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Innovative Schutzmasken aus Regensburg

Zwei Firmen haben Produkte für den Mundschutz entwickelt. Eine Ärztin erklärt, was dabei beachtet werden sollte.
Von Dr. Christian Eckl

Marco Friedrich zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen, die Prototypen der neuartigen Maske tragen. Foto: Li-Ex GmbH
Marco Friedrich zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen, die Prototypen der neuartigen Maske tragen. Foto: Li-Ex GmbH

Regensburg.Die Maskenpflicht in allen Geschäften sowie beim Friseur und anderen Dienstleistern hat die Kreativität von Firmen beflügelt. Selbst genähte Masken sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Viele Regensburger setzen aber auch auf spezielle Masken, die einen besseren Schutz bieten. Zwei Regensburger Unternehmer haben hier besondere Innovationskraft an den Tag gelegt. Jetzt berichten sie, wie sich ihre Produkte entwickelt haben.

LEDs sollen Viren abtöten

Der Regensburger Unternehmer Marco Friedrich hat eine spezielle Maske mit UV-C-Licht entwickelt, das mittels LEDs in einer Gesichtsschutzmaske eingebaut ist. Das Besondere: Die meisten Alltagsmasken schützen nur andere davor, möglicherweise mit Corona infiziert zu werden. Die LEDs, die Licht abstrahlen, wie es in Solarien verwendet wird, töten Viren ab. Friedrichs Firma LI-EX hat die Erfindung auch zum Patent angemeldet. „Der aktuelle Stand ist, dass wir den ersten Prototyp ins Labor zu Prüfen und Testen geschickt haben“, berichtet der Regensburger.

Diese Maske mit speziellen LEDs zur Abtötung von Viren hat ein Regensburger zum Patent angemeldet. Foto: LI-EX GmbH
Diese Maske mit speziellen LEDs zur Abtötung von Viren hat ein Regensburger zum Patent angemeldet. Foto: LI-EX GmbH

„Parallel suchen wir noch einen Vertrieb und in etwa vier Wochen könnten wir die Teile in großen Mengen produzieren.“ Die Maske, die von Friedrich zusammen mit einer Designerin entwickelt wurde, hat einen auswechselbaren Filter, die Stromversorgung funktioniert über eine Powerbank in der Maske. „Wir haben mittlerweile über 1000 Stück ausgeliefert“, berichtet Harald Schmid von der Firma Gramm mit Sitz in der Techbase. „Da unser Produkt aus einem wiederverwendbaren Rahmen und mindestens zehn Filtereinsätzen besteht, entsprechen diese 1000 Masken ungefähr 10000 Stoffmasken.“

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Zusammen mit seinem Geschäftspartner entwickelte Schmid die Masken aus dem 3D-Drucker, die als Bausatz oder zusammengebaut geliefert werden. Vor allem die Produktion, aber auch das Produkt wurden zwischenzeitlich verbessert: So wird eine Maske derzeit zertifiziert, sie soll den Standard einer OP-Maske erfüllen. Anfangs konnten etwa 100, heute bereits knapp 300 Masken in 24 Stunden gefertigt werden. „Wir hatten viele Einzelbestellungen, was uns besonders freut. Darunter sind zum Beispiel viele Senioren“, sagt Schmid. „Wir haben aber auch Patienten mit Multipler Sklerose und andere Fälle dabei.“

Mund-Nasen-Raum soll „abgedichtet“ sein

So sehen die 3-D-Masken von Gramm in Regensburg aus. Foto: Harald Schmid
So sehen die 3-D-Masken von Gramm in Regensburg aus. Foto: Harald Schmid

Dr. Sylvia Pemmerl ist die stellvertretende ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme und ärztliche Leitung der Hygieneabteilung am Josefskrankenhaus in Regensburg. Sie schildert, was genau wichtig ist beim Kauf und Tragen von Masken. „Wichtig bei jeglichem Mund-Nasen-Schutz ist, dass der gesamte Mund-Nasen-Raum gut abgedeckt – im Endeffekt sogar abgedichtet – ist“, sagt Dr. Pemmerl.

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Beim Ausatmen sollte die Luft durch die Maske und nicht seitlich daran vorbei strömen. Da jede Gesichtsform anders ist, mache das die Wahl einer selbst genähten Maske nicht immer einfach, denn viele dieser Masken seien zwar modisch „ein Hingucker“ haben aber kaum Wirkung, wenn es darum geht, Viren zurückzuhalten“.

Dr. Sylvia Pemmerl vom Josefskrankenhaus. Foto: Johann Kräh
Dr. Sylvia Pemmerl vom Josefskrankenhaus. Foto: Johann Kräh

Drei Arten von Mund-Nase-Bedeckungen gibt es laut der Hygiene-Expertin. Die häufig selbst genähte oder aus Plastik hergestellte Bedeckung diene als mechanische Barriere und soll vor Tröpfchen schützen, die beim Sprechen, Atmen, aber auch beim Husten und Niesen verbreitet würden. Davor schützt die Maske andere, nicht den Träger. Wichtig sei für den Träger auch, dass diese Masken mindestens einmal am Tag gereinigt würden, „da es sonst zu einer mikrobiellen Besiedelung kommen kann, die mit medizinischen Risiken einhergeht“.

Ein Mund-Nasen-Schutz zum selbst basteln

Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz sei meist ein Einmal-Produkt. Dieser muss spätestens, wenn er durch die Atemluft durchfeuchtet ist, gewechselt werden, ansonsten bei längerem Tragen alle paar Stunden. „Dieser Schutz wird vor allem im medizinischen Sektor verwendet, da er noch effizienter Übertragungen verhindern kann“, sagt die Medizinerin. Auch hier gelte es, den richtigen Sitz zu überprüfen, da sonst die Übertragungshäufigkeit zunimmt.

FFP-Masken enthalten Ventil

Partikel-filternde, sogenannte FFP-Masken sollten laut Pemmerl den Berufen vorbehalten bleiben, die sie benötigten, etwa im Krankenhaus- und Pflegebereich sowie dem Bau. Sie sind dazu gedacht, den Träger zu schützen. Doch häufig geben diese Masken über ein Ventil die ausgeatmete Luft an die Umgebung weiter. „Wer solche FFP-Masken im Supermarkt trägt, setzt seine Mitmenschen sogar einer größeren Gefahr aus, wenn er das Virus – vielleicht auch unerkannt – in sich trägt“, sagt die Expertin. Effektiver sei hier das Tragen des oben erwähnten Mund-Nasen-Schutzes oder einer Mund-Nasen-Bedeckung.

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Trotz Maske Abstandsregeln einhalten

Unabhängig von der Art der Maske gibt die Medizinerin aber auch wichtige Hinweise, was man bedenken muss, wenn man eine Maske trägt. „Bei allen Mund-Nasen-Bedeckungen ist es wichtig, beim Ablegen möglichst weder die Außen- noch die Innenseite zu berühren, da sich hier Viren oder Bakterien befinden können.“

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Deshalb sollten die Masken idealerweise nur an den Bändern angefasst werden. Unabhängig davon gelte, dass vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung die Hände gewaschen und auch mit einer Mund-Nasen-Bedeckung die Abstandsregeln einhalten würden, schließt Dr. Pemmerl.

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