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Tierheim

Jedes Tier hat eine Geschichte

Beim Tag der offenen Tür stehen Vierbeiner, Katzen und Kleintiere im Fokus. Mehr als 50 Tiere suchen ein neues Zuhause.
Von Emily Holmes

Jeder Hund wurde beim Tag der offenen Tür eigens vorgestellt. Fotos: Holmes
Jeder Hund wurde beim Tag der offenen Tür eigens vorgestellt. Fotos: Holmes

Regensburg.Viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen brachten am Sonntag beste Voraussetzungen für die vielen Feste in der Stadt. Während in und um die historische Altstadt Regensburgs das Welterbe und ein tolerantes Miteinander gefeiert wurden, veranstaltete das Tierheim seinen alljährlichen Tag der offenen Tür zugunsten einsamer Vierbeiner, Katzen und Kleintiere.

Hier versammelten sich auf Einladung des Tierschutzvereins Regensburg Tierfreunde und Neugierige zu einem bunten Sommerfest mit Hundefrisör, Tombola, Flohmarkt sowie Bratwurstsemmeln, Kuchen und Eiswagen. Da freuten sich nicht nur tierliebe Menschen, sondern auch viele der Bewohner des Tierheims. Während die Katzen klassischerweise relativ unbeeindruckt von dem Tumult in der Sonne fläzten, genossen ihre vierbeinigen Kollegen im Hundetrakt sichtlich die verstärkte Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.

20 Hunde und 30 Katzen

Wer da schwach wurde, konnte sich bei den Hundevorführungen genaueres über die Tiere sagen lassen. Die bringen die verschiedensten Geschichten mit. Manche sind schon sehr umgänglich, andere brauchen von ihrem zukünftigen Herrchen oder Frauchen noch etwas Geduld und die ein oder andere Lektion. Eines aber haben sie gemeinsam: Über ein neues Zuhause würden sie sich alle freuen. Etwa 20 Hunde, 30 Katzen sowie einige Kaninchen und weitere Kleintiere beherbergt das Regensburger Tierheim zur Zeit, erzählt Christine Hirschberger. Sie ist die 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins und Leiterin des Katzenhauses.

Anfangs waren das nur herrenlose und Fundtiere, mittlerweile gibt es immer mehr Tiere, die abgegeben werden. Das kann verschiedene Ursachen haben aber: „Besonders diese lockere Abgabe nimmt sehr zu“, bedauert Hirschberger. Immer mehr Familien legen sich leichtsinnig ein Haustier zu und merken erst im Nachhinein, dass das gar nicht so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben.

Seit 1975 besteht das Tierheim, mittlerweile im hellen Neubau. 20 Jahre lang hat Hirschberger hier gearbeitet, mittlerweile ist die Rentnerin als Ehrenamtliche dabei. Ob sie Wünsche für die Zukunft des Tierheims hat? „Das ist jedes Jahr das gleiche“, antwortet sie ernüchtert, „eine Kastrationspflicht für Katzen.“ Dann, so die Leiterin, hätten sie auch nicht jedes Jahr 50 bis 60 Neue, die niemand wolle. „Aber da tut sich nichts.“

So müssen sie weiter ihr bestes geben, um die Tiere im Heim zu versorgen und möglichst schnell zu vermitteln. Das klappt zum Glück recht gut. „Wir haben Gott sei Dank keine richtigen Ladenhüter“, meinte ihre Kollegin Andrea Aumeier, die Co-Vorsitzende des Tierschutzvereins. Ihr längster Gast sei gerade etwas unter einem Jahr da. Und bis die Tiere vermittelt werden können, wird sich bestens um sie gekümmert.

Weitere Eindrücke vom Tag der offenen Tür im Tierheim sehen Sie hier.

Mit 15 festangestellten Tierpflegern und Tierarzthelfern sowie zahlreichen Ehrenamtlichen wird das Tierwohl gesichert. Und die geben erfolgreich ihr Bestes. „Das ist ja wirklich sehr schön hier“, freut sich ein Besucher, der überlegt, seinen Hund als Pensionsgast über den Urlaub hier abzugeben. „Wenn man Tierheim hört, denkt man ja sonst eher immer an einen Gnadenhof“.

Dass das eben nicht so ist, hat der Tierschutzverein besonders den Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern zu verdanken. Sie gehen mit den Hunden Gassi, nehmen Meerschweinchen mit zum Tierarzt oder schneiden kostenlos Krallen und Haare. So zum Beispiel die Hundefrisöse Sandra Schmidt. Seit acht Jahren hat sie ihren eigenen Salon in Hohenschambach und frisiert regelmäßig ehrenamtlich die Hunde aus dem Tierheim.

Hundepflege ist wichtig

Am Sonntag hat sie ihren mobilen Salon beim Tag der offenen Tür aufgebaut. Auf Spendenbasis berät sie Herrchen und säubert ihre Lieblinge. Wer sich so einen Besuch beim Hundefrisör als lächerlichen Luxuszeitvertreib für einen verhätschelten Pudel vorstellt, hat weit gefehlt. „Denn die Pflege des Hundes ist extrem wichtig und wird oft vernachlässigt“, weiß Schmidt. So könne zum Beispiel Entzündungen vorgebeugt werden und so auch teuren Besuchen beim Tierarzt.

Denn so eine Hundefrisörin reinigt auch Ohren und schneidet Krallen. Eine Fellanalyse zeigt den Besitzern außerdem, wie sie ihren Hund am besten scheren und pflegen. Denn: „Je gepflegter der Hund, desto glücklicher“. Die Hunde im Tierheim Regensburg liegen ihr besonders am Herzen. „Ich würde mir nie einen Hund beim Züchter kaufen“, sagt sie.

Dass man sich als Tierfreund gegenseitig unterstützt, ist selbstverständlich. Deshalb darf der Verein „Aktiv für Meerschweinchen“ auch seinen Stand dazustellen und über seine Arbeit informieren. In Kooperation mit verschiedenen Tierheimen der Umgebung, kümmert sich der Verein um dort lebende Meerschweinchen und klärt umfangreich über Haltung und Gesundheitsfragen auf. Nicht nur auf Tieres-, sondern auch auf Menschenwohl ist die Soziale Futterstelle Regensburg bedacht. Ähnlich wie eine Tafel gibt sie einmal im Monat Tierfutter für die Haustiere sozial bedürftiger Menschen aus.

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