MyMz
Anzeige

Wohnen

Im Dörnberg-Viertel darf gebaut werden

Der Bebauungsplan hat die Hürden genommen. Der fehlende direkte Gleisanschluss an der Klenzebrücke ist ein Wermutstropfen.
Von Norbert Lösch, MZ

Das Baufeld für das Dörnberg-Viertel ist schon weitgehend vorbereitet.
Das Baufeld für das Dörnberg-Viertel ist schon weitgehend vorbereitet. Fotos: Lösch

Regensburg.Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Mittwoch endgültig die Weichen für ein neues, altstadtnahes Wohngebiet gestellt. Mit dem beschlossenen Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das ehemalige Bahnareal zwischen Kirchmeier- und Ladehofstraße westlich der Kumpfmühler Brücke ist der Startschuss für das Dörnberg-Viertel gefallen, in dem bis 2019 1250 Wohnungen und Stadthäuser entstehen sollen.

Die Münchener Dörnberg-Viertel Projekt GmbH realisiert das neue Stadtviertel. Auf den 18000 Quadratmetern Geschossfläche werden auch Geschäfte für den täglichen Bedarf – allerdings auf eine Verkaufsfläche von 2800 Quadratmetern beschränkt –, Ärzte, unterschiedliche Gastronomiebetriebe und ein Hotel einziehen. Auf 32 Seiten legt die jetzt verabschiedete Satzung alle relevanten Details für die künftige Bebauung fest – von Verkehrsführungen über Baukörper, Lärmschutz und Grünanlagen. Festgezurrt ist ebenfalls schon, dass 15 Prozent des entstehenden Wohnraums öffentlich geförderte Sozialwohnungen werden.

Debatte um die Klenzebrücke

Ganz glatt verlief die Geburtsstunde für den in Regensburg so dringend benötigten Wohnraumzuwachs allerdings nicht. Vor allem die Festlegung auf eine neue Brücke, die die Klenze- mit der Dechbettener Straße verbinden soll, sorgte für Bauchschmerzen – auch bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder, die dem Gesamtkonzept zustimmte. Wie berichtet, scheitert eine große Lösung samt eigenem Gleisanschluss und Bahnsteig auf der Südseite der bestehenden Gleisanlagen am Veto der Bahn.

Das wollten vor allem die CSU-Mandatsträger so nicht hinnehmen. Sie monierten ebenso wie die Vertreter von ÖDP und Linken, dass sich die Stadt mit der Entscheidung für die „kleine“ Klenzebrücke ein für alle Mal die Chance verbaut, später vielleicht doch noch ein Anschlussgleis und einen attraktiven Bahnhaltepunkt unmittelbar am Neubaugebiet realisieren zu können.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Hermann Vanino kritisierte vor allem, dass es die „bunte Koalition“ samt der sonst stets auf ÖPNV-Verbesserungen bedachten Grünen bei „Krokodilstränen“ belasse und das „Zurückrudern“ bei einer derart zukunftsweisenden Entscheidung akzeptiere. Dass sich die Ausschuss-Mehrheit „beim ersten Gegenwind hinter dem Baum versteckt“, sei „keine langfristige Politik“. Der Festlegung, dass das Brückenbauwerk nur die bestehenden vier Gleise überspannen soll, versagten die Kritiker ihre Zustimmung. Die Verabschiedung des geänderten Flächennutzungs- und Bebauungsplans erfolgte am Ende aber einstimmig.

Planungsreferentin Christine Schimpfermann hatte zuvor deutlich gemacht, dass nicht nur die klare Absage der Bahn ein Argument für die jetzt wieder abgespeckte Brücken-Lösung sei. Neben den mindestens auf 1,6 Millionen Euro zu veranschlagenden Mehrkosten und der mehr als vagen Hoffnung, die Bahn könne später vielleicht doch noch einlenken, sei noch ein anderes Faktum ausschlaggebend gewesen. „Das Grundproblem ist, dass die Bahn dort schon zu viele Flächen verkauft hat. Es gibt keinen ausreichenden Spielraum mehr für die Option mit fünf Gleisen“, so Schimpfermann.

Das Ziel: Endlich Baureife herstellen

Von diesem Wermutstropfen abgesehen ging es dem Ausschuss am Ende darum, nach achtjähriger Vorlaufzeit endlich Baureife für das Areal herzustellen. OB Joachim Wolbergs sagte, wenn der Stadtrat am Brückenbau über fünf Gleise festhalte, „dann fällt der bereits endverhandelte städtebauliche Vertrag mit dem Investor“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht