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Geschichte

Historische Krimi-Jagd durch Regensburg

Das vergangene Regensburg ist voll von Legenden, Mythen und Schätzen. Wer genau hinsieht, entdeckt den nächsten Hinweis.
Von Angelika Lukesch

Eine Stadtführung der besonderen Art erlebt MZ-Autorin Angelika Lukesch. Foto: Wabra
Eine Stadtführung der besonderen Art erlebt MZ-Autorin Angelika Lukesch. Foto: Wabra

Regensburg.Eine knifflige Aufgabe für Lorenz Baibl, Leiter des Amtes für Archiv- und Denkmalpflege, und MZ-Autorin Angelika Lukesch. Sie jagten einen fiktiven Verbrecher, der die historische Plätze der Stadt zerstören will. Der Mittelbayerische Shop bietet diese Jagd als besondere Stadtführung: Es gilt einen Code zu finden, um den fiktiven Verbrecher abzuhalten, Regensburger Plätze zu zerstören.

Das Stadttheater gibt den ersten Hinweis

Am Bismarckplatz startet die Geheimmission von Stadtarchivar Lorenz Baibl und MZ-Autorin Angelika Lukesch. Der Blick schweift herum und im Heftchen „Spurensuche-Geheimmission“ suchen die Agenten nach den Anweisungen zum ersten handfesten Hinweis auf den Kriminellen, der mit einem gefährlichen Gerät Regensburgs alte Plätze zerstören will.

Es ist ein geistesgestörter Wissenschaftler, der „ seit vielen Jahren den ehemaligen Oberbürgermeister Klaus Weidinger als ungeliebter Fan verfolgt und mit spektakulären Aktionen beeindrucken will.

Das Stadttheater gibt den ersten Hinweis. Foto: Lukesch
Das Stadttheater gibt den ersten Hinweis. Foto: Lukesch

Er droht, sämtliche geschichtsträchtigen Plätze von Regensburg mit seismischen Rüttlern dem Erdboden gleich zu machen, falls sein Idol nicht endlich den Platz in der Geschichte erhält, der ihm, seiner Meinung nach, zusteht“.

Es gibt 23 Hinweise, wie man den Code findet, um den seismischen Rüttler zu deaktivieren. Hinweis Nummer 1 führt zum Theater. Der Giebelaufsatz zeigt eine Lyra, zwei Delfine und ...?

Eine Stadtführung der besonderen Art

  • Geschichte:

    Regensburg ist eine Stadt, in der es viele historische Gebäude, Straßen und Plätze zu erkunden gibt. Man kann eine klassische Stadtführung mitmachen oder an einer Erlebnisführung teilnehmen. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit.

  • Spurensuche:

    Im MZ-Shop gibt es eine Anleitung für eine Stadtführung der besonderen Art zu kaufen. Sie heißt „Spurensuche – Geheimmission“. Es geht um eine Geschichte, in der von einer kriminellen Person die Rede ist, die die historischen Plätze der Stadt zerstören will.

  • Geheimcode:

    Der Geheimcode, mit dem man die mysteriöse Rüttelmaschine stoppen kann, mit deren Hilfe die Plätze zerstört werden, muss jedoch erst gefunden werden. Dazu muss man den Hinweisen nachgehen und Wörter und Zahlen herausfinden, die, in eine Art Rätsel eingetragen, den Code verraten. Die Hinweise führen durch die ganze Altstadt und zeigen dem Agenten auf Geheimmission versteckte und unentdeckte Inschriften, Skulpturen, Fassaden und rätselhafte Refiefs. Diese besondere Stadtführung eignet sich auch für Familien mit Kindern. Sie dauert zwei Stunden.

Eine ungewöhnliche Rechenaufgabe

Vom Bismarckplatz aus werden die Agenten in die Drei-Mohrenstraße und von hier in die Ludwigstraße geschickt. Am Haus des Kunst- und Gewerbevereins findet sich eine Jahreszahl, die gar nicht so leicht zu entdecken ist, da sie etwas versteckt ist. Weiter geht es zum Haidplatz. Dort, am Goldenen Kreuz ist der nächste Hinweis auf den Geheimcode verborgen.

Eine ungewöhnliche Rechenaufgabe. Foto: Lukesch
Eine ungewöhnliche Rechenaufgabe. Foto: Lukesch

„Karl V. + Barbara die Schöne = ?“ lautet der Hinweis. Das ist nun aber ziemlich leicht, denn die Summe aus dieser Verbindung beziehungsweise das Produkt ist Don Juan von Österreich. Dessen Profilbild ist auf der Wand des Goldenen Kreuzes abgebildet, zusammen mit einem kurzen Abriss seiner Geschichte.

