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Umwelt

„Klimaschutzweg“ soll Frust vertreiben

Vor 20 Jahren gründeten rund 80 Regensburger Windpioniere eine Gesellschaft, die zwei Bürgerwindkraftwerke errichtete.
Von Daniel Geradtz, MZ

Das Regensburger Windrad ist optisch zu einem Symbol für die Stadt geworden. 1998 errichteten es Regensburger Windpioniere auf dem Sallerner Mühlberg.
Das Regensburger Windrad ist optisch zu einem Symbol für die Stadt geworden. 1998 errichteten es Regensburger Windpioniere auf dem Sallerner Mühlberg. Foto: Stadt Regensburg

Regensburg. Zum 20. Geburtstag haben sie ein „Projekt gegen den Frust“ gestartet. Mit dem „Klimaschutzweg“ will die Gesellschaft „Windpower GmbH & Co. Windkraftwerk Regensburg KG“ das Bewusstsein für den Klimaschutz und die Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen stärken.

„2016 sind keine neuen Windkraftanlagen entstanden“, erklärte Armin Schmid bei der Gesellschafterversammlung zum 20. Geburtstag am Donnerstagabend. Auch der Bau von Photovoltaikanlagen stagniere derzeit.

Armin Schmid stellte am Donnerstag den „Klimaschutzweg Regensburg“ vor.
Armin Schmid stellte am Donnerstag den „Klimaschutzweg Regensburg“ vor. Foto: Geradtz

Der Klimaschutzweg ist eine Rundstrecke mit einer Länge von 13 Kilometern. Startend mit dem Sitz der Energieagentur am Landratsamt können die Interessierten an zehn Stationen Halt machen und sich über die Themen informieren. Die Schirmherren sind Bürgermeister Jürgen Huber und Landrätin Tanja Schweiger.

Der Startpunkt sei deswegen gewählt worden, weil die Klimaschutzwanderer dort gleich Ansprechpartner für ihre Fragen finden würden, sagte Schmid. Auch für Schulklassen – eine wichtige Zielgruppe – sei diese Anlaufstelle wichtig. Hier könnten Kinder und Jugendliche empfangen werden und Infomaterial erhalten. Zudem sei das Landratsamt gut durch den ÖPNV erschlossen.

Das Angebot der Stationen ist vielfältig: Eine ist an der evangelischen Kirche St. Lukas. Das Aussehen des Glockenturms ist seit den 1990er Jahren durch die großflächige Photovoltaik-Anlage geprägt.

Die Windpioniere

  • Gesellschaft:

    Die „Windpower GmbH & Co. Windkraftwerk Regensburg KG“ wurde am 14. November 1996 gegründet.

  • Energie:

    Das Windkraftwerk hat seit seiner Errichtung 1998 laut Betreiber 21,6 MIllionen kWh Strom eingespeist.

  • Umwelt:

    Das Windrad hat dadruch bislang rund 30  000 Tonnen Braunkohle eingespart.

  • Projekte:

    Zusammen mit den Bürgerwindgesellschaften und den Partnern wurden inzwischen 38 Windenergieanlagen und vier Solarstromanlagen gebaut.

Der Weg führt auch an Firmenniederlassungen vorbei: Die Firma „Schmidmeier NaturEnergie“ konstruiert Anlagen für eine nachhaltige Wärmeversorgung.

Die ökologischen Aspekte deckt unter anderem der Rückweg durch das Regental ab. „Es dient als Kalt- und Frischlustversorgung für die Kernstadt“, so Schmid.

Nicht zuletzt ist auch das erste Projekt der „Windkraftpioniere“ ein Bestandteil des Rundwegs: 1998 errichtete die Gesellschaft das erste Windkraftwerk auf dem Sallerner Mühlberg.

Ausführlich blickte Gründungsmitglied Willi Braun auf die ersten Jahre der Gesellschaft zurück. „Am Anfang waren wir auf Bürgerfesten und haben nach Gesellschaftern gesucht“, beschrieb er. Nach einer zähen Anfangsphase hätte man später jedoch über ein ausreichendes Eigenkapital verfügt, um eine weitere Anlage in Sachsen zu errichten, so das Gründungsmitglied.

Johann Lenz, Geschäftsführer Windpower GmbH, dankte seinen Kollegen, damals das Wagnis eingegangen zu sein, das sich inzwischen ausgezahlt habe. Er betonte, dass sie es geschafft hätten, den damaligen Leitspruch „Atomkraft, nein danke“ in „Windkraft, ja bitte“ umzuwandeln.

Die Gründungsmitglieder Dr. Peter Niebauer (l.), Johann Lenz (2. v. l) und Willi Braun (r.) mit Bürgermeister Jürgen Huber.
Die Gründungsmitglieder Dr. Peter Niebauer (l.), Johann Lenz (2. v. l) und Willi Braun (r.) mit Bürgermeister Jürgen Huber. Foto: Geradtz

Auch Bürgermeister Jürgen Huber zeigte sich angesichts des langjährigen Engagements begeistert. „Heute schaue ich in die Gesichter von Pionieren, die etwas in die Hand genommen haben, das sie für richtig hielten“, so Huber in der Gesellschafterversammlung. Er betonte. dass sie damals den Mut gehabt hätten, ein Risiko einzugehen.

Im kommenden Frühjahr soll der Klimaschutzweg offiziell eröffnet werden. Bis dahin wollen die Initiatoren einen Unterstützerkreis bilden, der ihnen dabei hilft, die nächsten Schritte des Projekts zu finanzieren und voran zu bringen.

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