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Reaktionen

Halle: Regensburg ist tief erschüttert

Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Kultur, Universität und Sport erheben die Stimme gegen Antisemitismus.
Von Julia Ried

Eine Kerze mit einer schützenden Hand ist bei einer Solidaritätskundgebung anlässlich des Attentats in Halle (Saale) an der Neuen Synagoge Berlin zu sehen. Auch in Regensburg gibt es am Dienstagabend eine Mahnwache. Foto: Christoph Soeder/dpa
Eine Kerze mit einer schützenden Hand ist bei einer Solidaritätskundgebung anlässlich des Attentats in Halle (Saale) an der Neuen Synagoge Berlin zu sehen. Auch in Regensburg gibt es am Dienstagabend eine Mahnwache. Foto: Christoph Soeder/dpa

Regensburg.Die Mittelbayerische hat Stimmen aus der Region zum Anschlag auf eine Synagoge in Halle am Mittwoch gesammelt. Ermittler und Bundesregierung werteten den Angriff als einen rechtsextremistischen Terroranschlag. Nach Angaben von Justizministerin Christine Lambrecht handelt es sich bei dem 27-jährigen Schützen um einen Einzeltäter mit antisemitischen und rechtsextremistischen Motiven. Zentralrats-Präsident der Juden in Deutschland spricht von „neuer Qualität des Rechtsextremismus in Deutschland“.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer:

Gertrud Maltz-Schwarzfischer Foto: Stefan Effenhauer/Stadt Regensburg
Gertrud Maltz-Schwarzfischer Foto: Stefan Effenhauer/Stadt Regensburg

„Als Gesellschaft müssen wir solche Taten mehr als aufs Schärfste verurteilen und jetzt zusammenstehen. Wir müssen alles daran setzen, solche Verbrechen zu verhindern und rechtsradikalem Gedankengut den Nährboden zu entziehen.“ Dazu gehöre, „bei jeder Gelegenheit an die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte zu erinnern“.

Regierungspräsident Axel Bartelt:

Axel Bartelt Foto: Stühlinger/Regierung der Oberpfalz
Axel Bartelt Foto: Stühlinger/Regierung der Oberpfalz

„Wenn jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ihren höchsten Festtag nicht mehr unbesorgt in der Mitte unserer Gesellschaft feiern können, haben wir ein tiefreichendes Problem in Deutschland.“ Jetzt seien alle aufgefordert, „ein klares und unmissverständliches Zeichen zu setzen, dass für Antisemitismus und für Taten wie diese in Deutschland kein Platz ist“.

Bischof Rudolf Voderholzer:

Rudolf Voderholzer Foto: altrofoto.de
Rudolf Voderholzer Foto: altrofoto.de

Voderholzer schließt sich der Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, an. Er hatte erklärt: „Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Antisemitismus oder gar blinde Gewalt dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“

Regionalbischof Klaus Stiegler:

Klaus Stiegler Foto: altrofoto.de
Klaus Stiegler Foto: altrofoto.de

Stiegler fragt sich nach dem Anschlag von Halle, „wie ein Mensch dazu kommt, so abgrundtief und menschenverachtend zu hassen? Natürlich gilt meine Solidarität unseren jüdischen Schwestern und Brüdern. Jede Form von Antisemitismus und Extremismus ist wie ein Gift für unsere offene, freiheitliche und menschliche Gesellschaft.“

Theaterintendant Jens Neundorff von Enzberg:

Jens Neundorff von Enzberg Foto: altrofoto.de
Jens Neundorff von Enzberg Foto: altrofoto.de

„Wir stehen vor der riesigen Herausforderung des Umgangs mit einem gewaltbereiten rechten Netzwerk. Wie können Anschläge dieser Art verhindert werden, ohne zum Überwachungsstaat zu werden? Wie können wir unser höchstes Gut Freiheit schützen und dennoch nachhaltig, nüchtern und sachlich Aufarbeitung betreiben?“

Uni Regensburg-Präsident Udo Hebel:

Udo Hebel Foto: Petra Homeier
Udo Hebel Foto: Petra Homeier

Der Anschlag in Halle erinnert Hebel „an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte“, die NS-Zeit. „Gerade vor diesem Hintergrund ist es besonders erschreckend, dass in Deutschland immer wieder antisemitische und fremdenfeindliche Anschläge stattfinden. Ein wichtiger Baustein, um Antisemitismus entgegenzuwirken, ist sicherlich die Erinnerungsarbeit.“

Jahn-Präsident Hans Rothammer:

Hans Rothammer Foto: Tino Lex
Hans Rothammer Foto: Tino Lex

„Der Vorfall sollte uns als Gesellschaft daran erinnern, dass wir alle dabei gefragt sind, Intoleranz und Diskriminierung von allen Seiten entschieden entgegenzutreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass es den Radikalen und Populisten gelingt, Hass zu schüren und damit den Nährboden für solche Taten zu bereiten.“

EVR-Trainer Igor Pavlov:

Igor Pavlov Foto: Brüssel
Igor Pavlov Foto: Brüssel

„Die Rechtspopulisten nutzen demokratische Plattformen, um sich zu profilieren. Und es ist schlimm, was sie sie auslösen, vor allem bei denen, die ,einfacher gestrickt‘ sind. Sie nehmen damit direkten Einfluss. Die Menschen sollten aus der Vergangenheit lernen. Bildung ist die beste Gegenmaßnahme.“

Anschläge

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