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Pflege

Insolvenz: Seniorenheim muss schließen

Aus für Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis in Regensburg. Die Gespräche mit einem möglichen Investor sind gescheitert.

37 Senioren sitzen erst einmal auf der Straße. Foto: Haala
37 Senioren sitzen erst einmal auf der Straße. Foto: Haala

Regensburg.Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis Regensburg GmbH am 1. August sind die Bemühungen zum langfristigen Erhalt des Betriebes gescheitert. Darüber informierte der Insolvenzverwalter am Freitag in einer Pressemitteilung.

Auf Grund des seit Monaten defizitären Geschäftsbetriebes der Senioren-Residenz Schloss Thurn und Taxis Regensburg GmbH, welcher seine Ursache vor allem in der zu geringen Auslastung der Senioren-Residenz hat, sei eine langfristige Fortführung auch im Insolvenzverfahren nicht möglich. Die geringe Auslastung sei insbesondere auf einen Aufnahmestopp zurückzuführen, den die zuständige Heimaufsicht der Stadt Regensburg bereits 2017 aufgrund festgestellter Pflegemängel verhängt hatte und der bis heute andauere.

Zunächst mehrere Interessenten gefunden

Vor diesem Hintergrund habe der Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen bereits seit Juni mit Hochdruck nach einem solventen und geeigneten neuen Betreiber gesucht. Unterstützt wurde er dabei von der Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg. Es konnten mehrere Interessenten gefunden werden.

Bei diesen Verhandlungen war die Vermieterin bereit, bei den Mietkonditionen erheblich entgegenzukommen, um eine Fortsetzung des Betriebs der Senioren-Residenz im bisherigen Umfang zu ermöglichen. Die entsprechenden Verhandlungen, welche seitens der Thurn und Taxis Schloß St. Emmeram Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG mit den Interessenten geführt wurden, seiden jedoch gescheitert. Man habe keine nachhaltige, tragfähige und vor allem zukunftsfähige Lösung finden können.

Im Haus Aurelia geht es wohl weiter

Erfolgreich seien jedoch die Gespräche in Bezug auf das Haus Aurelia gewesen. Hier zeichne sich eine Lösung mit einem Investor ab.

Gemeinsam mit der Heimaufsicht der Stadt Regensburg und mit den Bewohnern und deren Angehörigen sowie mit den Mitarbeitern werden nun neue Heimplätze für die Bewohner gesucht. Die aktuell noch 37 Heimbewohner, ihre Angehörigen und die 34 Mitarbeiter wurden hierüber in einer Versammlung am 31. August durch die Geschäftsführung und den Insolvenzverwalter informiert. Ein Umzug der Heimbewohner soll in den nächsten Wochen organisiert werden. Sowohl die Geschäftsführung und der Insolvenzverwalter der Senioren-Residenz Schloß Thurn und Taxis GmbH als auch die Verpächterin bedauern sehr, dass es nicht gelungen sei, eine tragfähige Lösung für die Senioren-Residenz zu finden.

Für 37 Heimbewohner werden neue Wohnungen gesucht

„Wir bedauern dies umso mehr, als es uns zunächst in Abstimmung mit der fürstlichen Grundstücksverwaltung und dank finanzieller Zugeständnisse dieser gelungen war, den Betrieb seit der Insolvenzantragstellung am 6. Juni zu stabilisieren und fortzuführen,“ sagte Dr. Stefan Debus. Zudem habe es durchaus sehr ernsthafte Interessenten für eine langfristige Fortführung gegeben.

Nach dem endgültigen Scheitern der Gespräche über einen neuen Pachtvertrag ist es nun das vorrangige Ziel, den Geschäftsbetrieb so sozialverträglich wie möglich abzuwickeln und sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter zeitnah neue Einrichtungen zu finden. „Das Ergebnis der Gespräche zwischen den Investoren und der fürstlichen Grundstücksverwaltung ist für alle Beteiligten, besonders für die Senioren, sehr enttäuschend. Dank des großartigen Einsatzes der Mitarbeiter/innen und der Treue der Heimbewohner ist es gelungen, den Betrieb trotz des Aufnahmestopps und anderer Schwierigkeiten zu stabilisieren und potentielle Investoren zu finden. Nun werden wir den Betrieb in der Senioren-Residenz und auch den Pflegedienst leider zügig schließen müssen,“ sagte Dr. Stefan Debus.

Die Schließung der Senioren-Residenz führt zudem auch dazu, dass ein überwiegender Teil der aktuell 54 Arbeitnehmer der Eustra Service GmbH ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Eustra Service GmbH erbringt für die Senioren-Residenz Schloss Thurn & Taxis Regensburg ambulante Pflegedienstleistungen. Über das Vermögen der Eustra Service GmbH wurde ebenfalls am 1. August ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Für das „Haus Kaiser Friedrich“ wurde ein Investor gefunden

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Oliver Schartl bestellt. Insolvenzverwalter Schartl ist es allerdings gelungen, für die seitens der Eustra Service GmbH betriebene und ambulant betreute Senioren-Demenz-Wohngemeinschaft „Haus Kaiser Friedrich“ mit neun Bewohnern in der Kaiser Friedrich Allee 97 in Regensburg einen Investor zu finden, der die Einrichtung und die dort beschäftigten elf Arbeitnehmer/innen zum 1. September übernimmt.

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