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Natur

Kepler-Areal: Jetzt fallen doch Bäume

Die Stadt Regensburg fällt am Ernst-Reuter-Platz zwölf Bäume. Der BN zeigt Verständnis, die Altstadtfreunde sind verärgert.
Von Anna Jopp

Die betroffenen Bäume befinden sich an der Südseite des Areals, in der Nähe der Alberstraße. Foto: Jopp
Die betroffenen Bäume befinden sich an der Südseite des Areals, in der Nähe der Alberstraße. Foto: Jopp

Regensburg.Zwölf Bäume sollen weg: Auf dem Kepler-Areal am Ernst-Reuter-Platz wird die Stadt nun doch Bäume fällen. Noch Ende Oktober hatte die Stadt eine Anfrage der Mittelbayerischen dahingehend beantwortet, dass Eingriffe in den Alleengürtel nicht geplant seien.

Nun heißt es von Seiten der Stadt, einige Bäume entlang der Alberstraße stünden auf unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Gebäudeteilen wie der Tiefgarage, die im Zuge des Abrisses des sogenannten „Wirsing-Turmes“ entfernt werden müssten. Von den betroffenen Bäumen sei keiner älter als 50 Jahre, so die Stadt in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Evangelischen Siedlungswerk, das den Abriss organisiert.

Übrige Bäume sind geschützt

Sobald dieser abgeschlossen ist, soll auf dem Areal mit dem Bau eines provisorischen Zentralen Omnibusbahnhofes begonnen werden. Für den Erhalt der verbleibenden Bäume, vor allem an der Ostseite des Geländes im Bereich der D.-Martin-Luther-Straße, gebe es dabei strenge Auflagen durch das Umweltamt. Ein Baumsachverständiger werde den gesamten Prozess überwachen.

„Wir fühlen uns völlig überrumpelt.“

Prof. Dr. Achim Hubel, Freunde der Altstadt

Prof. Dr. Achim Hubel, stellvertretender Vorsitzender des Freunde der Altstadt Regensburg e.V., fühlt sich von der Ankündigung der Stadt dennoch „völlig überrumpelt“. In einem Treffen des Altstadtfreunde-Vorstandes mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und der Planungsreferentin Christine Schimpfermann am 31. Januar sei von Baumfällungen noch keine Rede gewesen. Laut der Pressemitteilung hatte die Stadt die Evangelische Pfründestiftung, auf deren Grundstück sich neun der zwölf Bäume befinden, jedoch bereits Mitte Januar über das Vorhaben informiert.

Die betroffenen Bäume befinden sich an der Südseite des Areals, in der Nähe der Alberstraße. Foto: Jopp
Die betroffenen Bäume befinden sich an der Südseite des Areals, in der Nähe der Alberstraße. Foto: Jopp

Das lässt für Hubel nur eine Schlussfolgerung zu: „Die Stadt hat hier Informationen einfach unterschlagen.“ Dabei habe er das Treffen ursprünglich als sehr konstruktiv empfunden und das Gefühl gehabt, dass die Ideen der Altstadtfreunde für die Zukunft des Areals, darunter der Wunsch nach einem Erhalt und Ausbau der Grünflächen, von der Stadt durchaus ernstgenommen würden. Für ein provisorisches Bauprojekt, das sich zudem erst in der Planungsphase befinde, bereits jetzt Bäume zu fällen, hält Hubel für voreilig.

„Wenn diese Bäume tatsächlich direkt auf der Tiefgarage stehen, dann müssen sie wohl weg, da beißt die Maus keinen Faden ab.“

Raimund Schoberer, Bund Naturschutz

Im Rahmen des Bündnisses „Kein RKK“/„Bündnis für die Zukunft des Kepler-Areals“ waren die Altstadtfreunde Mitinitiatoren des erfolgreichen Bürgerentscheides gegen den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums (RKK) auf dem Kepler-Gelände im vergangenen Jahr. Ein Hauptargument der RKK-Gegner war dabei schon damals die Forderung, die Bäume im Regensburger Alleengürtel zu erhalten. Über 61 % der Bürger hatten sich gegen das Bauprojekt ausgesprochen.

Bund Naturschutz bleibt neutral

Der Regensburger Bund Naturschutz sieht die Angelegenheit gelassener: „Wir stehen dem Gebäudeabriss im Kepler-Areal allgemein neutral gegenüber“, so der Vorsitzende Raimund Schoberer, „Wenn diese Bäume tatsächlich direkt auf der Tiefgarage stehen, dann müssen sie wohl weg, da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Allgemein sieht Schoberer bei der Stadt aber durchaus Bemühungen, den Baumbestand im Bahnhofsbereich so gut es eben gehe zu bewahren.

Dörnbergpark bleibt weiter gesperrt

Die Fällgenehmigung ist mit Auflagen verbunden: Bis spätestens Ende November 2020 müssen zehn Bäume mit einem Stammumfang zwischen 18 und 20 Zentimentern sowie ein Baum mit einem Umfang von 16 bis 18 Zentimetern in der Nähe des aktuellen Eingriffes neu gepflanzt werden.

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