Das Goldene Kreuz hat übrigens schon goldene Zeiten hinter sich. Gäste des geschichtsträchtigen Hauses beziehungsweise des Hotels waren gekrönte Häuper: Kaiser Karl V., Kaiser Franz Joseph von Österreich. König Ludwig I. von Bayern, König Ludwig II. von Bayern und Kaiser Wilhelm I.

Wie viele Zinnen haben zwei Türme?

Die Geheimagenten folgen weiter den Anweisungen im Heft. Es geht zum Rathausplatz, dort muss ein großes Tier entdeckt und damit verbunden eine Zahl gefunden werden, ehe es zum Roten Herzfleck und dann in das Scheugässchen geht. Auf dem Spielplatz toben die Kinder herum, denn dieser Ort ist ein beliebter, geschützt gelegener Altstadt-Treffpunkt für junge Mütter und Väter mit ihren Kindern.

Wie viele Zinnen haben zwei Türme Foto: Lukesch
Wie viele Zinnen haben zwei Türme Foto: Lukesch

Der Blick der Agenten schweift herum und sucht die Geschlechtertürme, die hier sehr prominent im Blickfeld stehen. Wieder muss fleißig gezählt und gerechnet werden. Wie viele Zinnen hat jeder Geschlechterturm? Tja – klingt leicht, hat aber seine Tücken: Zählt eine Ecke als eine oder als zwei Zinnen? Die Frage wird gelöst und die Rechenaufgabe (Multiplikation) schließlich gelöst. Geschlechtertürme wurden übrigens als Statussymbol der politisch-wirtschaftlichen Oberschicht in spätmittelalterlichen Städten errichtet.

Denkmal

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Zacken, Federn und Punkte zählen

Der Weg zur Lösung des Rätsels und zur Erlangung des Geheimcodes führt weiter in Richtung Donau. Weingasse und Zandtengasse werden passiert, ehe es zur Keplerstraße geht. Hier muss eine Inschrift gesucht werden, die Aufschluss gibt über einen Mann, der in diesem Haus geboren wurde, lebte und auch starb. Dieser Mann muss ein Tausendsassa gewesen sein, denn er hatte gleich mehrere Berufe.

Zacken, Federn und Punkte zählen Foto: Lukesch
Zacken, Federn und Punkte zählen Foto: Lukesch

Einer davon wird gesucht. Von hier aus geht es weiter über den Eisernen Steg zur Badstraße. Doch erst muss ein Blick zurückgeworfen werden auf die Kirche St. Oswald. Wer genau hinsieht, entdeckt hier mehrere Wappen aus Stein, die außen am Kirchenschiff angebracht sind. Federn und Zacken und Punkte spielen bei diesen Wappen eine Rolle. Zwei Zahlen müssen voneinander abgezogen und das Ergebnis mit 3 multipliziert werden. Taschenrechner sind nicht erlaubt!

Wahre Nächstenliebe beseelte das Häuschen

Von der Badstraße aus geht es weiter in Richtung Steinerne Brücke. Bei der Müllerstraße muss ein alter Lastenaufzug gefunden werden. Von dort aus geht es zur Rampe der Steinernen Brücke. In der Mitte der Steinernen Brücke fällt der Blick auf ein herausragendes Bauwerk, das nicht zu übersehen ist.

Wahre Nächstenliebe beseelte das Häuschen Foto: Lukesch
Wahre Nächstenliebe beseelte das Häuschen Foto: Lukesch

Weiter geht es mit einigen Hinweisen kniffliger Art bis zum Obermünsterplatz. Hier wird an Appollonia Diepenbrock erinnert, die von 1845-1880 in diesem Haus aus Nächstenliebe ein Heim für alleinstehende kranke Frauen betrieb. Doch wie heißt das Häuschen bloß?

Bei den Vögeln ist die Lösung nah

Der Weg der Geheimagenten Lorenz Baibl und Angelika Lukesch führt durch die ganze Innenstadt. Der Neupfarrplatz mit dem Karavan-Kunstwerk wird gestreift, der Kohlenmarkt mit seinen mysteriösen Himmelskörpern, der Kassians-platz, auf dem ein Hinweis auf die Glücksspirale versteckt ist. Auf dem Emmeramsplatz müssen Knöpfe gezählt und am Ölberg Tiere gefunden werden. Tatsächlich sitzen Vögel auf einer Säule.

Bei den Vögeln ist die Lösung nah Foto: Lukesch
Bei den Vögeln ist die Lösung nah Foto: Lukesch

Noch eine Biegung um die Ecke und der letzte Hinweis, ein Relief mit ungewöhnlichem Inhalt, ist zu sehen. Jetzt die Ergebnisse eintragen und den Code knacken. Die Regensburger Plätze sind gerettet.

Weiterführende Links:

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