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Sport

Jahn: Viel Jubel, aber kein Punkt

15 224 Zuschauer sahen den Jahn spielen und den Club siegen. Die Polizei war stattlich vertreten, musste kaum eingreifen.
Von Heinz Klein, MZ

Die Jahnfans standen hinter ihrer Elf, nicht aber unbedingt hinter dem umstrittenen Investor Schober, wie zwei Transparente kundtaten. Foto: Klein
Die Jahnfans standen hinter ihrer Elf, nicht aber unbedingt hinter dem umstrittenen Investor Schober, wie zwei Transparente kundtaten. Foto: Klein

Regensburg. Die Nürnberger Fans waren nicht absolut siegesgewiss nach Regensburg gekommen. „Es wird ned einfach“, sagten etliche und dann hatte ein „Glubberer“ mit 37-jährigem Dauerkartenabo und seinem 1:0-Tipp den richtigen Riecher. Der hatte allerdings im Vorfeld orakelt: „Wenn beim Glub die Vorbereitung gut left, left die Saison schlecht. Und die Vorbereitung ist gut glofn.“

An die 3000 Nürnberger Fans waren in Regensburg erwartet worden. Das Angebot, die per Zug Anreisenden vom Bahnhof mit Shuttle-Bussen in die Continental Arena zu transportieren, schlug ein etwa 350-köpfiger Nürnberger Fanpulk aus und marschierte lieber den Galgenberg hinauf zum Stadion. Die mit stattlichem Aufgebot vertretene Polizei hatte die Nürnberger bereits am Bahnhof empfangen und ließ es sich nicht nehmen, die „Glubberer“ zu begleiten.

Die Konditionsstärksten im Stadion waren ohne Frage die Nürnberger Ultras, die zunächst einmal die Schallschutzscheibe mit ihren „Visitenkarten“ beklebten und dann eine gewaltige Schallkulisse erzeugten, was sie über mehr als 90 Minuten durchhielten.

Flyer warnt von Investor Schober

Was die Nürnberger Ultras wohl wenig interessierte, lasen die Jahnfans sehr aufmerksam: Ein Info-Flyer der „Hans Jakob Tribüne“ forderte, mit einem Stop-Schild versehen: „Finger weg von unserem SSV Jahn!“ Der Appell richtete sich an den in die Schlagzeilen gekommen Investor Schober. „Philipp Schober soll bewusst sein, dass er beim SSV Jahn nicht willkommen ist“, wurde auf dem Flyer als Ziel genannt. Als zweites Ziel hieß es: „Alles, was zum SSV Jahn gehört, muss zu 100% dem Verein gehören.“ Auch im Regensburger Fanblock wurde das Thema auf zwei langen Bannern sichtbar: „Ehrliche Arbeit statt betrügerische Geschäftemacherei“ hieß es dort und auf einem zweiten Spruchband: „Für den Jahn, gegen seelenloses Investment“.

Eine Video-Analyse zum Heimauftakt des SSV Jahn von MZ-Sportredakteur Jürgen Scharf sehen Sie hier.

Hier finden Sie unseren Spielbericht über das bayerische Derby in der Regensburger Continental-Arena!

Stumm blieben die Jahnfans allerdings keineswegs, auch wenn sie es an Dauerbeschallung mit den Nürnbergern nicht aufnehmen konnten. Zwischen beiden rivalisierenden Fanblocks kam es dabei sogar zu einem gleichlautenden „Singspiel“, das abwechselnd die einen und dann die anderen intonierten. Die Parole war an den Deutschen Fußballbund adressiert und so einfach wie eindeutig formuliert. „Sch… DFB“ sangen beide Fanblocks.

Wo der Jahn in dieser Saison spielt, sehen Sie in unserer Grafik:

Die erste Halbzeit blieb trotz der von beiden Seiten gezeigten Anstrengungen torlos, was der Hingabe der Fans aber keinen Abbruch tat. Als schließlich in der 77. Minute der Ball im Jahntor lag, verfielen weder die Jahn-Kicker noch die Jahnfans in Depression. Und am Ende wäre tatsächlich der Ball auch noch im Tor der Nürnberger gelandet, wenn er nicht wenige Meter vorher an einem der 22 Jahn-Wadl abgeprallt wäre.

Ein wenig geknickt, aber treu zu ihrem Verein stehend, zogen die Regensburger von dannen. Schimpfen hörte man keinen. Ganz im Gegenteil machte sich unter Fans sogar unerschütterlicher Optimismus breit. „Es war ein Kampfspiel und hätte ein gerechtes Unentschieden verdient“, sagte ein ehemaliger Jahn-Kicker: „Aber in 14 Tagen gewinnen wir in Darmstadt, kommen im DFB-Pokal weiter und verdienen einen Haufen Geld.“

Mehr zum SSV Jahn lesen Sie in unserem Spezial!

Nürnberger Rempler mit Folgen

Ob die Polizei mit dem Spielausgang zufrieden war, äußerte sie nicht. Mit dem Ablauf des Oberpfalz-Franken-Derbys war sie es aber weitgehend. Ein Club-Fan verzierte Ampeln mit Aufklebern, was für ihn Folgen haben wird. Einem weiteren Nürnberger wurde beim Stadioneinlass ein Schlauchschal abgenommen, der sich zum Vermummen eignen würde. Und ein Nürnberger Fan, der aufgrund eines Stadionverbots wieder abziehen musste, ließ seinen Frust in der Hermann-Geib-Straße an einem Radfahrer aus, den er so rempelte, dass dieser stürzte und sich leichte Verletzungen zuzog, bilanzierte die Sprecherin der PI Regensburg-Süd, Tanja Nuß.

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