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Regensburg
Freitag, 17. August 2018 31° 2

Funsport

Hallensportler überspringen trübe Tage

Sieben Jahre Arbeit liegen hinter dem Regensburger Verein. Jetzt lud „Spot“ zum Tag der offenen Tür in die BMX-Halle ein.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Balance ist das A und O, damit die waghalsigen Sprünge gelingen. Die Rampen wurden den ganzen Tag ausgenutzt.
Balance ist das A und O, damit die waghalsigen Sprünge gelingen. Die Rampen wurden den ganzen Tag ausgenutzt. Fotos: Hueber-Lutz

Regensburg.Zuerst ist da das Knallen der Boards auf den Rampen, dann der Geruch nach neuem Holz und dann wird diese Intensität spürbar. Sie geht von den jungen Leuten aus, die in höchster Konzentration mit ihren Skateboards, ihren BMX-Rädern und den Stuntscootern die Rampen hinauf- und hinunterschießen und dabei zum Teil waghalsig aussehende Kunststücke machen. Wenn man ein Beispiel für leben im Hier und Jetzt sucht – hier findet man es.

Ein rasanter Sport – ohne Hektik

Es ist ein rasanter Sport, aber Hektik ist keine zu spüren. Jeder fährt für sich, aber alle zusammen sind sie eine Gruppe. Auch, wenn sie sich vielleicht gerade erst getroffen haben. Viele sind an diesem Sonntag das erste Mal in der neuen Halle in der Lilienthalstraße 4, die der Verein Spot Regensburg mit jeder Menge Ärmelhochkrempeln, aber auch viel Unterstützung durch Sponsoren, eingerichtet hat. Sieben Jahre Arbeit liegen hinter dem Verein, am Sonntag lud er in die BMX- und Skatehalle zum Tag der offenen Tür. Die jungen und junggebliebenen Fans kamen zahlreich, um sich anzusehen, wie sie hier künftig ihrem Lieblingssport frönen können.

Schon vor dem Aufsperren warten an die 40 Leute vor der Tür. Sie sind durch die Bank begeistert, etliche werden gleich Mitglied, denn da gibt es so tolle Vergünstigungen wie die, dass man die Bahnen am Montag zu den Öffnungszeiten kostenlos nutzen kann. Mädchen verirren sich nur wenige auf die Rampen. Der Sport ist eine Männerdomäne. Mit ihren Rädern, Scootern und Boards stehen sie oben, sehen den anderen zu, unterhalten sich leise und verpassen dabei auf keinen Fall den Augenblick, in dem sie dran sind, sich in das steile Rund zu stürzen, die Lenker herumzuwirbeln, die Boards zu drehen oder sich selbst mit dem Rad um die eigene Achse und wieder heil zu landen. Die Verständigung, wer gerade dran ist, geht fast unmerklich und sie funktioniert reibungslos.

Seit 30 Jahre gibt es die Szene in Regensburg. Die Skater und die BMXer vertragen sich hier, pflegen ihre Anlagen gemeinsam, erzählt ein Insider. In anderen Städten sei das nicht so. Ist einem ein besonders schwieriges Kunststück gelungen, gibt es Applaus, die Erfahrenen geben den Jüngeren Tipps, aber das erfolgt alles auf Augenhöhe. Jeder kann das, was er kann, ausgelacht wird keiner.

Es geht um Ausgleich und Balance

Vielleicht liegt das daran, dass es um Ausgleich geht bei all diesen Funsportarten, um die Balance, das Gleichgewicht. Und ein Gefühl für Gleichgewicht, für Balance zu bekommen, das kann nicht schaden. Nicht im Sport und nicht im Rest des Lebens. „Das läuft gut, obwohl die Besucher heute nicht aufeinander eingespielt sind“, stellt Robert Torscht, der Schatzmeister des Vereins fest. Es klingt sehr zufrieden. Er gehört der Riege der Eltern an, die sich seit Jahren dafür eingesetzt haben, dass die jungen Leute eine Möglichkeit bekommen, ihrem Sport auch im Winter nachzugehen. Große Zufriedenheit auch bei Patricia Hajak, der Vorsitzenden. Sie sagt den Satz, der sonst für Weihnachten mit Kindern gilt: „Das Leuchten in den Augen ist mein Lohn!“ Dieses Leuchten kann man am Tag der offenen Tür fast mit Händen greifen.

Lesen Sie hier erste Reaktionen zur neuen Halle:

Andreas Wohnig

Andreas Wohnig; Foto: Hueber-Lutz
Andreas Wohnig; Foto: Hueber-Lutz

„Ohne Halle geht man im Winter ein“, schildert Andreas Wohnig die Situation der BMXer. „Toll, dass es nach so viel Arbeit nun geklappt hat“. Selbstverständlich werde er die Halle viel nutzen, sagt er.

Lukas Oschowitzer

Lukas Oschowitzer; Foto: Hueber-Lutz
Lukas Oschowitzer; Foto: Hueber-Lutz

Lukas Oschowitzer fährt noch nicht so lange. Aber wenn er auf der kleinen Bahn zu Hause mehr trainiert hat, will er wiederkommen. Nicht nur er, auch seine Eltern sind begeistert von der Anlage.

Peter Hennecke

Peter Hennecke; Foto: Hueber-Lutz
Peter Hennecke; Foto: Hueber-Lutz

Peter Hennecke schaut immer gerne zu, wenn die Skateboarder durch die Anlage donnern. „Je länger man zuschaut, desto mehr Spaß macht es. Eine tolle Sache, die Halle“, sagt Hennecke.

Christopher Steinberger

Christoph Steinberger; Foto: Hueber-Lutz
Christoph Steinberger; Foto: Hueber-Lutz

Der Jugendwart bei Spot findet den Andrang beim Tag der offenen Tür überwältigend. „Das ist Bestätigung genug für uns!“ Jetzt sind auch die Skeptiker überzeugt.

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