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Hier kommt der Jahn-Turm hin

Im „Jahnwirt“ stellte die Planungsgruppe ihre Idee eines neuen Stadion-Treffpunkts vor. Sie erntete breite Zustimmung.
Von Daniel Steffen, MZ

  • Die Planungsgruppe präsentierte ihre Vision von einer Replik des Jahn-Turms als Erinnerung an die Vereinsgeschichte. Visualisierung: Johannes Zettel
  • Am alten Jahn-Turm traf sich der Kern der Fanszene. Foto: regensburg1889.de

Regensburg.Weht bald ein Hauch von Nostalgie durch die moderne Continental-Arena? Geht es nach den Jahn-Fans, dann soll dies „besser heute als morgen“ der Fall sein. Mit einem kräftigen Applaus signalisierten sie am Freitag im Lokal „Jahnwirt“ ihre Zustimmung zum Vorschlag der Projektgruppe „Jahn Turm“. Diese setzt sich damit auseinander, wie das einstige Wahrzeichen des Jahnstadions in das Umfeld der Continental-Arena integriert werden könnte.

Nach Auffassung der anwesenden Fans wurde nun eine optimale Lösung gefunden, die sich sehen lassen kann. Angedacht ist, die Replik des alten Jahn-Turms außerhalb des Stadions zu platzieren –und zwar an der Südost-Seite, nahe der großen Haltebucht für die Fan-Busse. Mit dem Standort sei man ganz in der Nähe der Jahn-Geschäftsstelle sowie der Hans-Jakob-Tribüne, argumentierte die Projektgruppe.

Ein neuer Treffpunkt

Mit dem neuen Turm soll auch das Fehlen eines Treffpunkts am neuen Stadion kompensiert werden. So ist angedacht, direkt am Turm einen Platz zu gestalten, auf dem sich die Jahn-Fans begegnen können. Dieser Platz soll mit Sitzstufen und Bänken ausgestattet werden, die für Aufenthaltsqualität sorgen. „Die Stufen repräsentieren die Gegengerade des alten Stadions“, sagte Johannes Zettel, der als Architekt mit dem Entwurf und der Visualisierung betraut wurde. Rund 150 Fans finden auf den angedachten Sitzstufen sowie auf den gegenüberliegenden Bänken Platz. Als Baumaterial sind für die Bänke Holzbohlen auf Beton vorgesehen.

Damit nicht genug: Jeweils links und rechts neben den sechs Bänken sollen Info-Stelen angebracht werden, die sowohl den Jahn-Anhängern als auch den Gäste-Fans Auskunft über die Geschichte des SSV Jahn geben.

Wie Jahn-Archivar Dr. Wolfgang Otto anmerkte, seien „Jahn-typische Assoziationen“ vorgesehen –und zwar in Form einer kurzen Übersicht mit eingravierten Informationen, die man im Vorüberschlendern lesen kann.

Die Zahl der Stelen ist alles andere als Zufall: Sie steht für die elf Jahn-Spieler auf dem Platz sowie den „zwölften Mann“ – das begeisterte Publikum. Alle Aspekte zusammengenommen, sei das Konzept „deutschlandweit einmalig“, betonte der Planer Johannes Zettel. Die Breite des vorgesehenen Platzes bezifferte die Projektgruppe auf „sieben bis zehn Meter“. Der neue Turm indes habe die Maße des Originals.

Fans hatten mehrere Anregungen

Da die Turmhöhe etwa sechs Meter beträgt, habe die Projektgruppe das Bauwerk nicht oberhalb der Sitzbänke platziert. „Es könnte möglicherweise Probleme geben, wenn der Turm höher als die Franz-Josef-Strauß-Allee nebenan ist“, hieß es. Ferner regte ein Fan an, den Turm in der Mitte der Sitzbänke zu positionieren.

Auch das Thema Multimedia hat die Projektgruppe für ihr Vorhaben auf dem Schirm. So sollen Fußball-Fans die Möglichkeit bekommen, über QR-Codes weitere Informationen zur Vereinsgeschichte lesen zu können – etwa an den Stelen. Offen ist noch, wie sich die Spielstandanzeige am Jahn-Turm gestaltet. So schlug der Fan-Beauftragte Johannes Fuchs vor, am Turm hohe Jahn-Heimsiege über mehrere Tage anzuzeigen. Er nahm aber auch die Anregung mit, bei den Heimpartien den aktuellen Spielstand am Turm anzuzeigen. Wie das technisch möglich sei, müsse noch geklärt werden.

Kosten sind noch unklar

Über die zeitliche Realisierung des Turms konnte die Projektgruppe noch keine Angaben machen, zumal es sich um ein grobes Konzept handele, für das die Kosten noch nicht ermittelt worden seien. Johannes Baumeister, vormaliger Finanz-Chef beim SSV Jahn, sagte: „Das Thema Kosten haben wir zunächst ausgeklammert. Das wäre jetzt der zweite Schritt, der zu tun ist. Ebenso stellt sich die Frage: Wie sieht es aus mit Fördermitteln – auch auf privater Ebene?“ Klar sei allerdings, dass ein „nicht unerheblicher Anteil“ der Kosten beim Verein bleibe.

Abschließend betonte Johannes Fuchs, dass es die Projektgruppe ablehne, aus dem neuen Jahn-Turm eine „Marketinggeschichte“ zu machen. „Der Jahn soll stets im Mittelpunkt stehen“, sagte er. Fuchs hofft, mit dem Jahn-Turm schon bald ein Manko des neuen Stadions ausgleichen zu können.

„Viele identifizieren sich mit der Continental Arena, haben aber als Fußball-Fans auch ein nostalgisches Grundbedürfnis, das die neue Arena noch nicht befeuern kann.“ Das sei erst „in 20 oder 30 Jahren“ der Fall. Mit der Turm-Replik könne man diese Lücke jedoch heute schon schließen, ist Fuchs überzeugt.

Mehr Infos rund um den SSV Jahn lesen Sie hier.

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Der alte Jahn-Turm bleibt, wo er ist

  • Der alte Jahn-Turm

    steht nun an der Baustelle der neuen Kreuzschule. Er soll vor Ort an die sportliche Geschichte des Platzes erinnern. Teile der Innenausstattung der früheren Gaststätte Jahntribüne sind derzeit im Historischen Museum gelagert.

  • Entstanden ist der Jahn-Turm

    1949 bei der erstmaligen Stadionerweiterung an der Prüfeninger Straße. Er war mit einer analogen Uhr und Spielstandsanzeige ausgestattet. Erst 1988 wurde die Spielstandsanzeige digitalisiert.

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