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Kult

Jahninselfest: Tanzen im Wolkenbruch

Das Festival rockt dieses Jahr den Grieser Spitz. Die Atmosphäre war entspannt – auch der Regen vertrieb die Besucher nicht.
Von Gabi Hueber-Lutz

Beim Auftritt der Band ZSK begann es zu regnen. Musiker und Gäste störte das nur wenig. Foto: altrofoto.de
Beim Auftritt der Band ZSK begann es zu regnen. Musiker und Gäste störte das nur wenig. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Das Wetter war die ganze Zeit Thema bei den Organisatoren des Jahninselfestes. Am Ende war klar: Alles gut gegangen. Am Samstagnachmittag war es zwar sehr windig, aber trotzdem ok. Pünktlich zum Headliner ZSK öffnete der Himmel am Samstagabend dann seine Schleusen. Die Skate-Punk-Band aus Berlin gab aber Durchhalteparolen aus, und die Besucher dachten nicht daran, sich vom Regen vertreiben zu lassen.

Es goss wie aus Kübeln – trotzdem wurde getanzt. Foto: altrofoto.de
Es goss wie aus Kübeln – trotzdem wurde getanzt. Foto: altrofoto.de

Noch am Tag danach schwang riesige Begeisterung in der Stimme von Jasmin Niebauer vom Organisationsteam des Festes mit, als sie die Stimmung beschrieb. ZSK hat gespielt, die Leute haben getanzt und vom Himmel stürzten die Fluten. Das wird in Erinnerung bleiben. Das Jahninselfest hatte in diesem Jahr seinen Standort gewechselt: Damit das Gras auf der Insel für das Bürgerfest geschont wird, fand es heuer am Grieser Spitz statt. Wer das nicht wusste, der konnte sich auch nicht groß verlaufen, denn er mussten nur immer der Musik nach gehen. Das Fest ist für viele seiner Besucher Kult. Bereits am Freitagabend strömten Hunderte von Jungen und Junggebliebenen auf den Grieser Spitz.

Age of Rats, die Regensburger Punkband, machte den Anfang. Bei Black Vodoo Train aus München hatte sich dann schon eine größere Menge Zuschauer vor der Bühne versammelt.

Hardcore trifft Kleinkunst

Bei den Dorks, Metal-Punker aus München, ging vor der Bühne immer wieder das große Getümmel los. Die Freunde des Pogos bildeten hier ein brodelndes, zuckendes Knäuel, das von der Musik angeheizt wurde. Die Band skandierte die Refrains, die Fans brüllten mit, die Stimmung wuchs.

Auf der Kleinkunstbühne ging es etwas leiser zu. Foto: altrofoto.de
Auf der Kleinkunstbühne ging es etwas leiser zu. Foto: altrofoto.de

Leisere Töne wurden auf der Kleinkunstbühne angeschlagen. Student Jan Daumin ist als Jongleur unterwegs. Sieben Bälle kann er in der Luft halten. Beim Jahninselfest pflegte er den Dialog mit dem Publikum. Wenn er einen Ball fallen lasse, dürfe das Publikum das mit einem langgezogenen „Ohhh“ quittieren, forderte er seine zahlreichen Zuschauer auf.

Der Regensburger Performer Roman S. breitete erst mal Blech auf der Kleinkunstbühne aus. Ist das noch Rock’n’Roll oder Blasmusik? Egal. „Hock di hi da“, forderte der eine Kumpel den anderen auf. Genau – „hock di hi“ und lass die entspannte, friedliche Atmosphäre auf dich wirken. Die war es nämlich, die das Festival für viele Besucher so attraktiv machte.

Ein junges Paar suchte nach Worten, das Fest zu beschreiben: „Entspannt, nett, freundlich, offen, mit frei denkenden Menschen.“ Und der Kommerz steht nicht an erster Stelle. Auch das etwas, was Besuchern positiv auffällt. Die Regensburger Studenten Nico und Niklas genossen das Fest. „Der Spaßfaktor ist hoch, weil alle beisammen sind“, steht für Niklas fest. „Einer ist immer dabei, mit dem man schon zusammen gespielt oder ein Bier getrunken hat.“

Weitere Eindrücke vom Jahninselfest zeigt unsere Bildergalerie:

Auf der Regensburger Jahninsel wird gefeiert

Fest bekennt politisch Farbe

Wichtig seien natürlich auch die Bands, warf Nico ein. Und eine große Rolle für die beiden Studenten spielte auch die Tatsache, dass politisch Farbe bekannt wird. Nazis hatten keinen Zutritt beim Jahninselfest.

Punkerin Marina hatte ihren Hund Rebella dabei. Die tollen Bands, gutes Bier und Spaß haben – das mögen sie und ihre Freundin Anna. Und dass linksorientierte Bands hier spielen können, findet Marina gut: „Das toleriert nicht jede Stadt.“

Auch für die jüngsten Besucher gab es etliches an Unterhaltung. Wenn sie mit ihren Eltern bei der großen Bühne waren, taten Kopfhörer als Schutz gute Dienste.

Auch für Speis und Trank war gesorgt. Die afghanischen Spezialitäten mundeten den Besuchern ausgezeichnet. Das Reisgericht mit Karotten und Rosinen ging gut weg und Bolani, die gefüllten Teigtaschen, kamen frisch aus der Fritteuse und gaben Kraft für den nächsten Pogo.

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