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Jahn-Fans zogen friedlich durch Fürth

Hunderte SSV-Anhänger marschierten geschlossen zum Stadion. Präsident Rothammer hielt sein Versprechen – und schritt voran.
Von Daniel Steffen

Jahn-Präsident Hans Rothammer führt den Zug der Regensburger Fans vom Bahnhof Fürth zum Stadion an. Foto: Steffen
Jahn-Präsident Hans Rothammer führt den Zug der Regensburger Fans vom Bahnhof Fürth zum Stadion an. Foto: Steffen

Regensburg.Den Fans des SSV Jahn Regensburg erbot sich in Fürth ein gegenteiliges Bild als noch im Oktober 2018: War es damals zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen, blieb am Sonntag die Lage beim Auswärtsspiel (Endstand 1:0 für Greuther Fürth) durchgehend friedlich. Aus Sicht der Jahn-Anhänger lag dies daran, weil die Polizei den Fans dieses Mal erlaubt hatte, den geforderten Fan-Marsch vom Fürther Hauptbahnhof bis zum Sportpark Ronhof anzutreten. So kam es anders als bei der Auswärtspartie im vergangenen Jahr zu keinerlei Eskalationen.

Am Sonntagmorgen hatte sich ein Großteil der Jahn-Fans vom Regensburger Hauptbahnhof aus mit dem Regionalzug auf den Weg nach Fürth gemacht. Wie angekündigt, stieg Jahn-Präsident Hans Rothammer in Nürnberg zu, um anschließend in Fürth den Fanmarsch anzuführen. Das umgesetzte Versprechen brachte Rothammer viele Sympathien ein, was sich auch an den vielen herzlichen Begrüßungen während des Fan-Marschs zeigte.

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Der SSV Jahn spielt in Fürth

Lob für den Präsidenten

„Ich finde es gut, dass er mitgegangen ist und ein Zeichen für die Fans gesetzt hat. Vielleicht hätte er noch mit in den Block kommen können. Aber sonst ist das eine sehr positive Aktion“, kommentierte Jahn-Fan Simon Ettl aus Piesenkofen das Verhalten des Präsidenten.

Benjamin Fendrich, ein Jahn-Anhänger aus Regensburg, sieht das ähnlich: „Seine Unterstützung spiegelt die Werte des Vereins wider. Man merkt, dass wir eine Jahn-Familie sind“, sagte er. Zwar waren in Fürth vier Fan-Busse für die angekommenen Regensburger bereitgestellt worden, doch die SSV-Anhänger gaben dem Fan-Marsch ganz klar den Vorzug. Dieser wurde erneut von einem Großaufgebot der Polizei begleitet, die Beamten verhielten sich jedoch deutlich zurückhaltender als 2018. Viele Jahn-Anhänger legten auf dem Weg zum Stadion sogar eine Kaffeepause ein.

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Die Regensburger unterliegen Greuther Fürth nach schwacher Leistung mit 0:1. Green traf für das Kleeblatt.

Mottoschal verkaufte sich gut

Mit dem – speziell für den Spieltag angefertigten – Mottoschal „Jahnfamilie gegen Polizeiwillkür“ spielte die Fanszene auf jene Ereignisse vom Oktober 2018 an. Der Schal verkaufte sich im Zug äußerst gut und demnach hielten Hunderte von Jahn-Anhängern den Schal später im Stadion demonstrativ in die Höhe. Die Erlöse sollen nun für die Rechtsstreitigkeiten verwendet werden, die einige SSV-Fans nach Anzeigen durch die Polizei führen müssen.

Das einzige größere Ärgernis blieb das Spiel selbst. Viele Fans vermissten in Fürth den gewohnten Kampfgeist des SSV – und auch die gefürchtete Jahn-Offensive wurde schmerzlich vermisst. Für kleinere Aufreger sorgte indes die leicht verzögerte Rückfahrt von Fanbussen, die noch auf ein Begleitfahrzeug der Polizei warten mussten. In der stickigen Hitze der Busse zog dies den Unmut einiger Fans auf sich, die lauthals den sofortigen Fahrtantritt in Richtung Nürnberg forderten.

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