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Brauchtum

„Hauruck“-Lied für Maibaum-Rebellinnen

14 starke Frauen aus Prüfening sorgten 2012 für Rauschen im Blätterwald. Nun spielen sie in den Studios von Günther Behrle eine „Maibaum“-CD ein.
Von Helmut Wanner, MZ

  • „Wir stell’n den Maibaum auf, denn heut’ sind wir gut drauf.“ Am kommenden 1. Mai singen das die rebellischen Maibaum-Frauen von Prüfening. Günther Behrle („Patrona Bavariae“) schrieb ihnen den Titel auf den Leib. Die „wilden 13“ um Ellen Bogner (Vierte von rechts) freuen sich.Foto: MZ-Archiv/Steffen
  • Frauen erklimmen eine der letzten Männerdomänen. Foto: dpa

Regensburg.Alice Schwarzer gilt ja nicht unbedingt als Freundin konservativen bayerischen Brauchtums. Aber im Mai 2012 fand das schöne Maibaum-Aufstellen im Regensburger Ortsteil Prüfening einen Widerhall in der Zeitschrift der deutschen Feministinnen. „Wir wollen nicht nur am Herd stehen und Kinder kriegen. Wir wollen in die erste Reihe!“, wird CSU-Stadträtin Ellen Bogner in der „Emma“ zitiert.

Grund des ungewöhnlichen Medienechos: Die Prüfeninger Maibaumfrauen hatten gegen den Widerstand des örtlichen Fischer- und Trachtenvereins die letzte Männerdomäne geknackt, Lederhosen angezogen und gegenüber dem „Goldenen Hirschen“ eine 17 Meter hohe Fichte aufgestellt.

Als „Maibaum-Rebellinnen von Regensburg“ machten die Frauen Schlagzeilen. Von „Bild“ bis „SZ“ orgelten die Medien die Schmunzel-Geschichte von den „wilden 13“ aus Prüfening.

Mit diesem überwältigenden Echo hatte die Chefin der Prüfeninger Maibaumfrauen, Ellen Bogner, nicht gerechnet. Und, hast du Töne? Es kommt heuer noch besser: Vor ihrem 3. Maibaum-Aufstellen hat der Regensburger Erfolgsproduzent Günther Behrle („Patrona Bavariae“) in seine Wort- und Melodienschatzkiste gegriffen und extra für Ellen Bogner und ihre Mädels das Maibaumlied komponiert, eine Art Hymne auf die Powerfrauen, die sie am 1. Mai live auf dem Platz singen werden: „Wir stell’n den Maibaum auf, denn heut sind wir gut drauf. Wir schaffen’s ganz bestimmt, auch wenn wir Frauen sind.“ Männer, so heißt es in der ersten Strophe, die braucht man nur zum Küssen, „des dürfen alle wissen“.

Der neue Baum ist 20 Meter lang

Diese musikalische Unterstützung ist auch hilfreich, denn: So lang war der Prüfeninger Maibaum nie. Mit seinen 20 Metern überragt er den Baum vom 1. Mai 2012 um drei volle Meter. Da brauchst ein Schmalz! Vor sechs Wochen wurde er in den Wäldern um Eilsbrunn gefällt und mit einem Rückewagen auf die Donaufähre transportiert und nach Prüfening gefahren, von Männern übrigens. Auch die Ausstattung des Maibaums wird komplett neu. Eine Künstlerin, die bereits einen Regensburger Mai-Dult-Krug gestaltet hat, bemalt die Tafeln.

Nahezu parallel dazu wurde im „La Villetta“ am Roten Brachweg Mitte März die Idee zum Maibaumlied geboren. Zufällig saßen Behrle mit Frau und Bogner mit Freunden zusammen und spontan warf der Komponist und Texter die Lied-Idee auf den Tisch. Nach einem weiteren Vier-Augen-Gespräch in seinen Flamingo-Studios in der Landshuter Straße wurde das Projekt festgeklopft. Die Lyrics hat er schon. An diesem Wochenende spielt Behrle die Melodie ein und schickt sie zu seinem Arrangeur. In der nächsten Woche gehen die Maibaumfrauen ins Studio.

„Weil ich jetzt meine eigenen Labels habe und den entsprechenden Vertrieb, muss ich keinen mehr fragen und kann produzieren, was ich will“, freut sich Günther Behrle über sein Gaudi-Projekt. Die Nummer kommt als CD heraus und wird zum 1. Mai im „Goldenen Hirschen“ zu haben sein.

Sie wollen mehr als Kranzlbinden

Die Maibaumfrauen werden Behrles neues Mailied live anstimmen: „Die Muckis lass ma tanzen, weil wir kein Training schwanzen, jetzt fang ma richtig an, und zeig’n, was Frau so kann.“ Und das ist nicht nur Kranzbinden. Ellen Bogner: „Das machen wir nebenbei.“

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