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Risiko

Keimbelastete Wilkewurst in Regensburg

Auch in die Gastronomie in Stadt und Landkreis ist die mit lebensgefährlichen Krankheitserregern belastete Ware gelangt.
Von Christian Eckl und Marion Koller

Die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren im hessischen Twistetal. Nach zwei Todesfällen und vielen Erkrankungen durch Keime in Wurstwaren musste Wilke die Produktion stoppen. Foto: Uwe Zucchi/dpa
Die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren im hessischen Twistetal. Nach zwei Todesfällen und vielen Erkrankungen durch Keime in Wurstwaren musste Wilke die Produktion stoppen. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Regensburg.Stadt und Landkreis haben am Mittwochnachmittag bestätigt, dass keimbelastete Wurst des Herstellers Wilke aus Hessen auch in Regensburger Restaurants und in der Gastronomie im Umland aufgetaucht ist. Sie sei vom Metro-Großmarkt verkauft worden. Wahrscheinlich unter dem Namen Aro, das ist die Metro-Eigenmarke, sagt die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch aus Berlin. Metro war nicht erreichbar.

Mindestens zwei Todesfälle und 37 Erkrankungen in Hessen gehen laut Robert-Koch-Institut auf verunreinigte Lebensmittel aus der Wilke-Produktion zurück.

Pressesprecher Dario Sarmadi von Foodwatch sagte zur Mittelbayerischen: „Wir haben von den Behörden noch keine Klarheit darüber, welche Verkaufsstellen Wilkewurst ausgegeben haben.“ Betroffen sein könnten Fleischtheken, Einzelhandelsketten, aber auch Caterer, die in Krankenhäuser liefern.

Lebensmittelkontrolleure ermitteln

Zur MZ-Frage, wie die Behörden darauf reagieren, sagte eine Pressesprecherin der Stadt Regensburg, grundsätzlich liege es in der Verantwortung der Lebensmittelunternehmer, betroffene Waren zu sperren und ihre Abnehmer entsprechend zu informieren. „Wie auch bei anderen Fällen von Lebensmittel-Rückrufen ermitteln unsere Lebensmittelkontrolleure derzeit auf Grundlage der uns vorliegenden Vertriebslisten mit Hochdruck, ob entsprechende Informationen angekommen sind und informieren somit ihrerseits nochmals die Abnehmer über den Rückruf.“ Das bestätigte auch das Landratsamt: „Wie in derartigen Fällen üblich, werden betroffene Betriebe oder auch durch Weiterverkäufe betroffene Betriebe von den Lebensmittelkontrolleuren – zusätzlich zum vorher schon stattgefundenen öffentlichen Rückruf hinaus – umgehend kontaktiert, über den Rückruf nochmals informiert und der Rückruf der Waren überwacht“, so ein Sprecher der Behörde.

Information kam am 2. Oktober

Die Regierung der Oberpfalz bestätigte, dass sie die zuständigen Behörden in den Landkreisen und Städten informiert hat. Demnach wurde die Behörde am 2. Oktober über die zunächst bekannten betroffenen Betriebe, die Produkte der Firma Wilke im Verkauf hatten, vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Kenntnis gesetzt. „Wir haben diese Informationen im Rahmen des bewährten Schnellwarnsystems noch am Abend des 2. Oktober an die betroffenen Kreisverwaltungsbehörden in der Oberpfalz weitergegeben“, sagte ein Sprecher der Regierung. Die Kreisverwaltungsbehörden seien in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten dafür zuständig, die Rückrufaktionen zu überwachen, hieß es weiter.

Stadt räumt Gesundheitsrisiko ein

Die Stadt Regensburg teilte weiter mit, falls noch nicht geschehen, was selten vorkomme, veranlasse sie die Sperrung betroffener Ware und ermittle (bei Weiterverkäufern) die weiteren Vertriebswege. Auf Grundlage dieser Ermittlungen führten die Lebensmittelüberwacher der Stadt weitere Kontrollen durch bzw. übermittelten für den Fall, dass Betriebe außerhalb Regensburgs beliefert wurden, diese Betriebslisten an die übergeordneten Behörden. Diese Listen würden wieder an die vor Ort zuständigen Kollegen weitergegeben.

Es besteht Gesundheitsgefahr für die Verbraucher. Das teilt die Stadt etwas verklausuliert mit: „Für den Fall, dass eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher nicht ausgeschlossen werden kann und es somit zu einem Rückruf kommt, werden wir (die Stadt) von den übergeordneten Behörden entsprechend informiert und zur Überwachung des Rückrufes aufgefordert. So auch im aktuellen Fall.“

Tipp für die Verbraucher

Foodwatch rät den Verbrauchern, sich auf der Website Lebensmittelwarnung.de zu informieren. Dort sind mehr als 1000 mit Bakterien und Keimen belastete Wurstwaren, aber auch vegetarische Produkte von Wilke aufgelistet, die man meiden sollte. Die Seite ist sicher, denn sie stammt von der Bundesstelle für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Die Produktion bei Wilke wurde am 2. Oktober gestoppt. Die Unternehmenskommunikation der Metro in Düsseldorf war am Mittwochnachmittag nicht erreichbar, da völlig überlastet. Regensburg gab keine Auskunft.

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