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Hartls Rückzug „light“

Ein Kommentar von Ernst Waller, MZ

Norbert Hartl tritt von seinen Ämtern zurück. Behauptet er zumindest. Aber es ist kein ernstzunehmender Rücktritt; es ist lediglich ein halbherziger Rückzug, der bei weitem nicht ausreicht.

Sein Teilrückzug ist zu begrüßen. Doch sein Schritt kommt zu spät – viel zu spät. Zu lange schon ist er der Öffentlichkeit, seinen Stadtratskollegen und seiner Partei auf der Nase herumgetanzt. Den Zeitpunkt für einen halbwegs ehrenhaften Abgang hat der SPD-Mann längst verpasst.

Spätestens als sein unsägliches Mail mit Infos über die Ausschreibung zur Nibelungenkaserne an den Bauunternehmer Tretzel bekannt wurde, hätte der SPD-Fraktionschef die Konsequenzen ziehen müssen. Stattdessen hatte er vollmundig verkündet, die „Verantwortung“ für was auch immer übernehmen zu wollen.

Jetzt also sein „Rücktritt“, garniert mit einer „persönlichen Erklärung“, die nicht einmal den Anflug eines Unrechtsbewusstseins erkennen lässt. Natürlich ist sich Norbert Hartl keiner Schuld bewusst.

Der Mann geht als SPD-Fraktionschef und legt einige Posten nieder, andere will er behalten. Vor allem aber will Hartl Mitglied der SPD-Fraktion bleiben. Dabei kann er sein Stadtratsmandat nach einer neuen Regelung wesentlich leichter als früher abtreten. So wird Hartl auch künftig bei wichtigen Entscheidungen mitreden und über Bauprojekte abstimmen. Dieser Rückzug „light“ ist zu wenig für einen Neuanfang. Deshalb muss die SPD-Fraktion Norbert Hartl notfalls aus ihren Reihen ausschließen.

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