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Irler von Lkw-Belastung genervt

Obwohl Laster nicht durch den Regensburger Stadtteil fahren dürften, tun sie es. Die Anwohner sehen die Stadt in der Pflicht.
Von Daniel Geradtz, MZ

Die Autobahnbrücke in der Eisackerstraße dürfen Fahrzeuge nur bis 2,8 Tonnen befahren. Viele Lkw-Fahrer halten sich nicht daran. Foto: Geradtz
Die Autobahnbrücke in der Eisackerstraße dürfen Fahrzeuge nur bis 2,8 Tonnen befahren. Viele Lkw-Fahrer halten sich nicht daran. Foto: Geradtz

Irl.Viele Irler sind sich einig: Der Verkehr in dem Stadtteil hat überhand genommen. Vor allem Lkw-Fahrer und Berufspendler würden den Weg durch Irl nehmen – teilweise aus Unwissenheit, teilweise als Schleichweg zur Arbeitsstelle.

Ein Anwohner, der in der Kremserstraße wohnt, spricht von extremem Schwerlastverkehr, der durch Irl rollt, um die Baustelle bei den Schlemmteichen zu bedienen. Der Mann, der anonym bleiben möchte, spricht davon, dass durchschnittlich fünf bis sechs Lkw pro Stunde von der Dorfseite aus Richtung Baugebiet fahren. Er vermutet, dass die Fahrer von ihren Navigationssystemen falsch geleitet werden.

„Es wurden bereits Zäune angefahren, Gott sei Dank aber noch keine Personen“, sagt er. Weil es in dem Stadtteil ohnehin keine Radwege oder Fußgängersteige gebe, könne man sich eigentlich nur sonntags sicher über die Straßen bewegen.

Irl ist „verkehrsrechtlich freie Zone“

Eine andere Anwohnerin bestätigt diese Beobachtung. Sie benennt die Probleme wie folgt: Neben dem ganztägigen Lkw-Verkehr nehme am Morgen und am Abend der Pendlerverkehr überhand, am Samstag würden die Kunden des naheliegenden Baumarkt- und Einrichtungszentrums durch die schmalen Straßen fahren.

Sie nennt Irl eine „verkehrsrechtlich freie Zone“. Denn nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen ist ihr ein Dorn im Auge, sondern auch die Missachtung der dort geltenden Verkehrsregelungen. Tempo 30 und Rechts-vor-Links würden nicht eingehalten.

Auch sagt sie, dass die aus Richtung Autobahn kommenden Lkw eigentlich gar nicht Richtung Ortsmitte fahren dürften, schließlich sei die Autobahnbrücke in der Eisackerstraße nur für LKW bis zu einem Gewicht von maximal 2,8 Tonnen befahrbar – landwirtschaftlicher Verkehr und Reisebisse sind ausgenommen. Eigentlich dürften die Lkw aus der Mitte des Stadtteils nicht zur Baustelle in der Kremser Straße vorfahren, denn auch kurz hinter der Wohnbebauung ist die Straße für schwere Fahrzeuge gesperrt.

Forderungen

  • Überwachung

    Einige Irler, die bei der Bürgerversammlung (Foto: Geradtz) anwesend waren, erklärten, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die geltenden Verkehrsregeln halten würden. Sie forderten verstärkte Kontrollen. Weitere Verkehrsschilder seien nicht effektiv, befürchteten sie.

  • Beruhigung

    Der Verkehr sollte zudem durch Bodenschwellen beruhigt werden. Einige sprechen sich dazu für Markierungen in den Kreuzungsbereichen aus, um ein Bewusstsein für die Rechts-vor-Links-Regelung zu wecken.

  • Unterbrechung

    Außerdem soll die Kremser Straße unterbrochen werden, damit der Baustellenverkehr abnimmt.

Die Irler fordern schnelle Lösungen. Der Anwohner der Kremser Straße schlägt eine bauliche Unterbrechung vor oder sogar eine Umbenennung eines Abschnitts. Wenn die Lkw-Fahrer nicht Kremser Straße als Ziel in ihr Navigationsgerät eingeben würden, würden sie über die Siemensstraße zum Ziel geführt, hofft er.

Innerhalb des Stadtteils könnten aufgesetzte Straßenschwellen den Verkehr beruhigen. Sie könnten auch dazu dienen, die Rechts-vor-Links-Regelung effektiv durchzusetzen, glauben die Bürger.

Ihre Verärgerung über die Verkehrsproblematik äußerten die Irler am Montagabend bei einer Bürgerversammlung, zu der die Stadt eingeladen hatte. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeigte sich offen für schnelle Lösungen. „Ich lasse prüfen, ob man Bremsschwellen machen kann“, sagte sie. „Was wir jetzt anbieten können, sind Beschränkungen und weitere Schilder.“

In der vorgestellten Planung wurde die Unterbrechung der Kremser Straße auf Höhe der Schlemmteiche als einer der nächsten Schritte angekündigt. Gleiches gilt für eine Verkehrsbeschränkung der Eisackerbrücke. In dem Plan ist ebenfalls die Hafenspange eingezeichnet. Doch die Verbindung zwischen Straubinger Straße und Leibniz Straße ist derzeit ebenfalls noch Zukunftsmusik.

Kompromisse gefordert

Langfristig, das erklärte Wolfgang Brandl vom Stadtplanungsamt, müssten sich die Irler überlegen, ob sie eine der vorhandenen Zufahrten aufgeben wollten, um so für den Durchgangsverkehr unattraktiver zu sein.

Zusätzliche Sicherheit durch Bürgersteige zu schaffen hält er indes für schwierig. Da keine Gehwege vorhanden seien, müsse der Platz durch Grunderwerb geschaffen werden. „Was sind die Irler bereit zu geben, um Verkehrssicherheit zu bekommen? Leider ist es oft der Fall, dass nichts abgegeben wird“, berichtete er aus seinen Erfahrungen.

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