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Fußball

Jahn-Fans nach Sieg beim HSV in Ekstase

Das historische 5:0 lässt die SSV-Anhänger schwärmen. Die MZ fragte nach, wie sie den Super-Sonntag von Hamburg erlebten.
Von Daniel Steffen

  • Der Jubel im Regensburger Fanlager war nach dem historischen 5:0-Auswärtssieg beim Hamburger SV riesengroß. Begeistert wurde der SSV Jahn im Gästeblock gefeiert. Foto: Eibner/Selim_Sudheimer

Regensburg.Auf dem Hinweg nach Hamburg habe er noch Bauchweh gehabt. Die 0:2-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden noch vor Augen, glaubte Klaus Theml nicht so recht daran, dass der SSV Jahn etwas Zählbares beim Auswärtsspiel aus der Hansestadt mitnimmt. Selbst, als der Jahn am Sonntag in der 11. Spielminute mit 1:0 in Führung ging und diese Führung bis zur Halbzeitpause auf 3:0 ausbaute, glaubte der langjährige SSV-Fan noch nicht daran, dass die Katze schon im Sack ist. „Wenn wir in der 2. Halbzeit noch zehn, 15 Minuten durchhalten, dann könnte das heute gut gehen“, dachte sich Theml zur Halbzeitpause, zu dem Zeitpunkt nur bedingt optimistisch.

Die HSV-Anhänger trabten derweil in Scharen davon, konnten sich die miserable Leistung ihrer Mannschaft nicht mehr ansehen. „Ich habe ja mittendrin unter HSV-Fans gehockt, auf der Haupttribüne“, sagt Theml. Und hat eine Anekdote parat: „Eine Frau hat mich angestupst. Ich musste ihr erst einmal erklären, wo Regensburg eigentlich liegt“, sagt der 54-jährige schmunzelnd. Dass das Fußball-Deutschland spätestens jetzt, nach dem spektakulären 5:0 Auswärtssieg, weiß, dürfte außer Frage sein.

Denn für den HSV war es am Sonntag eine historische Heimpleite, die selbst Rekordmeister FC Bayern München nicht höher ausfielen ließ. Am 12. Februar 2014 ging der HSV im Volksparkstadion ebenfalls mit 0:5 unter, als sich die genannten Teams im DFB-Pokal-Viertelfinale gegenüberstanden.

Das perfekte Spiel

Und für die Regensburger? Für sie war es schlichtweg das perfekte Spiel, auch nach Meinung der Spieler selbst. „Ich habe die Mannschaft nach dem Spiel am Hamburger Flughafen getroffen. Dort konnte ich ein paar Worte mit Sebastian Stolze wechseln“, sagt Klaus Theml. Der Jahn-Rechtsaußen habe von jenem „perfekten Spiel“ gesprochen. Alles, was sich die Mannschaft vorgenommen habe, hätten die Spieler auf dem Feld umsetzen können, habe Stolze ihm gesagt. Wie Theml waren auch viele andere SSV-Fans schon am Freitag angereist, um das Spiel mit einem ausgiebigen Stadtbummel oder Kneipenbesuchen zu verbinden.

Die Erinnerungen an das Jahrhundert-Auswärtsspiel bleiben auch in Kurt Haindl noch lange wach. Zu seinem 65. Geburtstag erlebte er einen „wunderbaren Sieg“, den er sich so auch gewünscht habe. „Wir waren ungefähr 1200 Leute in Gästeblock. Die Stimmung war einfach unglaublich. Wir haben uns alle vor Verwunderung die Augen gerieben“, sagt er. Wie effektiv der Jahn auf dem Platz agieren kann, das habe auch ihn überrascht. „Das würden wir gerne öfter sehen“, sagt er nun in Vorfreude auf das anstehende Heimspiel gegen Heidenheim am Mittwoch.

Der Respekt bleibt

„Dass wir überhaupt in einer Liga mit dem großen HSV spielen können, ist schon sensationell genug“, sagt Haindl weiter. Einen Sieg in Hamburg habe er dennoch für möglich gehalten, schließlich habe der Jahn bereits in der vergangenen Saison bei vermeintlichen Favoriten für Furore gesorgt. Auch das 2:0 in der Zweitliga-Relegation bei 1860 München reiht er „in die Riege der historischen Jahn-Siege“ ein.

Das sind die höchsten Jahn-Siege:

Auch Jahn-Legende Armin Mayer gerät ins Schwärmen. Für den langjährigen früheren SSV-Mittelfeldspieler ist das Spiel in Hamburg „eine der größten Sensationen im bezahlten Fußball“. Schon das 4:3 des Jahn gegen Fortuna Düsseldorf in der vergangenen Saison sei „saugut“ gewesen“, der jüngste Erfolg aber toppe alles. Im Stadion hat der Tankstellen-Inhaber das Spiel aber nicht verfolgen können, stattdessen saß er in Südtirol begeistert vor dem Fernseher. „Ich habe zunächst gedacht, es gibt ein Debakel, aber für uns“, gesteht er ein. Umso größer sei dann die Überraschung gewesen. „Ich dachte, ich seh’ schlecht“, erinnert er sich. „Das Spiel hätte sogar 6:0 oder 7:0 für uns ausgehen können.“

Getrübt wurden die Regensburger Fan-Freuden lediglich auf der Rückfahrt. Aufgrund von Unwetterschäden kam es auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg zu Streckensperrungen. Für die Jahn-Fans, die mit dem Zug unterwegs waren, verzögerte sich deshalb die Ankunft in der Domstadt erheblich.

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