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Auszeichnung

Hans-Weber-Preis für die „Erinnerer“

In diesem Jahr vergab die SPD den Preis an Journalisten Thomas Muggenthaler, Historiker Rainer Ehm und die Klasse 10b der Realschule am Judenstein.
von Daniel Steffen, MZ

Die Regensburger SPD um Joachim Wolbergs (vorn, links) und Gertrud Maltz-Schwarzfischer (hinten, 2. von links) beeehrte Moderator Thomas Muggenthaler (hinten, Mitte), den Historiker Rainer Ehm (ganz links ) und die Klasse 10 b der Realschule am Judenstein mit dem Hans-Weber-Preis. Fotos: Steffen

Regensburg.Sie zeigen gegen Rechts Flagge, indem sie die Erinnerung an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte lebendig halten: Thomas Muggenthaler, Journalist beim Bayerischen Rundfunk, der Historiker Rainer Ehm und die Klasse 10 b der Realschule Judenstein haben sich nach Auffassung der Regensburger Sozialdemokraten im besonderen Maße für die Aufarbeitung der NS-Geschichte engagiert. Der Hans-Weber-Preis, benannt nach dem Regensburger Widerstandskämpfer, langjährigen SPD-Stadtrat sowie früheren Bürgermeister, ging am Sonntag im „Leeren Beutel“ in ihre Hände über.

Bürgermeister Joachim Wolbergs, der durch die gut besuchte SPD-Veranstaltung führte, hob das Engagement der Preisträger hervor und hauchte dem Werk des 2003 verstorbenen „Genossen“ Leben ein. Unter anderem ging er auf das Wirken Webers im Zeichen des Widerstands gegen die NS-Diktatur ein: In dem er unter Todesgefahr weiterhin sozialdemokratische Flugblätter verteilte, habe er erfolgreich seine Stimme erhoben. Als „Verfemter“, der in eine Bewährungseinheit eingezogen wurde, habe Weber als Teil der berüchtigten 999. Division in Nordafrika nicht einen „einzigen Schuss abgegeben“. Ferner habe er als Zeitzeuge der nationalsozialistischen Verbrechen sowohl der jungen Generation gegenüber, als auch in Funk und Fernsehen, oft über die erlittene Verfolgung berichtet.

In dem Geiste Webers hätten auch die Preisträger gehandelt, sagte Wolbergs. Lobend erwähnte er den geschichtlichen Schwerpunkt, den BR-Moderator Thomas Muggenthaler häufig für seine längeren Sendungen setze. In drei Aufzeichnungen habe er den Widerstand ostbayerischer Sozialdemokraten gegen Hitler dokumentiert. Mit seiner Sendung „Ich war ein Moorsoldat – Hans Webers Kampf gegen den Nationalsozialismus“, die am 12. November 2000 ausgestrahlt wurde, habe sich Muggenthaler sogar dem Preis-Namensgeber persönlich gewidmet. Mit seinen Themen habe er sich tiefgreifend auseinandergesetzt. Er sei einer jener Journalisten, die „nicht auf die schnelle Schlagzeile bedacht“ seien. Für ihr Projekt zum Thema „80 Jahre Bücherverbrennung“ verdiente sich die Klasse 10b der Realschule am Judenstein den Hans-Weber-Preis. Dass an das Thema eine Gedenktafel am Neupfarrplatz erinnert, sei ihr zu verdanken, so Wolbergs. Er erinnerte auch an einen Flashmob auf dem Neupfarrplatz sowie an eine Ausstellung in der Staatlichen Bibliothek, bei der sich die Schüler dem Thema Bücherverbrennung angenommen haben. Stellvertretend für die Klasse nahm Klassenlehrer Peter Spateneder den Preis entgegen. Dritter Preisträger ist Rainer Ehm, Kurator des Donau-Schiffahrts-Museums Regensburg. Er habe sich insbesondere die Geschichte der regionalen Sozialdemokratie und der Gewerkschaften auf die Fahnen geschrieben, würdigte Joachim Wolbergs. Sein Engagement als Landesschriftführer und Gedenkstättenbeauftragter der „Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten“ (AvS) hob er ausdrücklich hervor. Die AvS habe sich nicht nur als Mahner und Erinnerer innerhalb der SPD, sondern auch aus „Vermittler nach außen“ verstanden.

Musikalisch untermalten die Veranstaltung Lisa Göttl (Gesang), Michael Schwarzfischer (Schlagzeug) und Valentin Pilhofer (Piano).

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