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Diskussion

Ist Regensburgs Steigflug vorbei?

Nach Jahren des Booms erleidet Regensburg eine Wirtschaftsdelle. Wir diskutieren, ob der Erfolg auch in die Zukunft trägt.
Von Jana Wolf

Glanzvolle Zukunft oder bittere Kehrtwende? Die Mittelbayerische lädt am 19. Oktober zu einem Diskussionsabend über die Zukunft der Stadt ein.Foto: Weigel/dpa
Glanzvolle Zukunft oder bittere Kehrtwende? Die Mittelbayerische lädt am 19. Oktober zu einem Diskussionsabend über die Zukunft der Stadt ein.Foto: Weigel/dpa

Regensburg.Eine gute Stadt ist wie eine gute Party – die Leute bleiben länger als nötig, weil sie sich amüsieren. Dieser Satz stammt von Jan Gehl, einem der einflussreichsten Stadtplaner der Welt. Je lebenswerter eine Stadt ist, desto mehr Investoren, Unternehmen und Menschen im Allgemeinen zieht sie an, meint Gehl. Der Architekt hat seiner Heimatstadt Kopenhagen zum Boom verholfen und Manhattan wiederbelebt. Er weiß, wovon er spricht.

„Eine gute Stadt ist wie eine gute Party – die Leute bleiben länger als wirklich nötig, weil sie sich amüsieren.“

Jan Gehl, dänischer Architekt und Städteplaner

In Regensburg ging also jahrelang die Party ab: Die Stadt wuchs, Unternehmen kamen und blieben, Start-Ups entstanden, Universität und Hochschulen genossen Zulauf. Doch auf gute Feste folgt oft das böse Erwachen und so macht sich in Ostbayerns Metropole zunehmend Katerstimmung breit. Ein Indikator dafür ist die für den Stadthaushalt essenzielle Gewerbesteuer. Dieter Daminger, Regensburgs Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent, hat die geschätzten Einnahmen von 220 Millionen auf 170 Millionen Euro nach unten korrigiert. Grund für die Delle sind Daminger zufolge internationale Konflikte in der Handelspolitik. Sie verunsichern auch die Wirtschaftstreibenden vor Ort. „Unsere Unternehmen sind überproportional auf internationalen Märkten tätig und das wirkt sich 1:1 auf Regensburg aus“, sagt Daminger.

Podiumsdiskussion zur Zukunft der Stadt

Ist Regensburgs Steigflug also vorbei? Diese Frage wird im Zentrum einer großen Podiumsdiskussion stehen, die die Mittelbayerische in Zusammenarbeit mit dem Theater Regensburg veranstaltet. Wurde in Zeiten des Aufstiegs nicht genug in die Zukunft geblickt? Kann Regensburg heute noch sicherstellen, auch folgenden Generationen eine lebenswerte Stadt zu hinterlassen? Und was muss passieren, damit das gelingt? Darüber werden wir am 19. Oktober im Theater am Bismarckplatz diskutieren. Neben Wirtschaftsreferent werden Prof. Dr. Joachim Möller, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Regensburg, Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim, Prof. Markus Emde, Inhaber der Professur für Entwerfen und Konstruieren an der OTH Regensburg und Matthew Ulbrich, Co-Gründer und CEO des Live-Blog-Anbieters Tickaroo, auf dem Podium Platz nehmen.

Regensburger Gespräch

  • Anmeldung:

    Interessierte können sich ab sofort per Mail an rg@mittelbayerische.de oder per Telefon unter (09 41) 20 73 41 anmelden.

  • Zeit und Ort:

    Die Diskussion findet am Samstag, 19. Oktober, im Theater am Bismarckplatz statt. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

  • Gäste:

    Diskutieren werden Dieter Daminger, Regensburgs Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent, Prof. Dr. Joachim Möller, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Regensburg, Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Prof. Markus Emde, Inhaber der Professur für Entwerfen und Konstruieren an der OTH Regensburg und der Internetunternehmer (Huynh Communications) und Gastronom Phuc Huynh. Die Moderation übernimmt Jana Wolf, Berlin-Korrespondentin der Mittelbayerischen.

„Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau“, sagt Volkswirt Joachim Möller über die Wirtschaftsdelle der Stadt. „Aber Regensburg ist insofern verwundbar, als die hier ansässige Wirtschaft sehr stark exportabhängig ist.“ Doch auch wenn die nun auftauchenden Probleme nicht hausgemacht, sondern Teil einer gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind, muss die Stadt nun Wege in die Zukunft ebnen. Stillstand wäre fatal, sagt Möller.

Schattenseiten des Wachstums schon heute spürbar

Dabei sind die Schattenseiten des Wachstums schon heute spürbar: Der Ausbau der Verkehrswege hat mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt gehalten, Pendler leiden unter dem Verkehrsinfarkt. Die Knappheit auf dem Wohnungsmarkt treibt die Mieten nach oben, Studenten finden kaum eine bezahlbare Bleibe. In vielen Bereichen sind neue Impulse gefragt.

„Vielleicht ist die Gesellschaft etwas satt geworden.“

Dieter Daminger, Wirtschafts- und Finanzreferent der Stadt Regensburg

„Wir in der Verwaltung geben uns wahnsinnig Mühe, Neues zu etablieren“, sagt Daminger. Er nennt etwa Cluster-Politik und Gründerinitiativen. „Aber vielleicht ist die Gesellschaft etwas satt geworden.“ Wie eine satte Gesellschaft die Party neu befeuern kann, darum soll es am 19. Oktober gehen.

Hinweis der Redaktion: Die Besetzung des Podiums hat sich nachträglich noch geändert. Anstelle des Internetunternehmers Phuc Huynh wird nun Matthew Ulbrich, Co-Gründer und CEO des Live-Blog-Anbieters Tickaroo mitdiskutieren. Weitere Informationen finden Sie in der Info-Box oben.

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