MyMz
Anzeige

Soziales

Hilfe für Frühchen in Regensburg

Jona hat überlebt. Das Frühchen erhielt besondere Unterstützung. Für die Helfer gibt es ein Konzert im Regensburger Audimax.

Jona schläft zufrieden auf dem Bauch seiner Mutter. Foto: Allgeyer
Jona schläft zufrieden auf dem Bauch seiner Mutter. Foto: Allgeyer

Regensburg.In seinem gestreiften Strampler liegt Jona auf dem Bauch seiner Mama. Julia Geisler (die Namen der Familie sind erfunden) streichelt über den Rücken ihres Sohnes. Neben ihr sitzen ihr Mann Klaus und Claudia Matok von der Harl.e.kin-Nachsorge. Seit Monaten sind die Vier eine Schicksalsgemeinschaft. Jonas Geschichte und wie er im Leben blieb, verbindet sie. Es ist die Geschichte eines Wunders – so sehen es Julia und Klaus Geisler.

Am Anfang waren wir oft unsicher.“

Julia Geisler, Jonas Mutter

Jona wurde Mitte Februar in der Klinik St. Hedwig geboren; viel zu früh. Der errechnete Geburtstermin wäre im Juni gewesen. Da Frühchen und ihre Eltern nach dem Krankenhausaufenthalt häufig besondere Unterstützung brauchen, kommen die Kinderkrankenschwester Claudia Matok und Luise Michalik zu den Geislers nach Hause.

So funktioniert Harl.e.kin

Luise Michalik vom Mobilen Dienst der Interdisziplinären Frühförderstelle Regensburg und Claudia Matok sind Mitarbeiterinnen von Harl.e.kin, dem Nachsorge-Angebot der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg für früh- und risikogeborene Kinder. Die Harl.e.kin-Nachsorge bietet eine Begleitung rund um die Entwicklung frühgeborener Babys an. Die Eltern und ihr Kind erhalten umfassende Unterstützung. Das Angebot der Nachsorge: Ein Tandem – die den Eltern vertraute Kinderkrankenschwester aus der Klinik und eine Fachkraft aus der Frühförderung – hilft beim Übergang von der stationären Versorgung im Krankenhaus nach Hause. Seit zehn Jahren gibt es das Angebot in Regensburg. In dieser Zeit wurden rund 1000 Kinder betreut, fast die Hälfte davon mit unter 1500 Gramm Geburtsgewicht. Eines dieser Kinder ist Jona.

„Am Anfang waren wir oft unsicher“, erzählt Jonas Mama. „Zuerst waren im Krankenhaus all diese Monitore um ihn herum und dann ist er zuhause und soll das plötzlich alles nicht mehr brauchen? Das konnten wir einfach nicht glauben.“

Claudia Matok ist zuversichtlich: „Vom ersten Besuch zu heute gibt es deutliche Fortschritte. Die Eltern sind ausgeglichen und so dankbar für alles – auch die kleinen Hilfen. Und wir freuen uns jedes Mal, wenn wir sehen, dass unsere Ratschläge umgesetzt werden“, sagt Matok. Die Geislers erinnern sich gut an die Nacht nach der Geburt: „Wir hatten uns schon verabschiedet und konnten doch nicht loslassen“, sagt Klaus Geisler. „Da war schon die Archeschale, wo die Kleinen reinkommen, um sie zu taufen und zu verabschieden“, erzählt Julia Geisler. In der 24. Schwangerschaftswoche geboren, hatte Jona ein Geburtsgewicht von 680 Gramm.

Die drei Monate in der Klinik waren für die Eltern eine unsagbar belastende Zeit. Und doch haben sie als Team mit den Ärzten und Schwestern alles getan, um Jona zu versorgen.Die ersten zwei Wochen stellt die Klinik Mutter und Vater ein Familienzimmer zur Verfügung, damit sie nah bei ihrem Sohn sein können. „Kein Krankenhaus hätte uns besser helfen können“, ist Klaus Geisler überzeugt, „denn die Klinik ist ein Perinatalzentrum Level 1.“ Dem Chefarzt Professor Dr. Hugo Segerer sind Julia und Klaus Geisler unendlich dankbar. Auf ihn haben sie sich verlassen, wenn es um die medizinische Behandlung und Versorgung von Jona ging.

Benefizkonzert am 13. September

Als Professor Segerer Jona entlässt, sagt er den Eltern, Jona habe keine Komplikationen entwickelt. Was er momentan beurteilen könne, sei, dass der Junge keine bis nur leichte Auswirkungen in der Entwicklung haben werde. „Es gibt aktuell keinen Anhaltspunkt dafür, dass irgendein Schaden entstanden ist“, so Segerer.

Professor Segerer freut sich, dass das Deutsche Kinderärzte-Orchester ein Benefizkonzert am 13. September um 19.30 Uhr im Audimax der Universität Regensburg veranstaltet. (Einlass ab 19 Uhr). Der Reinerlös des Konzerts ist für die Harl.e.kin-Nachsorge Regensburg sowie den Bunten Kreis Kuno Familiennachsorge Regensburg bestimmt. Anmeldung und weitere Infos unter: www.kiäo.de.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht