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Jahn: Fünf Gründe für eine Top-Saison

Eine denkwürdige Saison liegt hinter den Regensburger Spielern, Fans und allen, die für 17 fast reibungslose Partien sorgten.
Von Norbert Lösch

Letzter Applaus für die Fans nach dem Spiel in Bochum: Der Jahn beendet eine Super-Saison. Foto: Andreas Nickl
Letzter Applaus für die Fans nach dem Spiel in Bochum: Der Jahn beendet eine Super-Saison. Foto: Andreas Nickl

Der „Zwölfte Mann“: Diese Spielzeit toppte alle Zuschauerzahlen

Dreimal hat der Jahn bislang Zweitligaluft geschnuppert: 2003/2004, 2012/13 und eben in der jüngsten Saison. Noch nie hat es seit der Jahrhundertwende und auch lange zuvor einen ähnlichen Zuschauerzustrom beim Jahn gegeben wie zuletzt. 188 385 Fußballfreunde bei den 17 Heimspielen insgesamt, macht einen Durchschnitt von 11080 – das ist einsame Spitze und natürlich auch dem neuen Stadion geschuldet. Ein fünfstelliger Zuschauerschnitt stand seit der Abspaltung der Profi-Fußballer vom Hauptverein SSV im Jahr 2000 noch in keiner Bilanz. Dreimal war die Hütte komplett ausverkauft, unter 7000 fiel die Zahl kein einziges Mal. Und der Jahn war auch in der Zuschauertabelle nie abstiegsgefährdet: Er belegt am Ende Platz 13 und lässt damit die etablierte Derby-Konkurrenz wie Ingolstadt und Fürth hinter sich.

Die Polizei-Bilanz:„Alles im Griff“ auch in Liga zwei

So häufig wie viele Fans waren in der zurückliegenden Saison auch Beamte der Polizeiinspektion Regensburg Süd Gäste im und am Stadion, regelmäßig unterstützt von Kollegen der Bereitschaftspolizei. „Die PI Regensburg Süd war für 16 der 17 Heimspiele des SSV Jahn in der vergangenen Saison die einsatzführende Polizeidienststelle. Beim Spiel des SSV Jahn gegen Dynamo Dresden am 14. September 2017 wurde der Einsatz durch das Polizeipräsidium Oberpfalz betreut“, teilte Sprecher Markus Reitmeier am Montag mit. Er stellt seinen Kollegen, aber auch den Fans ein gutes Zweitliga-Zeugnis aus: „Das Geschehen außerhalb des Spielfeldes hatten die Einsatzkräfte bei allen Begegnungen im Griff. Das Aufeinandertreffen rivalisierender Fangruppen konnte unterbunden werden. Es kam zu keinen größeren Sicherheitsstörungen.“ Gestört war allenfalls ab und an der Verkehrsfluss, vor allem vor dem Anpfiff. „Im Stadionumfeld kam es bei hohem Zuschaueraufkommen regelmäßig zu kurzfristigen Verkehrsstörungen, insbesondere wenn die Spiele auf einen Werktag fielen.“ Und wenn die Parkplätze voll waren, wichen manche Autofahrer schon mal auf die Wiese aus, um ja nichts zu versäumen. Solche „Parkverstöße“ seien laut Reitmeier konsequent geahndet worden. Die erzieherische Maßnahme wirkte: „Im Laufe der Saison konnte ein deutlicher Rückgang der Verstöße festgestellt werden.“

Der SSV Jahn feiert den Saisonabschluss mit seinen Fans auf der Maidult. Hier sehen Sie die Bilder des Abends:

Der SSV Jahn feiert auf der Dult

Die Stimmung: Zunehmend zweitligatauglich

Ein „Ort der Emotionen“ schwebte dem Stadion-Architekten Stefan Nixdorf vor, als er die 2015 eröffnete Continental Arena plante. Der Mann, der auch dem Tivoli in Aachen oder der Coface Arena in Mainz ein Gesicht gegeben hat, setzte beim klassischen „Vierflügler“ auf die größtmögliche Nähe der Zuschauer zum Spielfeld. Das zahlte sich jetzt aus, als man im vollen Rund mitunter eng zusammenrücken musste. Im Lauf der Spielzeit wurde das Publikum immer homogener. Angepeitscht von den Hardcore-Fans auf der Hans-Jakob-Tribüne, standen auch die sonst sitzenden Anhänger immer öfter auf, um sich zwischendurch im Wechselgesang mit der Stehplatztribüne zu üben. So entwickelte sich eine Power, die manchen gegnerischen Fan-Block beeindruckte. Und die nicht selten dafür sorgte, dass unten auf dem Spielfeld noch eine Schippe draufgelegt wurde.

Kommentar

Nur im Schulterschluss

„Historisch“, „großartig“, „hochzufrieden“: Der Jahn lässt kaum ein Superlativ aus, wenn er auf die in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Zweitliga-Saison...

Ein Fan sagt: Vergesst die Akteure hinter den Kulissen nicht

Jahn-Fan Mike Finke (39) hat nicht nur die Akteure auf dem Rasen im Blick, wenn er von der „wohl geilsten Saison, die der SSV Jahn Regensburg je gespielt hat“, spricht. „Glückwunsch auch an diejenigen, die nicht so oft oder gar nicht im Rampenlicht stehen. Angefangen von den Balljungs, Greenkeepern, dem Moderator Christian Sauerer sowie den Masseuren, Stadiontechnikern und so weiter. Auch die sind für diese tolle Saison mitverantwortlich!“ Große Stücke hält er auch auf Trainer Achim Beierlorzer, der es auf Anhieb und anfänglichen Unkenrufen zum Trotz geschafft habe, „eine eh schon ziemlich runde Mannschaft noch runder zu machen“. Und dass er sich analog zum sportlichen Erfolg auf der Beliebtheitsskala der Fans schnell ganz nach oben gearbeitet hat, sei auch seinem Umgang mit den Anhängern geschuldet. Der Fan aus Bad Abbach sagt: „Beierlorzer hat es sich persönlich nie nehmen lassen, nach Spielschluss mit in die Fankurve zu kommen – egal ob Sieg oder Niederlage.“

Der Stadion-Shuttle: Nachfrage gibt dem Konzept recht

In der Spitze mehr als 15000 Fußballfreunde müssen erst einmal zum Stadion kommen und später wieder weg. Und weil sich der Weg von der Innenstadt zur Arena durchaus hinzieht, stellt die Stadt als Betreiber von Anfang an Shuttle-Busse zur Verfügung, die sehr gut angenommen werden. Am besten natürlich in der jetzt zu Ende gegangenen Saison, in der die gelben Riesen der Verkehrsbetriebe (RVB) scheinbar unermüdlich zwischen Hauptbahnhof und Stadion pendelten. Bei den 17 Heimspielen waren laut RVB-Sprecher Martin Gottschalk über die Saison hinweg etwa 260 Gelenkbusse im Shuttle-Betrieb unterwegs, was hochgerechnet einer Passagier-Kapazität von rund 94000 entspricht.

Dass ein Jahn-Ticket – egal ob Tages- oder Dauerkarte – zur An- und Abreise in allen Verkehrsmitteln im Bereich des Regensburger Verkehrsverbunds berechtigt, ist für viele Jahn-Fans und auch Gäste mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch für zwei junge Anhänger aus Laaber. Sie sagen: „Das Stadion ist zwar jetzt weiter weg vom Bahnhof, aber wir kommen trotzdem schneller hin als früher in die Prüfeninger Straße.“ Ein guter Service sei das – den sie in der nächsten Saison wieder beanspruchen wollen.

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