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Kundgebung

Irritationen um Fridays for Future

Straßensperrungen, ein offener Brief und Politiker, die Gespräche anbieten: Das müssen Sie zur Großdemo in Regensburg wissen.
Von Magdalena Hechtel und Antonia Küpferling

Am 5. Juli planen die Regensburger Demonstranten, die Altstadt weitreichend zu blockieren. Foto: Hueber-Lutz
Am 5. Juli planen die Regensburger Demonstranten, die Altstadt weitreichend zu blockieren. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Am heutigen Freitag findet in Regensburg eine Klima-Großdemo statt. Wir fassen die wichtigsten Informationen zur Fridays-for-Future-Demonstration zusammen.

Rund um die Altstadt sind Demonstrationen geplant

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr auf dem Uni-Campus, von wo aus die Demonstranten durch die Galgenbergstraße zum Ernst-Reuter-Platz ziehen wollen. Ab 15 Uhr finden Kundgebungen in der Prebrunnenstraße, am Jakobstor, in der Kumpfmühlerstraße, in der Helenenstraße, am Ernst-Reuter-Platz, in der Dr.-Martin-Luther-Straße, im Minoritenweg, am Ostentor und an der Eisernen Brücke statt.

Gegen 16 Uhr wollen die Initiatoren eine geschlossene Menschenkette rund um den Alleegürtel bilden. Ab 17 Uhr ziehen die Demonstranten in einem Sternmarsch zum Domplatz, wo ab 18 Uhr Vorträge und Musik geplant sind. Gegen 22 Uhr soll die Veranstaltung beendet sein.

Im Stadtgebiet ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen

Ursprünglich planten die Aktivisten, den Verkehr in der ganzen Altstadt zum Erliegen zu bringen. Dagegen liefen die Einzelhändler Sturm. Nach Abwägung der Interessen hat die Stadt Regensburg nun ein Machtwort gesprochen: Die Veranstalter müssen die Aktion so umplanen, dass der Verkehr über die Jakobstraße, die Dr.-Martin-Luther-Straße und die Wöhrdstraße in die Altstadt gelangen kann.

Gesperrt sind zwischen 15 und 17 Uhr die Prebrunnstraße auf Höhe der Prebrunnallee, die Kumpfmühler Straße im Bereich der Fürst-Anselm-Allee, die Helenenstraße im Bereich der Fürst-Anselm-Allee, die Maximilianstraße kurz vor der Einmündung in den Ernst-Reuter-Platz, der Minoritenweg in der Einmündung zur Gabelsbergerstraße und die Ostengasse am Ostentor. Die Ausfahrt aus der Altstadt wird an allen Kundgebungspunkten gewährleistet.

In einem Facebook-Post kritisieren die Aktivisten die Politik

Einen Tag vor der Großdemo veröffentlichten die Aktivisten um Ferdinand Klemm auf ihrer Facebookseite einen offenen Brief. Gerichtet ist er an Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), Bürgermeister Jürgen Huber (Grüne), Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) sowie alle Stadt-, Kreis- und Bezirksräte.

„Niemand scheint in dieser Region in der Lage zu sein, politisch Verantwortung übernehmen zu wollen“, heißt es darin. Die Politik sei verantwortlich dafür, dass es überhaupt zu Demonstrationen wie der für heute geplanten komme. „Nicht wir von Fridays for Future tragen die Verantwortung. Nicht wir sind verantwortlich für eine Politik, die in den letzten Jahren vollkommen fehl gesteuert hat und uns alle in eine solch schlechte Ausgangslage für die Zukunft gebracht hat“, schreiben die Verfasser.

Von Bürgern und Geschäftsleuten erhoffen sich die Veranstalter Verständnis für die Aktion. „Fragen Sie sich: Wer hat uns in diese Situation gebracht? Es gibt nur eine Antwort darauf.“

Bürgermeisterin und Landrätin bieten Gespräche an

Harald Hillebrand, Referent von Landrätin Tanja Schweiger, zeigte sich verwundert darüber, dass der Facebook-Post ohne vorherige Kontaktaufnahme veröffentlicht wurde.

In einem Brief, der unserem Medienhaus vorliegt, bietet Hillebrand den Schülern ein Gespräch mit der Landrätin an. „Wir gehen davon aus, dass Sie Ihre Behauptung, unserem Haus würden Visionen fehlen, es gäbe eine fehlgeleitete Politik und es würde keine politische Verantwortung übernommen, aufgrund der Fakten dann zurücknehmen werden“.

Fridays for Future

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Auch die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer lud die Demonstranten zu einem Gespräch ein. „Ich teile die Werte der Fridays for-Future-Bewegung und bin selbstverständlich bereit, mich an meiner Stelle dafür einzusetzen, schrieb sie an die Aktivisten.

Im Vorfeld hatte die Regensburger CSU die Pläne der Aktivisten scharf kritisiert. „Demonstrationen sollen Willensbekundungen sein und nicht den Arbeitsplatz und damit die wirtschaftliche Grundlage von hunderten Angestellten und Unternehmern gefährden“, schrieb Stadtrat und CSU-Kreisvorsitzender Michael Lehner.

Die Altstadthändler missbilligen die Straßensperren

Der Regensburger Herrenausstatter Armin Gebhard nutzt wie viele Regensburger Kaufleute häufiger das Rad als das Auto. Foto: Gebhard
Der Regensburger Herrenausstatter Armin Gebhard nutzt wie viele Regensburger Kaufleute häufiger das Rad als das Auto. Foto: Gebhard

Herrenausstatter Armin Gebhard, Vorstand der „Regensburger Kaufleute“, reagiert mit drastischen Worten auf das Vorhaben der Schüler: Die Altstadt, und damit den Zugang zu den Geschäften, für den Verkehr zu sperren, sei eine „Diskriminierung“ und „mutwillige Zerstörung der Altstadt“.

Er verstehe nicht, weshalb in der Altstadt, einer Umweltzone, gestreikt werden müsse. „In der Altstadt leben und arbeiten Menschen, die nachhaltig handeln und das Auto nur selten nutzen. Wenn auf stark frequentierten Straßen, Autobahnen oder am Flughafen gestreikt würde, könnte ich das eher verstehen“, sagt Gebhard. Für den Geschäftsausfall zahle ja am Ende niemand. Erfreut zeigt sich Gebhard von der Entscheidung der Stadt, eine Vollsperrung zu verhindern. „Das ist im Sinne aller, die hier leben und arbeiten.“

Schüler sind nicht als Veranstalter gemeldet

Als Veranstalter wird bei der Stadt Armin Schmid geführt – und niemand aus der Schülerriege. Schmid arbeitet bei der Regensburger Windpower GmbH. Die Firma betreibt in ganz Bayern Wind- und Solarenergieprojekte.

Privat ist Schmid Mitglied zahlreicher Regensburger Vereine, wie etwa Transition oder dem Bund für Geistesfreiheit. Auf Nachfrage erklärte Schmid, dass er den Schülern lediglich die Kommunikation mit der Stadt abnehme. „Ich habe meine Hilfe angeboten, weil die Schüler unter Druck stehen und das Versammlungsrecht nicht ganz einfach ist“, sagt er. Konzept und Ideen kämen jedoch von den Schülern.

Die Pressesprecher von Fridays for Future Regensburg waren für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht zu erreichen.

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