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Handel auf Augenhöhe ermöglicht

Elizabeth Mwangi und Steven Wawru aus Kenia mit Christian Stich (rechts) vom Eine Welt e.V.: Die Gäste aus Kenia sind heute Gast im Laden in der Oberen Bachgasse. Foto: Themessl

Dass just zum Jubiläum alle Welt über steigende Lebensmittelpreise diskutiert, davon hätten die Gründer von „Solidarität in der Einen Welt e.V.“ im Jahre 1983 sicher nicht geträumt. Dabei hatten sie durchaus steigende Preise im Blick: steigend nämlich für die Erzeuger – so viel, dass sie davon leben können.

Was mit geliehenen Regalen, geschnorrter Ausrüstung und Es-darf-nichts-kosten-Fahrten begann, hat sich inzwischen auf zwölf Eine-Welt-Läden in Franken und der Oberpfalz sowie ein Regionales Fairhandelszentrum bei Bad Abbach ausgeweitet, immer begleitet von dem Eindruck, mit ehrenamtlichen Kräften zu arbeiten.

Der Vorsitzende Ulrich Frey zählte ein paar Grundsatzfragen in seiner nachdenklichen Rede bei seiner Feier im Leeren Beutel auf: Muss der Verein so teure Mieten für eine 1a-Lage in der Innenstadt zahlen? Was soll ein modernes Registriersystem, warum sollen wir uns auf einmal mit Computern auseinandersetzen? Dagegen stünden Erfolgserlebnisse wie eine Tee-Fabrik in Kenia, die sich überzeugen ließ, nach Eine-Welt-Gesichtspunkten zu produzieren: faire Preise und Geschäftsbedingungen für die Produze nten, Förderung ökologischen Landbaus und sozialer Projekte. Ein Partner in der Dritten Welt, der schon viele Entwicklungsprojekte habe kommen und gehen sehen, habe einmal gesagt. „Ihr seid die ersten, bei denen ich das Gefühl habe, auf Augenhöhe zu verhandeln“, zitierte Frey, „und nicht als Bittsteller oder Almosen-Empfänger, von Krediten der Weltbank abhängig“.

Zur Zeit ist in der Oberpfalz eine Delegation aus Kenia zu Gast. Bei der Feier informierte sie über ihre Arbeit. Viele der Nahrungsmittel, dem Tee und Kaffee, der dort angebaut wird, lande in der Ersten Welt, und zu wenig Ertrag bei der eigenen Bevölkerung, so Steven Wawru. „Wenn wir so weitermachen, können unsere Kinder weder Schulen besuchen, noch werden sie ausreichend gesundheitlich versorgt.“ Der Klimawandel treffe auch Kenia: „Der Regen kommt nicht, und das Wasser fehlt für die Bewässerung und den Hausgebrauch.“

Stellvertretend für die Arbeit der Ehrenamtlichen in den zwölf Eine-Welt-Läden ehrte der Verein Rosa Gloner (Straubing), Johanna Sand (Sulzbach Rosenberg), Luitpold Fuchs, Ulrich Frey, Gerlinde Bayerl (Marktredwitz), Susanne Kuypers und Brigitte Bernhard (Cham). Besonders gewürdigt wurde Otmar Dostal, der in seiner Arbeit beim katholischen Referat Mission und Entwicklung etliche Kontakte knüpfte und Projekte anschob.

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