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Verantwortung

Jüdisches Zentrum entsteht

Der Förderverein „Neue Regensburger Synagoge“ übergibt der jüdischen Gemeinde 50 000 Euro. Das Gebetshaus wird 2019 fertig.
Von Katia Baierlein

Jakov Denisenko, Ilse Danziger (beide Vositzende der jüdischen Gemeinde), mit Dieter Weber und Josef Eckstein Foto: Baierlein
Jakov Denisenko, Ilse Danziger (beide Vositzende der jüdischen Gemeinde), mit Dieter Weber und Josef Eckstein Foto: Baierlein

Regensburg.„Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“, ist auf dem Blumenkranz zu lesen, der vor der Baustelle der neuen Synagoge am Brixener Hof liegt. Genau das hat sich der Förderverein „Neue Regensburger Synagoge e.V.“ auf die Fahnen geschrieben.

Verantwortung übernehmen

Am 12. Januar 1519 wurden die Synagoge auf dem Neupfarrplatz zerstört und die Juden aus Regensburg vertrieben. Eine neue Synagoge wurde erst am 29. August 1912 am Brixener Hof eingeweiht. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch diese Synagoge niedergebrannt. Seitdem gab es in Regensburg keine Synagoge mehr. 

Der Förderverein Neue Regensburger Synagoge ist ein Bürgerprojekt nicht-jüdischer Regensburger. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, der jüdischen Gemeinde bei der Finanzierung der neuen Synagoge zu helfen.  „Regensburger Bürger haben damals die Synagoge zerstört und müssen heute dafür Verantwortung übernehmen“, so Dieter Weber, Vorsitzender des Fördervereins. 

Für 500 Euro kann zum Beispiel symbolisch ein Baustein erworben werden. Doch auch über kleinere Geldbeträge freut sich Weber: „Es gibt Schulen, die die Einnahmen eines Schulfestes spenden oder Rentner, die statt Geburtstagsgeschenken Geld auf unser Konto überweisen lassen“, so Weber. Knapp 800 000 Euro sind durch Spenden schon zusammengekommen.

Die Kosten für die Synagoge setzen sich aus der Renovierung des Altbaus und einem Neubau zusammen. Die Hälfte der Renovierungskosten muss die jüdische Gemeinde selbst tragen. Deshalb ist sie auf Spenden dringend angewiesen.
Der Zugang zum Jüdischen Zentrum erfolgt über einen Innenhof. „Wir wollten den Eingang so hell und offen wie möglich gestalten, als Symbol dafür, dass die Türen für jeden offen stehen“, so Weber. Die Synagoge befindet sich im ersten Stock des Gebäudes. Im Erdgeschoss ist der Gemeindesaal untergebracht. Neu- und Altbau werden barrierefrei miteinander verbunden.

Bei Jahrestag der Zerstörung

Bis Juni diesen Jahres wird die Außenfassade fertig sein. 2019 soll dann die Eröffnungsfeier stattfinden, denn dann jährt sich die Zerstörung der Synagoge auf dem Neupfarrplatz zum 500. Mal.

Die Synagoge

  • Ziel:

    Schritt für Schritt nähert sich die jüdische Gemeinde in Regensburg ihrem großen Ziel: Sie will endlich wieder eine Synagoge haben, auf die sie seit der Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 verzichten muss.

  • Standort:

    Gebaut wird sie an der Stelle, an der das prächtige Gebäude aus dem Jugendstil stand: Am Brixener Hof/Ecke Luzengasse.

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