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Politik

Koalitionsverhandlungen mal anders

Pindl-Schüler luden die OB-Kandidaten zum Speed-Dating. Dabei ergaben sich überraschende Konstellationen: zum Beispiel zwischen CSU und der Linken.
Von Stephan Beimler, MZ

  • Nach jeder Runde stimmten die Schüler mit roten und grünen Karten ab, ob die beiden „Dates“ zusammenpassen. Foto: Beimler
  • Die Kandidaten waren vorab gespannt, was sie beim Speed-Dating erwartet. Foto: Beimler
  • Die Redezeit betrug 45 Sekunden. Foto: Beimler

Regensburg.Ob die CSU und die Linke wirklich koalitionsfähig sind, wird sich zeigen. Christian Schlegl, der Spitzenkandidat der CSU, und Irmgard Freihoffer von der Linken aber haben nach Ansicht der Pindl-Schüler einiges gemeinsam. Im Aquarium des Pindl-Gymnasiums trafen sich die Spitzenkandidaten der Regensburger Parteien zum Speed-Dating. Je zwei Politiker saßen mit einer Gruppe Schülern an einem von vier Tischen und antworteten auf Fragen der Jugendlichen. Anhand der Antworten der Kandidaten stimmten die Tische über die Koalitionsfähigkeit der beiden ab. Die Abgabe der Stimmen erfolgte über das Hochhalten entweder einer roten oder einen grünen Karte. „Natürlich ist das nicht repräsentativ“, sagte Organisator Werner Schottenloher, Sozialkundelehrer am Pindl-Gymnasium.

Argumentieren mit dem Stadtplan

In vier zwölfminütigen Runden kamen jeweils unterschiedliche Konstellationen von Politikern an die verschiedenen Tische. Jede Schülergruppe setzte dabei ihre eigenen Themenschwerpunkte. So mussten Joachim Wolbergs und Christian Schlegl beispielsweise an einem Tisch ihre Wohnungskonzepte anhand eines Stadtplans erläutern. Und die Schüler bohrten genau nach: Sie ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die Unterschiede zwischen städtischem Bau und der Vergabe von Baurecht zu erfragen. Nicht immer waren sich die Schüler bei der Abstimmung über die Koalitionsfähigkeit der beiden Politiker einig: Da nur sieben der neun Kandidaten gekommen waren, ergaben sich auch mehrmals die gleichen Paarungen. Die „Dates“ zwischen Christian Schlegl und Ludwig Artinger (Freie Wähler) zum Beispiel gingen nach Meinung der jungen Leute unterschiedlich aus. Am ersten Tisch waren die roten und grünen Karten ziemlich ausgeglichen, was nicht nur bei den beiden Kandidaten für Verwunderung sorgte. Beim zweiten Date kamen sich die Zwei aber offensichtlich näher, die grünen Karten überwogen. Den Pindl-Schülern lag zum Beispiel das Thema „Abschaffung der Sperrstunde in Regensburg“ sehr am Herzen.

Politiker waren beeindruckt

Die Piratin Tina Lorenz forderte die Abschaffung und begründete dies mit der Entzerrung des Barpublikums über die Nacht hinweg. Das fand noch die breite Zustimmung der Schüler. Über die Idee von Lorenz, das Fach Rauschkunde in der Schule einzuführen, konnten sich die Jugendlichen ein verwundertes Lächeln aber nicht verkneifen. Des Weiteren interessierten sich die Jugendlichen, die zum Großteil selbst noch nicht wahlberechtigt sind, für die Meinungen der Kandidaten zu Verkehrspolitik und Wahlrecht mit 16. Nach den Diskussionsrunden sprachen alle Politiker den anwesenden Schülern die nötige Reife zum Wählen eindeutig zu. SPD-Mann Wolbergs regte zum Abschluss an, solche Zusammenkünfte zwischen Schülern und Politikern öfter stattfinden zu lassen, wobei ihm seine Kollegen beipflichteten. Auch für die Schüler war das „Speed-Dating“ erfolgreich: Sie bekamen einen lebhaften Einblick in die Welt der Politik. Eine Schülerin fasste es so zusammen: „Jetzt sind die Kandidaten nicht mehr nur Bilder, die am Straßenrand vorbeiziehen, sondern jemand, der einem in die Augen schaut.“

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