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Hundehalter suchen nach Tierquäler

In Regensburg treibt ein Hundehasser sein Unwesen. Hundebesitzer sind alarmiert und stellen eine Belohnung in Aussicht.
Von Sarah Höger

Für den Tipp, der zum Täter führt, hat Winkler eine Belohnung von 500 Euro in Aussicht gestellt. Foto: Sarah Höger
Für den Tipp, der zum Täter führt, hat Winkler eine Belohnung von 500 Euro in Aussicht gestellt. Foto: Sarah Höger

Regensburg.Beim Gassi-Gehen läuft die Angst mit bei Gerd Winkler. Wenn der 57-Jährige mit seiner Hündin Lilly entlang des Reinhausener Regenufers spazieren geht, könnte überall der Tod für seinen Vierbeiner lauern.

Innerhalb weniger Tage sind laut Winkler drei Hunde verendet, weil ein Hundehasser tödliche Köder ausgelegt hat. Tatorte: Beliebte Gassi-Strecken entlang der Donau und des Regens. Die Polizei ermittelt, ihr sind bisher zwei getötete Hunde gemeldet worden. Inzwischen seien einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, bestätigte Thomas Hasler von der Regensburger Polizeiinspektion Nord.

„Eine heiße Spur auf den oder die Täter gibt es allerdings noch nicht“, sagte er und appellierte an Hundehalter, ihre Hunde weiterhin an der Leine zu führen, weiter aufmerksam zu bleiben und Verdächtiges sofort der Polizei zu melden.

500 Euro Belohnung

Die beiden der Polizei gemeldeten verendeten Hunde hätten schon kurz nach dem Gassi-Gehen Symptome gezeigt und waren nur wenig später gestorben. Der Tierarzt habe dann jeweils den Tod mutmaßlich durch Vergiftung durch Tabletten festgestellt, erklärte Hasler. „Jeder Hundebesitzer weiß, dass das ein Albtraum ist. Für manche sind ihre Hunde ein Partner- oder Kinderersatz, in jedem Fall gehören sie aber zur Familie. So ein qualvoller Tod ist einfach schrecklich“, sagt Winkler, der in Steinweg wohnt und die neu angelegte Strecke am Regen entlang des Hochwasserschutzes als Gassi-Strecke schätzt.

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Um den Hundehasser zu fassen, ist er nun selbst aktiv geworden: Zusammen mit anderen Hundehaltern hat er eine Belohnung von 500 Euro für einen heißen Tipp, der zum Täter führt, in Aussicht gestellt. Entsprechende Aushänge hat er entlang der betroffenen Gassi-Strecken an Bäumen, Bänken und Säulen angebracht. „Vielleicht hat der Täter ja damit geprahlt oder sich mal verplappert. Die Belohnung soll hier als Ansporn dafür dienen, das Richtige zu tun und sich bei der Polizei zu melden, sollte man Hinweise auf den Täter haben“, hofft Winkler.

„Jeder Hundebesitzer weiß, dass das ein Albtraum ist.“

Gerd Winkler

Außerdem könnten die Aushänge auch eine abschreckende Wirkung auf den Täter haben. Man kennt sich unter Hundehaltern am Regen und an der Donau, in WhatsApp-Gruppen und auf Facebook werden Erfahrungen und Warnungen vor Ködern ausgetauscht. Auch während des Gassi-Gehens sprechen sich Hundebesitzer immer wieder gegenseitig an und geben die Warnung vor den Ködern weiter.

Immer wieder sorgen Hundehasser in Regensburg für Angst unter Hundebesitzern. Rasierklingen, Tabletten oder Gift werden in Leberkäse-Stückchen oder Leberwurst versteckt und an beliebten Gassirunden drapiert, die Hundehalter haben dann kaum eine Chance schnell zu reagieren, sobald ein Hund den Köder aufgespürt und mit dem Maul aufgenommen hat.

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Winkler fordert Rücksichtnahme

„Auch für Kinder können die Köder ja eine Gefahr sein. Alle Hundebesitzer sind extrem aufmerksam zur Zeit, man sieht kaum noch Hunde ohne Leine“, sagt Winkler. Er kann sich vorstellen, dass der Hundehasser vielleicht ein genervter Jogger oder Radfahrer sein könnte, oder aber ein Spaziergänger, der sich an den vereinzelten nicht weggemachten Hinterlassenschaften mancher Hunde stört.

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„Klar, hier auf dem Weg ist immer was los, da wird es manchmal eng. Aber wenn wir alle aufeinander achtgeben und rücksichtsvoll sind, funktioniert es doch“, sagt Winkler.

Zeugen, die entlang der oben beschriebenen Gebiete verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich an die ermittelnde Polizeiinspektion Regensburg Nord unter der Telefonnummer 0941/506 2222 zu wenden.

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