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ÖPNV

Handy im Bus: Das ist erlaubt

Trotz alter Verbotsaufkleber: In den Fahrzeugen darf telefoniert werden. Dennoch fliegen Quasselstrippen immer wieder raus.
Von Heike Haala

Vor allem jüngere Fahrgäste nutzen gern ihr Handy im Bus. Allzu laut sollten sie aber nicht telefonieren. Foto: guruXOX/Fotolia
Vor allem jüngere Fahrgäste nutzen gern ihr Handy im Bus. Allzu laut sollten sie aber nicht telefonieren. Foto: guruXOX/Fotolia

Regensburg.Da staunten die Fahrgäste in einem Regensburger Bus nicht schlecht: Ein Busfahrer hatte genug von einem Passagier, der lautstark mit seinen Handy telefonierte. Kurzerhand warf der Fahrer Mann aus dem Bus. Wie eine Augenzeugin im Gespräch mit der Mittelbayerischen schilderte, ignorierte der Mann die Aufforderung des Busfahrers, das Handy auszuschalten, hartnäckig. Mit einem Hinweis auf die Handyverbot-Schilder im Bus hat der Buslenker die Fahrt der Quasselstrippe dann schließlich vorzeitig beendet.

Gilt in den Regensburger Bussen also ein Handyverbot, obwohl es eigentlich bereits vor längerer Zeit abgeschafft wurde? Immerhin hängen in einigen Bussen weiterhin die Aufkleber, die auf das Verbot hinweisen. Haben Busfahrer das Recht, nervende Passagiere an der nächsten Haltestelle aus dem Bus zuwerfen? Wir haben bei Martin Gottschalk, Pressesprecher bei den Regensburger Stadtwerken, nachgefragt.

Ungültige Hinweise

„Insgesamt bitten wir um Rücksichtnahme auf die übrigen Fahrgäste.“

Martin Gottschalk, Pressesprecher bei den Stadtwerken

„In den Bussen der Regensburger Verkehrsbetriebe, einer Tochter der Stadtwerke Regensburg, gibt es kein grundsätzliches Handyverbot mehr“, sagt Gottschalk. Er räumt aber ein, dass die veralteten Aufkleber noch in manchen Bussen kleben. Die aber seien nicht mehr gültig. Dennoch dürfen sich telefonierende Passagiere auch jetzt längst nicht alles erlauben. „Lautstarkes Telefonieren einzelner Fahrgäste mit dem Mobiltelefon kann für die übrigen Fahrgäste sehr störend sein kann“, sagt Gottschalk. Deswegen dürfen die Busfahrer diese Fahrgäste dazu auffordern, leiser oder gar nicht mehr zu telefonieren. „Sollte der Fahrgast hier keine Folge leisten und gegebenen Falles auch respektlos reagieren, so wären unsere Fahrerinnen und Fahrer auch berechtigt, den Fahrgast zu bitten, den Bus zu verlassen“, beschreibt Gottschalk mögliche Konsequenzen.

Das denken andere Regensburger über Telefonieren in Bussen:

Das sagen Regensburger zu Handys in Bussen

Eva Traupe, Teamleiterin beim Verbraucherschutz in Regensburg, gibt ihm Recht. Sie verweist auf den Paragrafen 4 der Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen. Diese Vorschrift besagt, dass sich Fahrgäste so Verhalten sollen, wie es die Sicherheit gebietet. „Da es sich um eine ,insbesondere-Aufzählung’ handelt, ist es durchaus auch möglich, störendes Telefonieren zu untersagen“, sagt sie.

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In Regensburger Bussen darf telefoniert werden. Dennoch fliegen Quasselstrippen immer wieder raus.

Manchmal kommt die Polizei

Pressesprecher Gottschalk betont, dass es sich bei den Rausschmissen um Einzelfälle handelt. Im Laufe eines Jahres seien diese an einer Hand abzuzählen sind. Er bittet die Fahrgäste grundsätzlich um Rücksichtnahme aufeinander und auf den Busfahrer. Der umsichtige Umgang mit Gesprächen an Mobiltelefonen in den Bussen sei dafür nur ein Beispiel.

Die Rechtslage

  • Richtlinien:

    Paragraf 4 der Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen regelt auch das erforderliche Verhalten der Fahrgäste in Bussen.

  • Verhalten:

    Fahrgäste müssen sich demnach so verhalten, wie es die Sicherheit und Ordnung des Betriebs, ihre eigene Sicherheit und die Rücksicht auf andere Personen gebieten. Anweisungen des Betriebspersonals ist zu folgen.

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Auch die Polizei wird bisweilen zu Einsätzen in Bussen gerufen. Markus Damm, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberpfalz, sagt, dass es sich dabei sowohl um Unfälle handelt als auch um Fälle, in denen sich die Polizisten um rücksichtslose und rabiate Fahrgäste kümmern muss. Wie oft das vorkommt, konnte er nicht sagen.

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