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Aktion

Jugendprojekt führt zu vielen Lieblingsplätzen

Sieben Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund haben eine virtuelle Stadtrallye entwickelt – und dabei dazugelernt.
Von Martina Groh-Schad

Gerda Stauner und Claudia Eisenrieder (von rechts) erarbeiten zusammen mit den Jugendlichen eine virtuelle Stadtrallye, die zu Lieblingsplätzen in Regensburg führt.  Foto: Martina Groh-Schad
Gerda Stauner und Claudia Eisenrieder (von rechts) erarbeiten zusammen mit den Jugendlichen eine virtuelle Stadtrallye, die zu Lieblingsplätzen in Regensburg führt. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Lazarina, Drilon, Ahmed und Sara stecken über einem großen Stadtplan von Regensburg die Köpfe zusammen. Mit dem Finger suchen sie nach ihren Lieblingsplätzen. In den vergangenen sechs Monaten haben insgesamt sieben Jugendliche aus fünf Ländern gemeinsam mit den Projektleiterinnen von „Fingerzeig“, Gerda Stauner und Claudia Eisenrieder, eine virtuelle Stadtrallye entwickelt. Aktuell liegt das Projekt in den letzten Zügen. Am 19. März sollten die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden, das wird sich wegen des Coronavirus nun verschieben.

Auf großen Informationstafeln stellen die Jugendlichen ihre Lieblingsorte und deren Geschichte vor. Über einen QR-Code gelangt der Besucher zur digitalen Stadtrallye und kann sich dann via Handy oder Tablet auf eine virtuelle Reise durch Regensburg begeben.

Das Konzept

  • Projekt:

  • Sieben Jugendliche aus fünf Ländern erarbeiten aktuell eine virtuelle Stadtrallye. Das Ergebnis sollte ursprünglich am 19. März im Erdgeschoss-Gewölbe der VHS am Haidplatz der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

  • Tafeln:

    Geplant war, ab April die Ausstellungstafeln zusammen mit der digitalen Spurensuche an Schulen und Jugendzentren zu zeigen. Das verschiebt sich nun.

„Kultur soll den Jugendlichen Spaß machen“, erklärt Gerda Stauner. In den vergangenen Monaten haben sich die jungen Leute mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam auf Spurensuche durch Regensburg gemacht. Dabei sind Freundschaften entstanden. „Man lernt sich kennen und verstehen“, sagt Eisenrieder. „Jugendliche mit Migrationshintergrund haben so ihre Sprachkenntnisse verbessert.“

Zunächst mussten sich die Schüler für Lieblingsplätze entscheiden. Dann begann die Recherche vor Ort, wo auch Videos gedreht wurden, in denen die Jugendlichen neben den Orten die Hauptrolle spielen. Informationen über die Orte erhielten die Projektteilnehmer nicht nur im Internet, sondern auch in der Staatlichen Bibliothek, im Stadtarchiv und im Historischen Museum. „Ich war vorher noch nie in einem Archiv“, erinnert sich Sara. „Die Jugendlichen wurden so ans Lesen herangeführt“, erklärt Stauner. Um den Inhalt für die Informationstafeln zu erarbeiten, wurden die Ferien herangezogen, in denen sich die jungen Leute regelmäßig trafen.

Lieblingsplatz von Drilon ist beispielsweise die Räuberhöhle. „Ich fand sehr spannend herauszufinden, was dort schon alles stattgefunden hat“, sagt er. Ahmed beschreibt bei der Stadtrallye die Ostengasse. „Ich fühle mich hier wohl“, erklärt er.

Bei der virtuellen Stadtrallye sehen die Besucher auf dem Handy oder dem Tablet Videos, die die Jugendlichen gedreht und geschnitten haben. Hinzu kommen Quizfragen, die die Tour interaktiv machen. „Es ist nicht leicht, junge Leute gemeinsam für ein außerschulisches Projekt an einen Tisch zu bekommen“, erklärt Stauner. Oft hätten die jungen Leute durch die Schule einen gefüllten Zeitplan. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Vor Ort unterstützen die Staatliche Bibliothek, der AAA sowie der Bürgerverein Südost.

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