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Konzert

Italien-Kurzurlaub für Daheimgebliebene

Im Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais spielten „I Dolci Signori“. Italo-Pop und Welthits begeisterten die Zuhörer.
Von Elisabeth Angenvoort

I Dolci Signori brachten die Lebenslust Italiens für einen Abend nach Regensburg: beim Palazzo Festival im Thon-Dittmer-Hof. Foto: Elisabeth Angenvoort
I Dolci Signori brachten die Lebenslust Italiens für einen Abend nach Regensburg: beim Palazzo Festival im Thon-Dittmer-Hof. Foto: Elisabeth Angenvoort

Regensburg.Die Donaustadt ist bekannt für ihr mediterranes Flair, das sich an manchen Plätzen besonders intensiv entfaltet, zumal an einem lauen Abend im August. Und dann sind da sechs charmante Herren voller musikalischer Energie und sprühender Lebensfreude: An welchem Ort könnte „Europas erfolgreichste Italo Pop Cover Band“ ihre Musik besser mit einer begeisterten Fangemeinde teilen, als im Innenhof des „Palazzo“ Thon Dittmer?

Nach einer Reihe musikalischer Events auf hohem Niveau setzten die Veranstalter (Kultur Agentur Alex Bolland) mit I Dolci Signori ein weiteres Highlight im Rahmen des internationalen Palazzo-Musik-Festivals 2019. „Wir haben einen fetzigen Abend vor uns“, versprach Ricardo Belli alias Richie Necker zu Beginn, und Rocky Verardo, der „kleine Sänger mit der gigantischen Stimme“, ergänzte mit seinem unvergleichlichen südländischen Charme: „Wir haben uns entschieden, für euch nur die allerschönste Musik zu spielen!“

„Musik ist Leben, eine unerschöpfliche Quelle, die meine Seele erfüllt.“

Sänger Gianni Carrera

Damit waren die perfekten Voraussetzungen erfüllt, um einen Abend lang einfach den Alltag loszulassen und mit Gleichgesinnten den Moment zu genießen – und aus diesem Grund dürften die meisten gekommen sein. So verwandelte sich dieser für sich schon wunderbar südländisch anmutende Ort am Mittwochabend in eine generationenübergreifende Freiluftdisco. Die Spielfreude der bayerisch-italienischen Profi-Musiker übertrug sich vom ersten Moment auf die Tanzlust des Publikums. In der musikalischen Mischung aus Balladen mit Kult-Faktor, Gänsehaut-Feeling und einer ordentlichen Portion Rock‘n‘ Roll spiegelte sich der Satz von Sänger Gianni Carrera wider: „Musik ist Leben, eine unerschöpfliche Quelle, die meine Seele erfüllt.“

Atemberaubende Spieltechnik

Piano-Mann Bernd Meyer, zuständig für die durchdachten Arrangements der Band, zeigte nicht nur am Keyboard, sondern gleichermaßen auf seinem zweiten Lieblingsinstrument, dem Akkordeon, eine atemberaubende Spieltechnik, während Bassist Uli (Zrenner-Wolkenstein) Rossi das harmonische Fundament immer wieder mit überraschend solistischen Basslinien durchbrach. Für die rhythmische Basis sorgte in gewohnter Souveränität Michele Foresta (Michael Thomas), seinerseits nicht ohne rasante Soloeinlagen. Nach bekannten Welthits wie „Senza una donna“, „Azzurro“ oder „Piu bella cosa“ und einem Ausflug an den Golf von Neapel („Tu vuò fa l’Americano“) wurden die Zuhörer in eine „fünfminütige, auf italienisch 25-minütige Pause“ entlassen, bevor sie der zweite Teil mit einem Mix aus Samba, Groove und vielen positiven Emotionen einmal mehr in den Süden „entführte.

Da verwunderte es auch nicht mehr, dass Tina Turner plötzlich auf der Bühne stand und zur allgemeinen Erheiterung bekannte: „Regensburg, I always have you in my heart!“ – Ricardo Bellis ganz persönliche Weise, sich vor der „Queen of Rock“ zu verneigen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt saß das Publikum nicht mehr, sondern es sang tanzend mit. „Ihr seids die Palazzo-Spatzen von Regensburg“, bestätigte Rocky Verardo.

I Dolci Signori

  • Besetzung:

    Die sechs Herren italienisch-bayerischer Abstammung sind seit ihrem Debüt im Jahr 2002 überaus erfolgreich on tour: Gianni Carrera (Gitarre, Gesang), Rocky Verardo (Gesang), Ricardo Belli (Gitarre), Uli Rossi (Bass), Michele Foresta (Drums) und Bernardo Meyer (Piano, Akkordeon).

  • Repertoire:

    In ihrer Musik kombinieren sie Professionalität mit südländischer Spielfreude.

Zuckersüßes Intermezzo

Den allmählichen Einbruch der Dämmerung nahmen die Musiker zum Anlass, um den Abend noch mit ein wenig Romantik zu vervollkommnen: So ließ Verardo ein imaginäres Strandbild bei Nacht entstehen und bekannte sich mit dem Schmelz seiner Stimme zur Unsterblichkeit der Liebe. Nach diesem zuckersüßen Intermezzo bereiteten die Musiker einen fulminanten Höhepunkt und zugleich Abschluss des Abends mit „Mamma Maria“ und dem lang erwarteten „Gloria“. Sichtlichen Spaß hatte Verardo daran, hunderte von Händen zu dirigieren, die sich in den mittlerweile dunklen Abendhimmel erhoben, während das Publikum begeistert mitsang: über Sonne, Freiheit und etwas Liebe – italienisches Lebensgefühl pur. Das Geschenk der „süßen Herren“ war jedenfalls angekommen: nicht nur als wunderbarer, locker-leichter Musikgenuss, sondern als ein imaginärer Italien-Kurzurlaub für Daheimgebliebene.

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