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Fussballfans

Ihre Herzen schlagen für den BVB

Wenn am Samstag die Bayern gegen Dortmund antreten, werden Daniel Börner, Manuel Grötsch und Michael Taube in Regensburg die Westfalen anfeuern.
von Daniel Steffen, MZ

Daniel Börner (31) lebt seit schon seit 1989 in Regensburg. Er hat kürzlich einen BVB-Fanclub gegründet. Fotos: Daniel Steffen

REGENSBURG. Der 19. Dezember 2012: Der Tag war nicht nur der 103. Geburtstag der Borussia aus Dortmund, sondern auch die Geburtsstunde des BVB-Fanclubs Regensburg: „Wir waren schon immer ein paar Leute von der Arbeit, die sich regelmäßig zum Fußballgucken getroffen haben. Schon bald hat sich herausgestellt, dass es hier noch mehr Dortmund-Fans gibt und dann haben wir den BVB-Fanclub gegründet“, sagt Daniel Börner, der die treibende Kraft bei dieser Gründung war.

Wie der 31-jährige Krones-Mitarbeiter sagt, war man damals zu zehnt – ein halbes Jahr später ist der Fanclub auf dreißig Mitglieder angestiegen. Wenn der FC Bayern am Samstagabend das Champions-League-Finale gegen die Borussia bestreitet, dann kann sich der Verein aus Westfalen sicher sein, dass Unterstützung auch aus dem Herzen Altbayerns kommt.

Im „Ratskeller“ trifft man sich

In einer großen privaten Runde wird der Fanclub das Spiel im heimischen Wohnzimmer verfolgen. Eine Stammkneipe hat er schon gefunden: Immer am 1. Mittwoch trifft man sich im „Ratskeller“ in Neutraubling, vom Arbeitgeber Krones nur ein paar Hundert Meter entfernt. „Schon in den 90er Jahren war ich von der Mannschaft richtig begeistert“, sagt Börner, der sich an die Meistertitel von 1994/95 und 1995/96 gern zurück erinnert. Schon damals fühlte er die „Leidenschaft“, die von dem Verein und seinen Fans ausgeht. „Das Fan-Dasein ist beim BVB wie in einer großen Familie“, befindet er. „Nur schade, dass man von der Stadt Dortmund so weit weg wohnt.“

Trotzdem gebe es im Fan-Club Leute, die tatsächlich jedes zweite Wochenende mit dem Auto zum Signal-Iduna-Park hinauf brausen: Als Dauerkarten-Besitzer wollen sie kein Heimspiel der Borussia missen. Bei Börner sind die Möglichkeiten aufgrund Verpflichtungen im Job und in der Familie eingeschränkt – und so verfolgt er die Spiele zumeist vom Fernseher aus. Im Champions-League-Finale setzt Börner auf den BVB: „2:1 für Dortmund“, so sein Tipp. Die Bayern würdigt er für eine „fantastische Saison“.

Auch Manuel Grötsch aus Ziegetsdorf will am Samstag den BVB siegen sehen. Der 23-jährige Restaurantfachmann hat die Borussia quasi zur Pflicht auferlegt bekommen. „Mein Onkel hat gesagt: Entweder du wirst BVB-Fan oder du darfst nicht mehr an meinen Rechner“. Da war Grötsch gerade einmal sechs Jahre alt und hatte noch keinen eigenen PC zum Spielen. Im Alter von elf Jahren wurde es um seine Liebe zum BVB allmählich ernst: Seine Mutter, die allerdings dem FC Bayern die Daumen drückt, schenkte ihm damals seine erste BVB-Fahne. Bis dahin hatte er eher mit der Eintracht aus Frankfurt geliebäugelt. Später, in der Berufsschule und im Arbeitsleben, lernte er weitere BVB-Anhänger kennen: Mit ihnen pflegt er bis heute einen guten Kontakt.

Michael Taube ahnt „Böses“

Einer davon ist Michael Taube, mit 27 Jahren einer der jüngsten Küchenchefs in der Region. „Mein Papa und mein großer Bruder waren schon immer Bayern-Fans. Da habe ich mich halt anders entschieden“, sagt der Mann aus Leipzig, der seit zehn Jahren in Regensburg lebt. Die Bundesligaspiele des BVB verfolgt er zumeist über Live-Ticker, da er samstags im Kolpinghaus viele Gäste beköstigen muss.

„Aber früher, da habe ich wirklich jedes Spiel gesehen. Ich hatte ja auch ein Premiere-Abo.“ In Dortmund selbst war er nur einmal: Am 28. Januar 2009 bei der Pokal-Partie gegen Werder Bremen. Und die ging dummerweise mit 1:2 verloren, ärgert sich Taube. „Dafür sind wir öfter im München, wenn Bayern gegen Dortmund spielt. Es ist ja auch nicht schwierig, jemand zu finden, der mitfährt.“ In gemischter Runde von BVB-Fans und Bayern-Anhänger verfolge man die Partien „entspannt vom Oberrang aus“.

Für das Finale befürchtet Taube, dass der FC Bayern als Sieger vom Platz gehen wird. „Soll das bessere Team gewinnen. Ich würde mich freuen, wenn es Dortmund sein wird.“

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