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Bayern

Junge Grüne wählen neue Doppelspitze

Eva Lettenbauer und Matthias Ernst stehen an der Spitze. Der Landeskongress in Regensburg wird von einer Hooligan-Attacke gestört.
Von Christine Schröpf, MZ

Neu gewählt: Eva Lettenbauer und Matthias Ernst.
Neu gewählt: Eva Lettenbauer und Matthias Ernst. Foto: Stephan Christoph

Regensburg.Grünen-Politiker wurden am späten Samstagnachmittag am Rande des Landesjugendkongresses in Regensburg von fünf Chemnitzer Hooligans attackiert und beleidigt. Es passierte, als das Quintett nach dem Spiel ihres Vereins gegen den SSV Jahn in Richtung Innenstadt abzog. In Höhe der Pindl-Schule, Tagungsort der Grünen, pöbelten sie den Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle an. Sie störten sich offenbar an seinem Sweatshirt mit der Aufschrift „Löwen gegen Rechts“ – eine Aktion des Fußballvereins 1860 München gegen Neonazis. Leonhard Simon, Sprecher der Grünen Jugend Oberbayern, der zu Hilfe kam, wurde geohrfeigt. „Es war eine sehr bedrohliche Situation. Sie haben ihn als linke Zecke bezeichnet“, sagte der 22-Jährige. Die Männer verschwanden, wurden aber wenig später von der Polizei gestellt, die die Personalien aufnahm. „Die Hintergründe werden noch ermittelt“, sagte die Polizei.

Motto „Land statt Frust“

Der Landesjugendkongress ist auf drei Tage angesetzt. Bereits am Freitag waren 75 junge Grüne in Regensburg eingetroffen, um unter dem Motto „Land statt Frust“ über Probleme des ländlichen Raums zu diskutieren. Weitere Themen waren die Gefahren des Rechtsextremismus, der G7-Gipfel und ökologische Verkehrskonzepte. Bundestagsvizepräsidentin und Grünen-Politikerin Claudia Roth sowie der Grünen-Landesvorsitzende Eike Hallitzky kamen zu einer Kurzvisite.

Bei den Neuwahlen am Samstag wurden Eva Lettenbauer und Matthias Ernst zu neuen Sprechern der Grünen Jugend Bayern gewählt. Sie ist 22 Jahre alt und studiert in Augsburg Wirtschaftsingenieurswesen mit Schwerpunkt erneuerbare Energien. Er ist 21 Jahre alt und studiert an der Uni Regensburg Politik und Philosophie. Lettenbauer kritisierte in ihrer Bewerbungsrede die Energiepolitik der bayerischen Staatsregierung und forderte eine Legalisierung von Cannabis. Ernst warnte die grüne Mutterpartei vor einer Koalition mit der CSU nach der Landtagswahl 2018. Klare Inhalte dürften nicht „gegen Macht eingetauscht werden“. Das neue Duo rückt an die Stelle von Anna Schmidhuber und Korbinian Gall, die nicht mehr kandidiert hatten.

Breitband bis zu jedem Bauernhof

Eine Stunde lang freies WLAN für alle gab es am Samstagmittag auf dem Regensburger Bismarckplatz – eine Aktion der Grünen Jugend in Bayern.
Eine Stunde lang freies WLAN für alle gab es am Samstagmittag auf dem Regensburger Bismarckplatz – eine Aktion der Grünen Jugend in Bayern. Foto: Grüne

Bei einer Aktion am Regensburger Bismarckplatz hatte die Grüne Jugend am Samstagmittag für eine „WLAN-Wohlfühlzone“ mit grasgrünen Couchelementen gesorgt – sie spendierten dort eine Stunde lang kostenlosen Zugang zum Internet. Beim Kongress wurde ein Antrag auf Breitbandausbau bis zu jedem Bauernhof beschlossen. Das 1,5 Milliarden Euro schwere Förderprogramm des Freistaats, das bis 2018 flächendeckend 50 Mbit pro Sekunde bereitstellen soll, gehe nicht weit genug.

Die Grüne Jugend ist für die Mutterpartei ein Talentreservoir. Die Landtagsabgeordnete Katharina Schulze, die beim Münchner Bürgerbegehren gegen die dritte Startbahn am Flughafen zu den treibenden Kräften zählte, startete hier ihre politische Laufbahn – ebenso der Grünen-Co-Fraktionschef im Landtag, Ludwig Hartmann, der in der Oberpfalz wegen seiner Anti-Fracking-Initiativen bekannt geworden ist.

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