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Justiz

Gustl Mollath bleibt unbequem

Am zweiten Prozesstag im Wiederaufnahmeverfahren geht es um die Prügelvorwürfe gegen Gustl Mollath. Zwei Polizisten sagen aus – aber nicht viel.

Regensburg.Am zweiten Tag des Wiederaufnahmeverfahrens gegen Gustl Mollath hat sich der Tumult vor dem Landgericht gelegt – und die ersten Zeugen haben ausgesagt. Allerdings mit überschaubarem Ergebnis: Zwei Polizisten sollten über die Prügelvorwürfe seiner Ex-Frau berichten. Doch nur einer konnte sich überhaupt an die Vorfälle erinnern. Die Ereignisse sollen sich auch vor mehr als zwölf Jahren abgespielt haben. Der erste Zeuge berichtete – nach dem er sich zuvor die Akten angesehen hatte –, dass Mollath seine damalige Frau im August 2001 geschlagen, getreten, gebissen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben soll.

Mollath weist Vorwürfe zurück

Ein anderes Mal soll der Angeklagte seine Ex-Frau ins Arbeitszimmer eingesperrt haben und ihr mit dem Tod gedroht haben. Zumindest habe Petra M. das bei ihrer Vernehmung so geschildert. Der Angeklagt sagte am Dienstag dazu nichts – er schwieg während der Verhandlung. Das hatte er bereits angekündigt, weil der Sachverständige Norbert Nedopil nach wie vor anwesend ist. Nach der Verhandlung wies Mollath die Vorwürfe zurück.

Der 47-jährige Polizist berichtete dem Landgericht, Mollaths Ehefrau habe im Januar 2003 zunächst Anzeige wegen eines Waffendelikts gestellt. Sie habe befürchtet, dass ihr Ehemann seine Waffe im Zuge des Trennungsstreits gegen sie einsetzen könnte. Dabei habe sie auch von den gewalttätigen Übergriffen eineinhalb Jahre zuvor erzählt. Dazu sei erst später ein ärztliches Attest mit den Verletzungen in die Akte gelangt – wie und wann wurde nicht geklärt. Bei der Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei eine Luftdruckwaffe. Mollath ließ über seinen Anwalt ausrichten, dass die Waffe alt, verrostet und funktionsunfähig gewesen sei.

Aussage erst später protokolliert

Durch Nachfragen von Staatsanwalt und Verteidiger wird später deutlich: Viele Vorgänge sind kaum bis gar nicht dokumentiert worden, die Ermittler ließen vieles ungeprüft. Die Vernehmung von Mollaths Ex-Frau wurde nicht am selben Tag protokolliert und abgezeichnet. Eine mögliche Bisswunde ließ sich der Vernehmungsbeamte nicht zeigen.

Mollath muss sich seit Montag wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte zuvor im Jahr 2006 festgestellt, dass er seine Ex-Frau misshandelt hatte. Weil Gutachter ihm jedoch eine Wahnvorstellung attestierten, sprach das Gericht Mollath wegen Schuldunfähigkeit frei und wies ihn in die Psychiatrie ein. Dort wurde er erst nach sieben Jahren entlassen. (pd/dpa)

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