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Freizeit

In Kinderstadt gibt es 150 Spielleiter

Mini-Regensburg ist erfolgreicher denn je. Damit alles reibungslos ablaufen kann, braucht es aber viele freiwillige Helfer.
Von Annika Eder, MZ

  • Daria (links) und Betreuer Andreas Satzinger besprechen letzte Details. Fotos: A. Eder
  • Johannes Gügel (17) hilft dem kleinen Quirin beim Gutschein einlösen.

Regensburg.Zu Beginn des diesjährigen Mini-Regensburg war der Andrang so groß wie noch nie. Knapp 1400 Kinder stürmten am ersten Tag die städtische Sporthalle Nord. Damit alles ohne Probleme funktionieren kann, braucht es jede Menge helfende Hände. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern und Helfern des Amts für kommunale Jugendarbeit gibt es zum Beispiel Übersetzer, damit man sich auch international austauschen kann. Aber die zahlenmäßig größte Gruppe stellen die ehrenamtlichen Helfer.

Rund 150 junge Ehrenämtler sind täglich in der kleinen Stadt, um den Spielverlauf flüssig zu halten. Viele von ihnen sind schon beruflich in einem sozialen Umfeld tätig oder studieren etwas in dieser Richtung. Besonders oft trifft man unter den Ehrenamtlichen Studierende der sozialen Arbeit oder angehende Grundschullehrer. Aber auch Erzieher in der Ausbildung, ehemalige Bufdis oder Gruppenleiter bei den Pfadfindern sind da-runter. Um bei Mini-Regensburg dabei sein zu können, opfern sie ihre Freizeit und einen Teil ihrer Semester- oder Schulferien. Drei Wochen läuft das komplexe Planspiel, doch einige sind nicht die ganze Zeit dabei. Als kleine Entschädigung gibt es 45 Euro am Tag.

Ein Kurs zur Vorbereitung

Anderswo könne er viel mehr dazu verdienen, er komme aber wegen der Kinder hierher, meinte der 20-jährige Lukas Emperhoff. So geht es auch den anderen Helfern. Sie sind in der Mini-Stadt, weil sie später einmal mit Kindern arbeiten wollen, hier erste Erfahrungen im Umgang mit den Mini-Bürgern erlernen oder einfach nur Spaß haben können. Dafür bekommen sie vorher auch extra einen Kurs zur Vorbereitung auf Mini-Regensburg.

„Man lernt hier viele coole Leute kennen“, erzählt die 26-jährige Elena Passavant. Sie ist dieses Jahr zum ersten Mal bei Mini-Regensburg. Davon erfahren hat sie von Freunden. Andere kannten das Modell von ihren Heimatstädten und wieder andere waren schon selbst als Bürger in Mini-Regensburg dabei. So war es auch bei dem 17-jährigen Johannes Gügel. Er ist mit dem Planspiel groß geworden. Bereits seine Mutter war hier als Betreuerin tätig. Wegen seiner besonderen Verbundenheit zu Mini-Regensburg hat die Verwaltung eine Ausnahme für ihn gemacht. Denn eigentlich muss man als Helfer mindestens 18 Jahre alt sein. Anders sei es zwar schon, aber Spaß habe er „auf der anderen Seite“ immer noch genauso viel.

Der Tag wird oft zum Selbstläufer

An fast jeder Station gibt es auch mal stressige Phasen für die Helfer. „In der Früh haben wir noch alle Hände voll zu tun, aber dann wissen die Kinder meistens schon selber, was sie machen müssen. Dann sind die Erwachsenen die Arbeitslosen“, lacht Isabel Voss aus der Online-Redaktion. Genau das setzen sich die Betreuer aber auch als Ziel: Helfend zur Seite zu stehen und da zu sein, wenn die Bürger mal nicht mehr weiter wissen. Sonst wollen sie aber eher im Hintergrund stehen und die Kinder selbst machen lassen. Der Spaß steht im Vordergrund und das versuchen die Helfer immer auszustrahlen. Deswegen ist es keine Seltenheit, dass Kinder, wenn sie am nächsten Tag an einen anderen „Arbeitsplatz“ kommen, noch mal zurückgehen, um sich zu bedanken. Der schönste Moment sei gewesen, als ihr ein Kind eine Blume zum Dank schenkte, erzählt Melanie Simon. Das werde sie nie vergessen.

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