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Ironman Regensburg kehrt 2014 zurück


Von Norbert Lösch, MZ

  • Läufer im Schatten der Domtürme: 2012 ging der vorerst letzte Ironman in Regensburg über die Bühne. Foto: Archiv/altrofoto.de
  • Ironman Regensburg Triathlon 2012 Foto: altrofoto.de

Wende in der langen Hängepartie um den Ironman Regensburg: Bei einem „Gipfelgespräch“ im Landratsamt verständigten sich Vertreter des Landkreises, der Stadt und der Landwirtschaft zusammen mit dem Veranstalter Xdream Sports und Events GmbH am Dienstag auf den 17. August 2014 als möglichen Austragungstermin. Damit trägt das ernsthafte Bemühen, den Ironman in Regensburg nicht Geschichte werden zu lassen und ihn nach einer Pause zumindest nächstes Jahr wieder in die Domstadt zu holen, späte Früchte.

Schon im Vorfeld des Gesprächs hinter verschlossenen Türen hatte es Anzeichen dafür gegeben, dass der bei Ausdauer-Athleten beliebte internationale Wettkampf doch noch eine Chance haben könnte. Denn immerhin existiert nach wie vor ein Fünf-Jahres-Vertrag zwischen der World Triathlon Corporation (WTC) beziehungsweise Xdream als Veranstalter vor Ort, der Stadt und dem Landkreis Regensburg. Und der nach der Absage des Ironman Regensburg heuer gewählte Ausweichort – die Bundeshauptstadt Berlin – erwies sich aus mehreren Gründen nicht gerade als Glücksfall.

Wenig Resonanz in Berlin

Dort war lediglich ein Halb-Ironman – 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen – möglich, und die Zuschauerzahlen hielten sich nach übereinstimmenden Berichten Berliner Zeitungen in engen Grenzen. Dabei war sicher nicht förderlich, dass die Innenstadt von Berlin ausgeklammert werden musste und sich die Athleten in weniger attraktiven Stadtteilen wie Friedrichshain und Tempelhof tummelten. Als die 1100 Sportler morgens in die Spree stiegen, um die Schwimm-Distanz hinter sich zu bringen, sollen nur „einige Hundert Zuschauer“ dabei gewesen sein.

Nicht von ungefähr hatte Renndirektor Kai Walter nach dem überaus erfolgreichen ersten Ironman 2010 mit mehr als 2000 Teilnehmern und Zehntausenden von Zuschauern zufrieden bilanziert: „Regensburg als neue Veranstaltung ist jetzt die Nummer eins.“ 2011 gelang die Wiederholung, damals gab es aber auch kritische Stimmen und Widerstand gegen die Großveranstaltung. Während glühende Befürworter wie „Sportbürgermeister“ Gerhard Weber (CSU) auf die weltweite Werbung verwiesen („Der ganze Raum profitiert“), wollten vor allem viele Landwirte ganztägige Straßensperrungen mitten in der Erntezeit nicht mehr hinnehmen.

Ein Kompromiss mit Folgen

Der für 2012 ausgehandelte Kompromiss war ein eher schlechter: Der Ironman wurde auf den 12. Juni vorverlegt, die Teilnehmerzahl sank auf 1200. Einer der wenigen, die den frühen Ausweichtermin begrüßten, war damals der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Johann Mayer. Weil sich der Ironman zuvor stets zur Erntezeit abgespielt habe, hätten die erforderlichen Straßensperrungen vor allem den Bauern im südlichen Landkreis erhebliche Probleme bereitet. Mayer sprach von 100 betroffenen Höfen. Auch die Milch müsse abtransportiert werden. „Wir hätten aber nichts dagegen, wenn die Veranstaltung im September oder Juni stattfindet“, sagte er nach dem Ironman 2011. So kam es dann auch ein Jahr später – mit den bekannten Folgen.

Kai Walter sagte in einem Interview im Juni 2013 zur Auswahl von Städten für Ironman-Veranstaltungen: „Grundsätzlich ist unter anderem eine finanzielle Unterstützung der Gastgeberstadt oder -region eine wesentliche Grundlage, um mittel- und langfristig ein Rennen auf höchstem Niveau organisieren zu können und es für alle Beteiligten erfolgreich zu machen. Diese Unterstützung beschränkt sich hierbei nicht nur auf den finanziellen Teil, sondern auch auf Genehmigungen, Bereitstellung von logistischer Unterstützung, Zusammenarbeit in der Vorbereitung – um nur einige Punkte zu nennen.“

Nach der Absage im vergangenen Jahr schien es lange Zeit so, als würde die Ironman-Serie auch im Sommer 2014 einen Bogen um Regensburg machen. Im August sagte Xdream-Sprecher Konrad Dörner in einem Rundfunkinterview, es blieben noch maximal acht Wochen, um gemeinsam einen Termin für Regensburg festzulegen. Es seien aktuell keine Gespräche zwischen dem Veranstalter sowie der Stadt und dem Landkreis anberaumt, so Dörner damals. Der Ball liege nun in Regensburg. Man habe zuletzt noch einmal deutlich gemacht, dass ein Termin im Juni erneut zu einem starken Rückgang der Teilnehmerzahlen führen würde.

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