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Brauchtum

„Heiliger Martin“ begeisterte Regensburg

Gemäß Legende teilte er seinen Mantel und half einem Bettler in tiefer Not. Das Schauspiel gab es auf dem Haidplatz zu sehen.
Von Daniel Steffen

Der symbolische Augenblick: Der Heilige Martin (gespielt von Ole Bosse) teilt auf dem Haidplatz seinen Mantel.  Foto: Steffen
Der symbolische Augenblick: Der Heilige Martin (gespielt von Ole Bosse) teilt auf dem Haidplatz seinen Mantel. Foto: Steffen

Regensburg.Manch Brauchtum verliert auch nach etlichen Jahren nicht an Bedeutung: Eines ist zweifelsohne die Legende vom Heiligen Martin, wie er gemeinsam mit mehreren Soldaten am Stadttor von Reims auf einen fast unbekleideten Bettler trifft und diesem aus höchster Not hilft. Trotz des eisigen Winters, der herrschte, griff er zu seinem Schwert und teilte damit seinen Mantel, um eine Hälfte davon dem Bettler zu geben.

Diese Geschichte wird bis heute gern nacherzählt – und in Regensburg kümmert sich der Verein Mähnenwind darum. Gemeinschaftlich mit den Organisatoren vom Verein Faszination Altstadt stellte er auch in diesem Jahr ein Schauspiel auf die Beine, bei dem Kinder wie Erwachsene gleichermaßen gern zuschauen. Am Sonntag diente als Kulisse der Haidplatz, der aufgrund seiner Geräumigkeit den Vorteil mit sich brachte, dass das Stück von mehreren Seiten gut beobachtet werden konnte.

Eine Rolle, die ihm gefällt

In die Hauptrolle des Heiligen Martin war Ole Bosse geschlüpft – und dies äußerst gern: „Als Kind bin ich dem Heiligen Martin selbst hinterhergelaufen. Jetzt für die Kinder den Martin zu machen, ist richtig toll“, sagte Bosse. Auch vertritt er die Ansicht, dass der Heilige Martin den Status eines „Kindheitshelden“ habe.

Daniel Zimpel schlüpfte in die Rolle des Bettlers.  Foto: Steffen
Daniel Zimpel schlüpfte in die Rolle des Bettlers. Foto: Steffen

Der – weniger beneidenswerten – Rolle des Bettlers hatte sich Daniel Zimpel angenommen. Um möglichst authentisch auszusehen, musste er sich einen Kartoffelsack überziehen und barfuß über das kalte Regensburger Pflaster laufen. Dafür kam seine Rolle umso besser an. „Wenn die Leute einen so wehleidig ansehen, dann ist das toll“, sagte Zimpel.

An die 250 Zuschauer waren es, die das Schauspiel verfolgten. Ihre Sympathie galt auch dem dritten und einzigen tierischen Darsteller des Abends: Araberhengst Tarik ließ sich in aller Seelenruhe streicheln und war gewissermaßen der Blickfang des Abends.

Der Martinstag

  • 11. November:

    Das Datum des Martinstags (auch: Sankt-MartinsTag) ist von der Grablegung des Bischofs Martin von Tours am 11. November 397 abgeleitet. Der Martinstag ist in von zahlreichen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgansessen, der Martinszug und das Martinssingen.

  • Schauspiel:

    Das Schauspiel fand schon am Sonntag statt, damit es viele Zuschauer sehen konnten.

„Trag ein Licht in dir“

Auch stimmten Akteure und Zuschauer gemeinsam in zwei Lieder ein. Eins davon war „Trag ein Licht in dir“, das ursprünglich aus Frankreich stammt und den Originaltitel „Bless the Lord, my Soul“ trägt. „Schade, das sind keine klassischen Kindergartenlieder heute“, kommentierte dies Zuschauer Frieder Kees aus Donaustauf. Sonst habe ihm aber der Martins-Auftritt „sehr gut“ gefallen. Und auch, dass es im Anschluss leckere Lebkuchen-Oblaten für das Publikum gab. Was nicht stattfand, war der Umzug des Heiligen Martin durch die Stadt. Warum nicht, erklärte Julia Schruff vom Verein Mähnenwind: „Ein Umzug ist nicht gut zu kontrollieren. Und wir wollten, dass die Kinder den Heiligen Martin und das Pferd die ganze Zeit gut sehen können.“

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