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Kultur

Klavier bei „Jugend musiziert“ beliebt

120 Musikschüler beteiligten sich am 57. Regionalentscheid in Regensburg. Die Sieger dürfen in den Landesentscheid.
Von Martina Groh-Schad

Annika Krämer nahm in der Sparte „Gesang“ am Wettbewerb teil. Begleitet wurde sie von Angelika Achter am Piano. Foto: Martina Groh-Schad
Annika Krämer nahm in der Sparte „Gesang“ am Wettbewerb teil. Begleitet wurde sie von Angelika Achter am Piano. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Annika Krämer ist die Anspannung deutlich anzusehen. Unruhig tritt die 23-jährige Studentin im Flur von einem Fuß auf den anderen. Es sind nur noch ein paar Minuten bis zu ihrem Solo-Auftritt beim Regionalwettbewerb Oberpfalz Süd von „Jugend musiziert“ im Haus der Musik in Regensburg. „Wenn ich auf der Bühne stehe und singe, ist die ganze Anspannung weg“, sagt sie. Seit sieben Jahren nimmt sie Gesangsunterricht. „Singen bedeutet für mich, meine Gefühle ausdrücken zu können.“

Im Raum wartet nicht nur die Wertungsjury auf sie und die Musikstücke, die sie vorbereitet hat. Auch zahlreiche Besucher des Wettbewerbs freuen sich über den kostenlosen Musik-Genuss, den ihnen die Veranstaltung bringt. „Gesang ist beim Publikum beliebt“, sagt Silke Homeier-Arndt. Bereits zum fünften Mal liegt die Organisation des Musikfestivals in ihren Händen.

Wertschätzung gegenüber jungen Musikern wichtig

„Es könnten ruhig noch mehr Zuhörer zu den Wettbewerben kommen“, wirbt sie. Das zeige Wertschätzung gegenüber den musizierenden Kindern und Jugendlichen. „Es geht nicht nur um das qualitativ hochwertige musizieren“, erklärt sie. „Es geht um die Liebe zur Musik, auch im Ensemble.“ „Jugend musiziert“ sei kein professioneller Wettbewerb. „Die Kinder und Jugendlichen sollen Spaß am Auftritt haben und Routine entwickeln.“ Ausgetragen wurde der Wettbewerb an drei Standorten: Im Von-Müller-Gymnasium, in der Music Academy sowie im Haus der Musik am Bismarckplatz. Obwohl es für die Spielstätten ein großer Aufwand sei, werden sie für den Wettbewerb zur Verfügung gestellt. „Das ist viel wert“, betont Homeier-Arndt.

Ihre Musikschüler sind beim Wettbewerb wichtige ehrenamtliche Helfer für die Gesamtleiterin des Regionalwettbewerbs, Silke Homeier-Arndt. Foto: Martina Groh-Schad
Ihre Musikschüler sind beim Wettbewerb wichtige ehrenamtliche Helfer für die Gesamtleiterin des Regionalwettbewerbs, Silke Homeier-Arndt. Foto: Martina Groh-Schad

Zudem ist die Leiterin des Musikwettbewerbs froh, dass sie unter ihren Musikschülern zahlreiche ehrenamtliche Helfer hat, die den Ablauf des Vorspielens unterstützen wie Magdalena Bemmerl. Die 23-Jährige spielt Bratsche, wollte aber nicht als Solistin am Wettbewerb teilnehmen. „Ich bin nicht ambitioniert genug und mir fehlt allein die Motivation“, sagt sie. Bei „Jugend musiziert“ wechseln die Solo-Instrumente und Ensembles immer wieder und es werden nicht in jedem Jahr die gleichen Kategorien angeboten, trotzdem kann fast jeder mit seinem Instrument in einem der Bereiche teilnehmen. „Es ist schön, als Helfer dabei zu sein“, betont sie. Gemeinsam mit Hannah Gleißner und Erik Reichel versorgt sie die Jury-Mitglieder mit Getränken, weist die Besucher ein und sorgt dafür, dass kein Wettbewerb von außen gestört wird.

Der Wettbewerb bietet für die Musiker die Chance, sich eine fundierte Fachmeinung einzuholen. Es sind Musiklehrer, Musiker und Musikpädagogen, die den Gesang und das Spiel bewerten. Jeder Teilnehmer bekommt nach dem Vorspielen von dem Fachgremium Tipps, um sich weiter zu verbessern. „Das ist ein individueller Rat von versierten Profis, die mit Herzblut bei der Sache sind“, sagt Homeier-Arndt. „Diese Gelegenheit hat man als junger Musiker nicht oft.“ Die Ratschläge seien oft sehr hilfreich.“ Als Wettbewerbsleiterin würde sie sich wünschen, dass auch im Bereich der Neuen Musik mehr junge Musiker den Mut hätten, am Wettbewerb teilzunehmen. Unter der Neuen Musik versteht man Kompositionen ab 1910. „Hier gab es in diesem Jahr keine Anmeldung“, bedauert Homeier-Arndt.

Wettbewerb nur dank Förderern möglich

Paula Juhasz-Böss Foto: Martina Groh-Schad
Paula Juhasz-Böss Foto: Martina Groh-Schad

Als Anreiz winken die Qualifikation für den Landeswettbewerb, der ab dem 3. April in Regensburg ausgetragen wird und drei Sonderpreise: Von der Sparkasse für die beste Interpretation im Bereich Kammermusik, von der Galerie Leerer Beutel für ein Werk der Moderne sowie vom Sudetendeutschen Institut, Bezirk Oberpfalz, für die beste Interpretation eines böhmischen Werks. Außerdem dürfen einige der Wertungsbesten beim feierlichen Abschluss des Wettbewerbes, beim Preisträgerkonzert und der Urkundenüberreichung am 2. Februar um 11 Uhr im Vielberth-Gebäude, H24, in der Universität teilnehmen. „Der gesamte Wettbewerb und auch das Preisträgerkonzert wären nicht möglich, wenn wir nicht so tolle Unterstützung von unseren Förderern erhalten würden“, erklärte Homeier-Arndt. Hierzu zählen neben den Städten Regensburg und Cham auch die Landkreise Regensburg, Cham und Neumarkt sowie der Sparkassenbezirksverband, die Sparkasse Regensburg, der Bezirk Oberpfalz und die drei Austragungsorte.

Jugend musiziert

  • Wettbewerb:

    Zum 57. Mal fand an den vergangenen Wochenenden der Regionalentscheid Oberpfalz Süd von „Jugend musiziert“ statt. Die Musikschüler zeigten ihr Können solo am Klavier, der Harfe, Drumset und beim Gesang sowie als Ensemble in den Bereichen Holzbläser, Akkordeon und Streicher.

  • Einzug:

    In diesem Jahr nahmen rund 120 Musikschüler aus den Landkreisen Regensburg, Cham und Neumarkt teil.

  • Konzert:

    Am 2. Februar findet das Preisträgerkonzert statt. Ab 3. April führt Regenburg den Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ durch.

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