwei Jahren teils zäher Verhandlungen bekommt das Universitätsklinikum Regensburg einen Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das bestätigten am Mittwoch Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, Bezirkstagspräsident Franz Löffler und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität, Prof. Dr. Torsten Reichert, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Regensburg.

Der Lehrstuhlinhaber wird zugleich Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Regensburg sein. „Damit sind Forschung, Lehre und Krankenversorgung in einer Hand vereint“, sagte Reichert.

Anschubfinanzierung vom Bezirk

Die Diskussion um die Einrichtung eines Lehrstuhls hatte sich zugespitzt, da der langjährige Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Martin Linder, im Herbst 2011 in Ruhestand gegangen war. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Bayern-Oberpfalz (BVKJ) hatte dafür plädiert, die Stelle des Klinikchefs an einen Lehrstuhl anzubinden, um Forschung und Lehre im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie zu fördern. Regensburg war bislang eine von nur vier Medizinischen Fakultäten in Deutschland ohne dieses Fachgebiet.

Der Bezirk hatte eine Anschubfinanzierung angeboten – unter anderem die Übernahme einer Stiftungsprofessur für sechs Jahre. Vom Ministerium hieß es aber noch im November vergangenen Jahres, dass an der noch vergleichsweise jungen Medizinischen Fakultät in Regensburg zunächst alle Pflichtlehrstühle eingerichtet werden müssten. Als Alternative wurde dann die Schaffung einer Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgeschlagen, die von einem W2-Professor geleitet werden sollte.

Im März schließlich forderte die Regensburger Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Tanja Schweiger, im Haushaltsausschuss 150.000 Euro für einen Lehrstuhl. Ihr Antrag wurde zwar abgelehnt, dafür brachte die CSU eine eigene Beschlussvorlage ein: Im Nachtragshaushalt wurden 100.000 Euro für den Lehrstuhl bewilligt und das Projekt so endgültig auf den Weg gebracht.

Die Fallzahlen steigen

Die Anschubfinanzierung kommt zum Großteil vom Bezirk Oberpfalz: Insgesamt 1,26 Millionen Euro fließen in den ersten sechs Jahren für die Stiftungsprofessur, Stellen für zwei Wissenschaftliche Mitarbeiter für drei Jahre und für das Lehrstuhlsekretariat. „Heute ist ein sehr guter Tag für die Kinder- und Jugendpsychiatrie in ganz Ostbayern“, freute sich Löffler.

Die Forschung und die Ausbildung von Ärzten in diesem Bereich sei sehr wichtig, da die Fallzahlen stiegen so Löffler. Ein Schwerpunkt soll auf der Versorgungsforschung liegen, die sich mit präventiven und therapeutischen Verfahren befasst, erklärte Reichert.

Zunächst muss aber ein Lehrstuhlinhaber berufen werden – das Verfahren wird ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. „Es ist zwar aufwändig, aber es ist auch wichtig, dass wir sehr sorgfältig auswählen“, so Reichert. „Der Kandidat soll perfekt zu der Stelle passen.“ Schließlich wird er den Lehrstuhl für die nächsten 20 Jahre innehaben.

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